Yunan, ich hab echt keinen Bock auf dein ständiges "der böse Westen"-Gebashe. Echt, es ist langweilig. Für alles ist der Westen verantwortlich, nein, das kann einfach nicht an den leicht manipulierbaren, teils hasserfüllten Leuten liegen. Wenn sich Ujos und Mujos in Mostar die Fresse polieren, ist auch der Westen Schuld. Wenn Dodik furzt, war's auch der Westen. Wenn ich als Bosnierin imstande bin, meine Heimat und deren System zu kritisieren, dann sollte ein Außenstehender das erst Recht können. Auch wenn der Westen im Krieg durch seine zaghafte Politik ne Menge verbockt hat und so suboptimal Dayton auch ist, es hätte ohne Einschreiten NOCH mehr Tote und Verwüstung gegeben, weil unsere grenzdebilen Politiker das Ganze noch mehr auf die Spitze getrieben hätten. Man muss auch mal selbst für was einstehen und nich alles auf ne übergeordnete Instanz schieben. Dort, wo sich keiner in BiH von außen einmischt, funktioniert ja NOCH weniger als mit dem Westen. Und als ein neuer Staat ist der Kosovo verdammt gut damit beraten, noch Intervention von außen zu kriegen. Dass die USA direkt mit Anerkennung ankamen, war das Beste, was ihnen passieren konnte.
Sorry, ich bin nur Realist und kein Opportunist der im Strom mitschwimmt um sich bloß keine schwerwiegenderen Probleme zu bereiten.
Was ich tue ist alles andere als pauschales "Westen-Bashing" zu betreiben. Ich habe für alle Dinge die ich Behaupte auch Belege und kann durch Argumentation und rationales Denken zu diesen Schlüssen kommen. Ich sehe das politische System und die Völker und deren Strömungen vollkommen differenziert.
Was in BiH im einzelnen schlecht läuft ist doch vollkommen unwichtig. Es spielt überhaupt keine Rolle, welche Bevölkerungsminderheit gerade wieder am Rad dreht. Tritt einen Schritt zurück und sie dir das Ganze an anstatt nur die Erbsen zu zählen und daraus deine Schlüsse zu ziehen. Jeder Kleinigkeit, jedem Furz wird zu viel Bedeutung beigemessen und dabei vollkommen vergessen, dass es noch ein dem ganzen übergeordnetes System gibt, innerhalb dessen all die Skandale ablaufen.
Das ist es was ich konkret sage. Es gibt ein System, einen Rahmen in dem all diese Dinge ablaufen. Dieser Rahmen wurde überhaupt erst durch die EU und die USA erschaffen und legitimiert. Ergo sind sie verantwortlich für Lücken in ihrem System, die von irgendwelchen Dodiks und wie sie alle heißen ausgenutzt wird und das einfache Volk leidet darunter.
Dadurch, dass BiH so instabil ist gibt es die ständige Angewiesenheit auf den Westen und den Zwang, die aus dem Westen ankommenden Maßnahmen wie gewünscht auszuführen um das Land überhaupt am Leben zu halten. Was ich sage ist ganz simpel und schlüssig.
Ich bin lediglich auf BiH gekommen weil du Deutschland und die ökonomischen Hintergründe für das Wirtschaftswunder vollkommen ausgeblendet hast und irgendwelche unlogischen Schlüsse daraus gezogen hast, die nichts mit der Realität zu tun haben.
Ich sage lediglich, dass alles einem System folgt. Die Zersetzung Jugoslawiens nach Titos Tod war eben so wenig das Produkt "balkanischer Unfähigkeit" wie die Situation in BiH heute.
Der jüdisch-kanadische Professor Michel Chossudovsky(russischer Jude) von der Universität Ottawa schreibt hierzu folgendes:
Neokolonie Bosnien. Mit dem Abkommen von Dayton, das eine bosnische
»Verfassung« schuf, installierten die USA und ihre europäischen Verbündeten in Bosnien eine voll ausgebildete Kolonialadministration. An ihrer Spitze
stand zunächst der UN-Sonderbeauftragte Carl Bildt, ein ehemaliger schwedischer Premierminister und EU-Vertreter in den bosnischen Friedensverhandlungen. Bildt erhielt volle Exekutivgewalt in allen Zivilangelegenheiten
mit dem Recht, die Regierungen der bosniakisch-kroatischen Föderation
Bosnien und Herzegowina sowie der Republika Srpska, der serbischen Gebietseinheit Bosniens zu überstimmen.
Während der Westen seine Unterstützung für die Demokratie verkündet,
ruht die tatsächliche politische Macht in Bosnien in den Händen einer
»Parallelregierung«, deren Leitungspositionen mit Ausländern besetzt sind.
Die westlichen Kreditgeber haben ihre Interessen in einer Verfassung
verankert, die in ihrem Namen hastig entworfen wurde. Sie taten dies ohne die in ihrem Namen hastig entworfen wurde. Sie taten dies ohne verfassunggebende Versammlung und ohne Beratungen mit bosnischen Bürgerorganisationen. Ihre Pläne für den Wiederaufbau Bosniens sind besser dafür
geeignet, die Gläubiger des Landes zufrieden zu stellen, als auch nur die
grundlegendsten Bedürfnisse der Bosnier zu befriedigen. Die Neokolonialisierung Bosniens war ein logischer Schritt im Rahmen westlicher Bemühungen, das jugoslawische Experiment eines »Marktsozialismus« und der Arbeiterselbstverwaltung zu beseitigen und den Nachfolgestaaten das Diktat des
»freien Marktes« aufzuzwingen.
Und so weiter und so fort.
Alles folgt einem System. Verschaff dir einen Überblick, dann siehst du die Dinge anders.