Der Todes-Lkw soll in der mittel-ost-ungarischen Stadt Kecskemet gestartet sein. Das berichtete die Staatsanwaltschaft des Komitats Bacs-Kiskun am Samstag in einer Aussendung.
Demnach hätten die vier verdächtigten Schlepper - drei Bulgaren und eine Afghane, die sich zur Zeit in Polizeigewahrsam befinden - die illegal über die ungarische Grenze geflohenen Flüchtlinge in Kecskemet aufgenommen und dann weiter nach Österreich transportiert.
Aus diesem Grunde würde der Fall in die Kompetenz der für Kecskemet zuständigen Staatsanwaltschaft fallen, hieß es in der Aussendung.
Gentiloni: "Ganz Europa betroffen"
Der italienische Außenminister Paolo Gentiloni glaubt, dass das Flüchtlingsdrama auf der A4 den Regierungschefs der EU klar gemacht hat, dass die massive Flüchtlingswelle ein gesamteuropäisches Problem sei. "Bis vor Kurzem war man noch überzeugt, dass die Flüchtlingskrise ein italienischer und griechischer Notstand sei. Jetzt gibt es das Bewusstsein, dass Problem ganz Europa betrifft", so Gentiloni.In den letzten zwei Monaten hat sich das Bewusstsein auf beachtliche Weise gewandelt: Regierungen, die sich gegen das Prinzip der Verteilung der Flüchtlinge gewehrt hatten, wie Österreich und Slowenien, haben ihre Position geändert", kommentierte der Außenminister im Interview mit der römischen Tageszeitung La Repubblica am Samstag.
Drängen auf Revision des Dubliner Abkommens
Der italienische Minister drängte auf eine Revision des Dubliner Abkommens. "Man muss die vor 25 Jahren entworfene Regeln ändern, indem schrittweise eine neue Logik eingeführt wird: Flüchtlinge landen nicht in Italien, Griechenland, Ungarn, oder wohin sie die Geografie, oder das Schicksal hinkommen lassen, sondern in Europa. Das bedeutet, dass ein in allen Ländern gültiges europäisches Asylrecht eingeführt werden muss", betonte Gentiloni. Auch die Abschiebung von Migranten ohne Asylrecht solle auf europäischer Ebene beschlossen werden.
"Natürlich ist Ausgewogenheit bei der Verteilung der Flüchtlinge notwendig. Der Druck würde sich ansonsten von Ankunftsländern wie Italien und Griechenland auf Länder mit einem freigiebigeren Wohlfahrtsstaat wie Schweden und Deutschland verschieben", erklärte der Außenminister.