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Mladic wäre schnell zu fassen-Vojvodina
„Belgrad ist schuld, wenn Kosovo unabhängig wird“
Bojan Kostres, Parlamentspräsident der serbischen Provinz Vojvodina, fordert mehr Autonomie.
Ein Aufschrei ging durch Serbien, als Deutschlands Botschafter sich kürzlich zum Thema Kosovo zu Wort meldete: Wenn Belgrad weiter auf der Zugehörigkeit der Südprovinz zu Serbien beharre, könnte auch die Frage der multiethnischen Nordprovinz Vojvodina „angeschnitten werden“, zitierten ihn serbische Medien.
Bojan Kostres, Präsident des Provinzparlaments der Vojvodina, bleibt gelassen: „Das war etwas ungeschickt formuliert.“ Es gebe in der Provinz definitiv keine separatistischen Tendenzen: „Ich kenne keinen Politiker der Vojvodina, der für die volle Unabhängigkeit ist. Auch unsere Bürger wollen keinen eigenständigen Staat“, meint Kostres im „Presse“- Interview.
Aber etwas mehr Autonomie, dürfte es schon sein, mit dem derzeitigen Zustand seien die Bürger nicht zufrieden: „Das ist eine leere Hülse ohne Inhalt.“ Ex-Autokrat Slobodan Milosevis hat der Provinz die Autonomie genommen, sie hat sie bis heute nicht in vollem Umfang zurück. Kostres, der auf Einladung des Salzburger „Instituts der Regionen“ in Österreich war, fordert vor allem eigene Steuereinnahmen für die Provinz.
Deren ungarische Minderheit hat nun Angst, dass Belgrad zehntausende Serben, die aus einem unabhängigen Kosovo fliehen könnten, in der Vojvodina ansiedelt und so die ethnische Balance verschiebt: „Das wäre nicht akzeptabel“, meint Kostres, doch sei diese Praxis, die Milosevis praktizierte, von der Verfassung verboten.
Mladic wäre schnell zu fassen
Der Politiker hält nichts von Premier Vojislav Kostunicas Andeutung, die Beziehungen zu Staaten abzubrechen, die ein unabhängiges Kosovo anerkennen: „Käme es zum Verlust Kosovos, wäre es nicht die Schuld der Staatengemeinschaft, sondern der sehr schlechten Politik, die Belgrad im Kosovo führte.“ Isolation nütze niemandem, schon gar nicht den Bürgern.
Serbien erleide „jeden Tag, an dem die Assoziierungsverhandlungen mit der EU ausgesetzt sind, „großen Schaden“. Brüssel fordert, dass Serbien zuerst den als Kriegsverbrecher gesuchten Ratko Mladic an das Haager Tribunal ausliefert. Dass Mladic und der ebenfalls vom Tribunal gesuchte Radovan Karadcic bisher nicht gefasst wurden, liege vor allem am „Mangel eines endgültigen politischen Entschlusses und Konsenses“ dazu: „Sobald es den gibt, wird es mit der Verhaftung und Auslieferung sehr schnell gehen, glaube ich.“
http://www.diepresse.com/home/polit.../index.do?_vl_backlink=/home/politik/index.do
„Belgrad ist schuld, wenn Kosovo unabhängig wird“
Bojan Kostres, Parlamentspräsident der serbischen Provinz Vojvodina, fordert mehr Autonomie.
Ein Aufschrei ging durch Serbien, als Deutschlands Botschafter sich kürzlich zum Thema Kosovo zu Wort meldete: Wenn Belgrad weiter auf der Zugehörigkeit der Südprovinz zu Serbien beharre, könnte auch die Frage der multiethnischen Nordprovinz Vojvodina „angeschnitten werden“, zitierten ihn serbische Medien.
Bojan Kostres, Präsident des Provinzparlaments der Vojvodina, bleibt gelassen: „Das war etwas ungeschickt formuliert.“ Es gebe in der Provinz definitiv keine separatistischen Tendenzen: „Ich kenne keinen Politiker der Vojvodina, der für die volle Unabhängigkeit ist. Auch unsere Bürger wollen keinen eigenständigen Staat“, meint Kostres im „Presse“- Interview.
Aber etwas mehr Autonomie, dürfte es schon sein, mit dem derzeitigen Zustand seien die Bürger nicht zufrieden: „Das ist eine leere Hülse ohne Inhalt.“ Ex-Autokrat Slobodan Milosevis hat der Provinz die Autonomie genommen, sie hat sie bis heute nicht in vollem Umfang zurück. Kostres, der auf Einladung des Salzburger „Instituts der Regionen“ in Österreich war, fordert vor allem eigene Steuereinnahmen für die Provinz.
Deren ungarische Minderheit hat nun Angst, dass Belgrad zehntausende Serben, die aus einem unabhängigen Kosovo fliehen könnten, in der Vojvodina ansiedelt und so die ethnische Balance verschiebt: „Das wäre nicht akzeptabel“, meint Kostres, doch sei diese Praxis, die Milosevis praktizierte, von der Verfassung verboten.
Mladic wäre schnell zu fassen
Der Politiker hält nichts von Premier Vojislav Kostunicas Andeutung, die Beziehungen zu Staaten abzubrechen, die ein unabhängiges Kosovo anerkennen: „Käme es zum Verlust Kosovos, wäre es nicht die Schuld der Staatengemeinschaft, sondern der sehr schlechten Politik, die Belgrad im Kosovo führte.“ Isolation nütze niemandem, schon gar nicht den Bürgern.
Serbien erleide „jeden Tag, an dem die Assoziierungsverhandlungen mit der EU ausgesetzt sind, „großen Schaden“. Brüssel fordert, dass Serbien zuerst den als Kriegsverbrecher gesuchten Ratko Mladic an das Haager Tribunal ausliefert. Dass Mladic und der ebenfalls vom Tribunal gesuchte Radovan Karadcic bisher nicht gefasst wurden, liege vor allem am „Mangel eines endgültigen politischen Entschlusses und Konsenses“ dazu: „Sobald es den gibt, wird es mit der Verhaftung und Auslieferung sehr schnell gehen, glaube ich.“
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