Bei den Nationalisten unter den serbischen Geschichtsschreibern wird dieser Putsch als „Revolte des serbischen Volkes gegen den Dreimächtepakt“ interpretiert.
Allerdings: Einen wichtigen Anteil am Putsch ist dem britischen Geheimdienst zuzuschreiben und einigen ranghohen serbischen Offizieren, die auf der Lohnliste der Briten standen. Die Motive der Briten und Serben bei diesem Putsch waren allerdings unterschiedlicher Natur:
Während es Großbritannien darum ging, eine Zusammenarbeit Jugoslawiens mit den Achsenmächten zu verhindern, ging es den serbischen Offizieren darum, Kronprinz Pavle zu beseitigen, der in ihren Augen eine viel zu nachsichtige Politik gegenüber den Kroaten betrieb.
Man darf nicht vergessen, dass unter seiner Führung es zum Cvetkovic-Macek Abkommen, d.h. zur Schaffung der kroatischen „banovina“ kam, in der auch große Teile BiH’s beinhaltet waren. In den Augen der serbisch-nationalistischen Offiziere ein klarer Verrat an der „serbischen Sache.“
Pavle war in den Augen der Putschisten zu liberal eingestellt, und zu nachgiebig gegenüber den Forderungen der Kroaten nach mehr Unabhängigkeit von Belgrad. Bereits 1938 fasste General Simovic zum ersten Mal einen Putsch gegen Pavle ins Auge, als die damalige jugoslawische Regierung über ein Konkordat (= Vertrag mit der Katholischen Kirche) mit dem Vatikan verhandelte (was die serbische Seite im Parlament verhinderte).
Ab 1940 dann wurde dann konkret geplant und auf den Putsch hingearbeitet. Hilfreich war in diesem Punkt die gute Beziehung zwischen den Generälen BORIVOJE MIRKOVIC, DUSAN SIMOVIC und BOGOLJUB ILIC – alles Generäle der Luftwaffe mit der britischen SPECIAL OPERATION EXECUTION (SOE), der diese Leute auch finanzierte sowie deren persönlichen Kontakt mit Leuten wie z.b. dem Mitglied der britschen Botschaft in Jugoslawien, dem Geschäftsmann T.G. MAPPLEBACK, dessen Firma Material für die jugoslaw. Luftwaffe bereitstellte.