Warum das Schulsystem im Kosovo so schlecht ist, sind vor allem aber auch Nachwehen des Milosevic-Regimes. Albaner waren gezwungen, ihr Schulsystem im Untergrund, beispielsweise in Privatwohnungen, weiterzuführen. Unterricht fand natürlich nicht für alle Kinder statt und dann teilweise auch nur in kleinen privaten Unterkünften, oftmals durch Nichtpädagogen.
Das sieht man selbst heute noch. Es wäre nicht übertrieben, wenn man sagen würde, dass die Mehrheit der KS-Albaner heute nicht fehlerfrei Albanisch schreiben kann. Noch heute sieht man unglaubliche Fehler, viele kennen nicht einmal den Unterschied zwischen Q und Ç. Wenn sie z. B. „Qka“ anstelle von „Çka“ schreiben. Das ist absurd, ein Wort, das im Alltag so oft benutzt wird und das man ab der ersten Klasse beherrschen sollte. Man stelle sich vor, Deutsche würden „was“ mit ß schreiben, sprich „waß“.
Wenn man sich dann Instagram- oder Facebook-Kommentare von inzwischen erwachsenen Menschen durchliest, die in einem Satz fünf Rechtschreibfehler machen, und anschließend auf deren Profil schaut und sieht, dass das Erwachsene sind, ist das umso trauriger. Selbst Auslandsalbaner beherrschen oftmals die albanische Rechtschreibung besser.
Wenn man dann nach Albanien schaut, sieht man, dass die Rechtschreibung dort auf einem deutlich höheren Niveau beherrscht wird.
Die Bildung der Kosovo-Albaner wurde durch das Milosevic-Regime stark eingeschränkt. Die neue Generation albanischer Lehrer wurde zum Großteil selbst unter solchen Bedingungen unterrichtet und trägt diese Schwächen dann weiter. Kurti hin oder her, ich will ihn nicht verteidigen. Aber seit den Jugoslawienkriegen bzw. seit Milosevic habe ich im Kosovo nie wirklich ein gutes albanisches Schulsystem gesehen. Und das ist nicht erst seit Kurti so.