Die Beschneidung von Frauen hat nichts mit der Beschneidung von Männern zu tun. Erstmal ist die Verletzung und das Risiko viel gravierender, das Leben der Person wird viel stärker beeinflusst, und die Begründung ist nicht religiös, sondern hat etwas mit dem Wert der Frau auf dem Heiratsmarkt zu tun. Die Beschneidung von Frauen ist eher vergleichbar mit dem Binden von Füßen bei den Chinesinnen, als mit der Beschneidung von Männern. Kein Mensch würde behaupten, dass es keinen Buddhismus ohne verkrüppelte Frauenfüße gibt, oder? Außerdem werden ja auch Säugline mit medizinischer Indikation beschnitten, was dafür spricht, dass nicht wirklich Nachteile (Traumata, Stigmatisierung, Einschränkungen der Sexualität etc.) zu erwarten sind, anders als bei der weiblichen Beschneidung. Übrigens gibt es auch keine Hexenverbrennung mit medizinischer Indikation, insofern hinkt auch der Vergleich.