1:46: In dessen eigener Lebenszeit geschrieben ist schon einmal falsch, da der Koran inkl. seiner Kapitel und Unterteilungen mehr als 20 Jahre nach dem Tode Mohammeds geschrieben wurde, basierend auf mündlichen Überlieferungen. Erst da erfolgte auch die Sotierung in 119 Suren und einem math. Schlüssel den viele für irgendeinen ultimativen Beweis halten.
2.10: Der Koran spricht weniger von der Niederschrift, als von der Offenbarung an Mohammed. Man darf nicht vergessen, dass der Mann Analphabet war. Soweit ich weiss, gibt der Koran für sich keine Widersprüche an, bzw. gängige Auffassung isl. Rechtsgelehrter ist, dass er sich nicht widerspricht. In einer Sure steht was geschrieben im Sinne von: Und wenn er nicht von Gott wäre, dann würdet ihr viele Widersprüche finden.
2:28: Weniger Tolerante Passage passt m.M nach. Man sagt das Mohammed inspiriert war von zwei Mönchen denen er in irgend einer Karawane begegnet ist, sich aber er selbst -mit zunehmenden Kriegen gegen die Mekkaner- nicht nur radikalisierte, sondern sich dieser Konflikt auch im Koran reflektiert. So in etwa ist das bei seiner Haltung den Juden gegenüber anzusehen, wo er von Toleranz spricht, an anderer Stelle aber meint das es mit ihnen keinen Vertrag gegen kann, der von ihnen auch eingehalten wird. Dies passt in etwa in jene Zeit, als er von den Juden in Medina nicht die Unterstützung bekam die er sich erhoffte, btw. letztere sich ihm angeschlossen haben. Darauf wurden die Suren wohl radikaler.
3:09 "passt", also im Sinne dessen was da gesagt wird.
4.11: Der Koran spricht weniger von Menschengemachten Regierungen und das Wort Demokratie wird da nicht einmal erwähnt so weit ich weiss. Da werden offensichtlich bestimmte Passagen in einen heutigen Kontext gestellt. Ob das passt...weiss ich nicht. Ansonsten muss man wohl sagen, dass bestimmte erwähnte Dinge zu der Sharia grundsätzlich erst einmal stimmen. Aber um noch einmal auf die Regierungen zurückzukommen, es geht m.M. primär darum, Unrechtssysteme abzuschaffen. Nehmen wir ein Beispiel: In Saudi Arabien war es vor dem Islam ein Brauch, neugeborene Mädchen einzugraben weil die Mitgift ´ne teuere Sache ist. Das wurde von einem -nennen wir es mal- politisch wie auch immer gearteten System geduldet. Man kann also sagen, dass dies nicht im Sinne Gottes ist und ein von menschen etabliertes System (und Gesetzen, Sitten, Bräuchen) hier gegen Gottes Willen stösst (Welcher Gott würde auch so einen Mord legitimieren ?) . Während man es also auch aus dieser Perspektive betrachten kann, geht dieses Video oben den genau anderen Weg und betrachtet es aus der heutigen Sicht. Ob man das so kann....keine Ahnung.
6:12 Das mit der Takkia stimmt, gilt aber m.W, nach nur für Situationen in denen ein Muslim wegen seinem Glauben vom Tode bedroht ist oder er sich -aufgrund seines Glaubens- mit erheblichen Nachteilen für Besitz und Wohlstand konfrontiert sieht. Man kann jetzt gespaltener Meinung darüber sein, was höher wiegt. Der Martyrertod für seinen Glauben (Was dem Islam eben so vorgeworfen wird) oder die Verheimlichung des Glaubens, was das Gut des Menschenlebens offensichtlich höher bewertet, hier aber den Moslems auch wieder zum Nachteil gereicht.
In diesem Video werden -das ist meine Meinung- politische Bezüge geschaffen die recht stark generalisieren und vor allen Dingen eines: Jeder Moslem wird hier praktisch unter Generalverdacht gestellt in dem eine Auslegung von Suren erfolgt die man mit politischen Zielen vermengt. Mit anderen Worten: Jede Muslim ist verdächtig Teil eines Rads zu sein, was eine totalitären Herrschaft über Nichtmuslime anstrebt und das wird geschickt verpackt.
Aus meiner Sicht sind die Macher solcher Machwerke nicht weniger gefährlich und extrem, wie jene die den Koran 1:1 auslegen. Es stellt ein Volk oder eine Glaubensgruppe unter Generalverdacht und was dabei so rauskommen kann, hat man vor noch nicht einmal 100 Jahren beobachten können.
Denn mit der bequemen Formen "Taqqia" stellt man alle unter Generalverdacht: Den Slivo saufenden Bosnjo der mit ´ner Moschee genau so viel zu tun hat wie mit einer Kirche. Den gläubigen Moslem der -nicht radikal- bei seiner Arbeit die Religionszugehörigkeit lieber verheimlicht.....sie alle stellt man auf eine Stufe mit jenen Typen, die bereit sind schlimmste Terroranschläge zu begehen.
Sehr fragliches Machwerk....bei dem man ja sagen kann das einiges passt, aber erheblich einseitig und kontextual mehr als fragwürdig ausgelegt wird.