Inzwischen hat sich der faschistische Überfall auf die Sowjetunion zum 80. Mal gejährt. Hierzu berichtete mir mein Vater kurz vor seinem Tod, mit welcher Hinterhältigkeit die NS-Propaganda auch gegenüber den eigenen Leuten, darunter meinem damals 19jährigen Vater, dieses Verbrechen vorbereitet hatte:
Zumindestens die einfachen Soldaten waren aus Geheimhaltungsgründen nicht auf einen Krieg gegen die Sowjetunion vorbereitet worden. Ihnen wurde gesagt, sie marschierten jetzt zum Kaukasus und dann weiter bis zu den irakischen Ölquellen – mit Zustimmung der sowjetischen Regierung. Erst bei beginnender Gegenwehr wurde ihnen der tatsächliche Sachverhalt klar. Die Division drang im Rahmen der 17. Armee der Heeresgruppe Süd auf ukrainisches Territorium vor und besetzte als erstes Angriffsziel Magierów. Dies wurde dadurch erleichtert, dass die Panzer der Gegenseite nur über Übungsmunition verfügten und somit, unvorbereitet, leicht "ausgeschaltet" werden konnten – im Wehrmachtsbericht wurde trotzdem von der "heldenhaften Panzerschlacht von Magierow" gesprochen. Mein Vater war dabei, als sie die Leichen der verbrannten Rotarmisten aus ihren Panzern zogen.
P.S.
So steht es inzwischen auch bei Wikipedia - auf mein Betreiben: Bis dahin glich der dortige Beitrag über die "97. Jägerdivision", der mein Vater bis zu seiner schweren Verwundung im Oktober 1941 angehörte, einem Propagandabericht der NS-Geschichtsfälschung.