skenderbegi
Ultra-Poster
Außenminister als „gefräßiger Wolf“
23.07.2012 | 18:25 | (Die Presse)
Serbiens Vuk Jeremić wird Chef der UN-Vollversammlung. Und genehmigt sich fürstliches Gehalt.
Belgrad/Ros. Zu hohe Ansprüche zahlen sich im Endeffekt selten aus. Lange flogen Serbiens Außenminister Vuk Jeremić die Herzen patriotisch gesinnter Landsleute zu. Doch kurz vor seinem Abtritt hat sich der Streiter für Serbiens Ansprüche auf die seit 2008 unabhängige Exprovinz Kosovo die Sympathien verscherzt. Denn sein Einjahresmandat als nächster Vorsitzender der UN-Vollversammlung will sich der 37-jährige Chefdiplomat von seiner scheidenden Regierung mit dem fürstlichen Budget von 7,3 Millionen Dollar versüßen lassen.
Der enorme Finanzbedarf für die rein protokollarische Funktion verwundert nicht nur seine von einer tiefen Wirtschaftskrise gebeutelten Landsleute, deren Durchschnittseinkommen bei gut 340 Euro liegt. Sein Schweizer Vorgänger Joseph Deiss kam mit einem Budget von 900.000 Dollar aus. Der mazedonische Diplomat Srdjan Kerim beschied sich 2007/2008 gar mit 700.000 Dollar.
28.000 Dollar Monatsgehalt
Vuk ist das serbische Wort für Wolf. Und an die gefräßigen Waldbewohner fühlt man sich durch den nimmersatten Würdenträger mittlerweile in Serbien erinnert: „Wolf, Wolf, warum hast du so ein großes Maul?“ titelt empört das Boulevardblatt „Alo!“.
Jeremić, Zögling des abgewählten Präsidenten Boris Tadić, führt nicht weniger als zehn Berater und drei Fahrer für seinen künftigen Hofstaat auf. Daneben genehmigte er sich laut seinem Medien zugespielten Kostenvoranschlag ein Salär von 28.000 Dollar im Monat und ein Penthouse für 15.000 Dollar im Monat, dazu fast 600.000 für Kopier-, Telefon- und Benzinkosten.
Zumindest die ersten drei Millionen für das laufende Jahr wurden dem gewitzten Chefdiplomaten bereits bewilligt. Über den ausstehenden Restbetrag für 2013 entscheidet die neue Regierung.
Bis dahin wird sich auch weisen, ob die UNO mit dem Karrieristen nicht einen nationalistischen Bock zum Gärtner der Völkergemeinschaft gekürt hat. Mit seiner wenig diplomatischen Ankündigung, der Kosovo werde während seiner Ägide nur über seine „Leiche“ der UNO beitreten können, hat der Serbe nicht nur Prishtina verstimmt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)
nicht schlecht.......
23.07.2012 | 18:25 | (Die Presse)
Serbiens Vuk Jeremić wird Chef der UN-Vollversammlung. Und genehmigt sich fürstliches Gehalt.
Belgrad/Ros. Zu hohe Ansprüche zahlen sich im Endeffekt selten aus. Lange flogen Serbiens Außenminister Vuk Jeremić die Herzen patriotisch gesinnter Landsleute zu. Doch kurz vor seinem Abtritt hat sich der Streiter für Serbiens Ansprüche auf die seit 2008 unabhängige Exprovinz Kosovo die Sympathien verscherzt. Denn sein Einjahresmandat als nächster Vorsitzender der UN-Vollversammlung will sich der 37-jährige Chefdiplomat von seiner scheidenden Regierung mit dem fürstlichen Budget von 7,3 Millionen Dollar versüßen lassen.
Der enorme Finanzbedarf für die rein protokollarische Funktion verwundert nicht nur seine von einer tiefen Wirtschaftskrise gebeutelten Landsleute, deren Durchschnittseinkommen bei gut 340 Euro liegt. Sein Schweizer Vorgänger Joseph Deiss kam mit einem Budget von 900.000 Dollar aus. Der mazedonische Diplomat Srdjan Kerim beschied sich 2007/2008 gar mit 700.000 Dollar.
28.000 Dollar Monatsgehalt
Vuk ist das serbische Wort für Wolf. Und an die gefräßigen Waldbewohner fühlt man sich durch den nimmersatten Würdenträger mittlerweile in Serbien erinnert: „Wolf, Wolf, warum hast du so ein großes Maul?“ titelt empört das Boulevardblatt „Alo!“.
Jeremić, Zögling des abgewählten Präsidenten Boris Tadić, führt nicht weniger als zehn Berater und drei Fahrer für seinen künftigen Hofstaat auf. Daneben genehmigte er sich laut seinem Medien zugespielten Kostenvoranschlag ein Salär von 28.000 Dollar im Monat und ein Penthouse für 15.000 Dollar im Monat, dazu fast 600.000 für Kopier-, Telefon- und Benzinkosten.
Zumindest die ersten drei Millionen für das laufende Jahr wurden dem gewitzten Chefdiplomaten bereits bewilligt. Über den ausstehenden Restbetrag für 2013 entscheidet die neue Regierung.
Bis dahin wird sich auch weisen, ob die UNO mit dem Karrieristen nicht einen nationalistischen Bock zum Gärtner der Völkergemeinschaft gekürt hat. Mit seiner wenig diplomatischen Ankündigung, der Kosovo werde während seiner Ägide nur über seine „Leiche“ der UNO beitreten können, hat der Serbe nicht nur Prishtina verstimmt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)
nicht schlecht.......
