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Blutige Weihnachten (1945) | Македонска крвава коледа (1945)

Černozemski

Македон&
Blutige Weihnachten (1945) | Македонска крвава коледа (1945)

Die blutigen Weihnachten (mazedonisch: Македонската Крвава Коледа oder Крвав Божиќ) waren eine Kampagne politischer Repressionen gegen Mitglieder und Sympathisanten der Inneren Makedonisch-Revolutionären Organisation (VMRO) im Januar 1945, die Teil des politischen Terrors in der Sozialistischen Republik Mazedonien war. Dabei wurden Mazedonier ohne Prozess oder Gerichtsurteil ermordet oder misshandelt. Die Gewaltakte der kommunistischen Machthaber begannen am 25. Dezember 1944[SUP]jul.[/SUP]/ 7. Januar 1945[SUP]greg.[/SUP], dem orthodoxen Weihnachtsfest. Gemäß einem Befehl Titos wurden rund 1200 Mazedonier ermordet. Die Liste mit den über 1.200 Leuten wurden von Lazar Koliševski erstellt. Am 26 Dezember 1944, ein paar Tage vor dem orthodoxen Weihnachtsfest, leisteten in den Kasernen Skopje und Štip um die 1000 Soldaten und 100 Offiziere Aufstand. Sie waren mit der Verordnung aus Belgrad nicht einverstanden, nach Slawonien stationiert zu werden wo bekanntlich die Front von Srem (Sremski Front) stattfand. Das mazedonische Militär hatte ihren Wunsch geäußert, sich auf Solun (gr. Thessaloniki) zu konzentrieren, um ihre Landsleute zu befreien, statt für das fremde und weite Serbien bzw. Jugoslawien zu fallen.

Titos Gefolgte Svetomir Vukmanovic Tempo, Lazar Koliševski und General Mihajlo Apostolski waren der Meinung, das genau der Tag der richtige Zeitpunkt war, das Problem zu beheben. Sie organisierten mit sich serbische Offiziere, und erzählten ihnen das die aufständischen "Bugaraši" (Bulgarophile), Vančomihajlovisti, VMRO-Anhänger, Faschisten etc. seien. General Apostolski versammelte die aufständischen Offiziere die gegen die Verlegung zur Srem-Front waren, um mit ihnen ein Kompromiss zu erzielen, was sich als Falle erweisen sollte. Am Hauptplatz von Skopje wurden die Aufständischen Soldaten entwaffnet, verhaftet und zur Festung Kale gebracht, wo sie weggesperrt worden sind. Nach kurzen Befragungen persönlich von Svetomir Vukmanovic Tempo, wurden nach ein paar Stunden über 70 Offiziere getötet. Vor jeder Befragung soll Tempo den Soldaten gesagt haben:"Hočes Solun, eve ti ga", oder zu dt. Du willst nach Solun (Thessaloniki), hier bekommst du es. Die mazedonischen Soldaten in den Kasernen ahnten schlechtes über ihre Offiziere und begaben sich zum Zentrum von Skopje, wo sie von gut barrikadierten serbischen Partisanen erwartet worden sind. Sie eröffneten das Feuer auf die mazedonischen Soldaten, viele von ihnen starben, weitere 800 wurden verhaftet und ins Gefängnis "Kale" verfrachtet, wo so gut wie alle durch Misshandlungen und Krankheiten einen Monat später starben.

In der Nacht zwischen dem 6 und 7 Januar 1945 begann dann die massenhafte Ermordungen und Verhaftungen gegen mazedonische Bürgermeister, Priester, Lehrer und einfache Bürger durch ganz Mazedonien. Einer der Toten ist der Sohn von Nikola Karev, Gjorgji Karev, der von 1941 bis 1945 Bürgermeister von Kruševo war. Sein Vater Nikola war Präsident der kurzlebigen Republik von Kruševo, die sich 10 Tage unabhängig gegen die Osmanen halten konnte. Sie wurden ohne Prozess oder Gerichtsurteil willkürlich als Kollaborateure Bulgariens, sowie als Bulgarophile abgestempelt. Es wurde nach dem neuen Gesetz namens "Schutz der mazedonischen Ehre" gehandelt. Mit diesen brutalen Aktionen im Vardar-Mazedonien begann die Zwangs-Serbisierung. Viele weitere namhafte Opfer werden folgen, so wie Panko Brašnarov und Metodija Andonov Čento, der erste Präsident von SR Mazedonien.


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SMRT NA KOMUNIZMOT, SLOBODA NA NARODOT!
 

BlackJack

Jackass of the Week
Das ist ja auch interessant, offenbar vereinnahmen auf wikipedia Bulgaren die Opfer des Gemetzels für sich?
Gemäß einem Befehl Titos wurden rund 1200 Bulgaren ermordet. Ziel war es, das Selbstbewusstsein der Bulgaren zu erschüttern und den Prozess der Mazedonisierung zu beschleunigen. Laut Vesselin Angelov sind während der Repressionen von 1945 in der Gegend um die Stadt Ohrid und der Region Prespa ca. 23.000 Bulgaren ums Leben gekommen, weitere geschätzte 130.000 Bulgaren wurden ausgewiesen, verfolgt oder in Konzentrationslager nach Jugoslawien geschickt.[SUP][2][/SUP]
 

Černozemski

Македон&
und was machen wir jetzt?

Nie vergessen.

Das ist ja auch interessant, offenbar vereinnahmen auf wikipedia Bulgaren die Opfer des Gemetzels für sich?

Jepp, von wegen Bulgarohpile. Denn diese Taten wurden in Mazedonien totgeschwiegen und bis heute kennt kaum einer was davon, ähnlich wie mit dem Massaker von Bleiburg. Die Bulgaren nutzen unsere Unkenntnisse über diese Aktionen für ihre Propaganda aus und kreierten ihre eigene Geschichte. In der SFRJ wurde übrigens jeder mazedonische Patriot und Nationalist willkürlich als Bugarash abgestempelt und etikettiert, damit man leichter über ihn urteilen kann, denn Bulgaren sind bei uns nicht sonderlich beliebt. Aber wenn du dich auf der deutschen Wikipedia über Mazedonien informieren willst, wirst du nur die bulgarischen Versionen lesen, nicht gerade informativ.

Die Opfer waren Mazedonier, die für eine Vereinigung mit dem ägäischen Makedonien waren, welches damals bekannterweise überwiegend einen slawischen Charakter hatte. Sie wollten nach Thessaloniki stürmen, und nicht nach Srem.

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Last edited:

Гуштер

2 + 2= 5
Čento;4654312 said:
Mit diesen brutalen Aktionen im Vardar-Mazedonien begann die Zwangs-Serbisierung.

Was für ein Schwachsinn :lol:
Die "Serbisierung" fand vor dem zweiten Weltkrieg statt, danach war Schluss.

Und Cento landete im Knast weil er mehr Autonomie für die SRM forderte und gar eine Unabhängigkeit anstrebte.
Die meisten die damals Niedergemetzelt wurden, waren schlicht und einfach Kollaborateure und mit denen hat man nach dem Krieg in ganz Europa aufgeräumt.
 

Černozemski

Македон&
Гуштер;4654337 said:
Was für ein Schwachsinn :lol:
Die "Serbisierung" fand vor dem zweiten Weltkrieg statt, danach war Schluss.

Und Cento landete im Knast weil er mehr Autonomie für die SRM forderte und gar eine Unabhängigkeit anstrebte.
Die meisten die damals Niedergemetzelt wurden, waren schlicht und einfach Kollaborateure und mit denen hat man nach dem Krieg in ganz Europa aufgeräumt.

Hab mich vielleicht zu unklar ausgedrückt. Vielleicht nicht das Volk, aber ihre Vertreter. Aber wenn du mir das nicht glaubst, dann geh mal zu einer mazedonischen Hochzeit. Da wirst du alte mazedonische patriotische Lieder hören und zu Uzicko Kolo sowie Ko to kaze tanzen. Ob du es für Schwachsinn hältst oder nicht, Fakt ist dass dies unser Unterbewusstsein beeinflusst.
 

Гуштер

2 + 2= 5
Čento;4654357 said:
Hab mich vielleicht zu unklar ausgedrückt. Vielleicht nicht das Volk, aber ihre Vertreter. Aber wenn du mir das nicht glaubst, dann geh mal zu einer mazedonischen Hochzeit. Da wirst du alte mazedonische patriotische Lieder hören und zu Uzicko Kolo sowie Ko to kaze tanzen. Ob du es für Schwachsinn hältst oder nicht, Fakt ist dass dies unser Unterbewusstsein beeinflusst.

Ich weiss nicht auf was für Hochzeiten du warst, aber "Ko to kaze" habe ich noch nie auf einer Hochzeit gehört.

Dass die Vertreter pro jugoslawisch waren ist doch logisch, schliesslich profitierten sie vom System.
Ich befürworte auch nicht den Einsatz der Truppen in Srem, im Gegenteil. Aber zu glauben ein Suizidfeldzug nach Solun hätte was gebracht ist einfach nur naives Wunschdenken.


Auch die Entscheidung Mitglied der SFRJ zu werden war zu diesem Zeitpunkt die einzig Richtige, ein mazedonischer Staat als sowjetische Satellitenrepublik wäre nicht überlebensfähig gewesen.
 
M

Metho

Guest
Im Dorf einer Eltern gibt es noch so einen Gedenk-Klotz für die Opfer die in Srem fielen. Die Partisanen kamen Nachts ins Dorf, und sammelten willkürlich die kampffähigen Männer ein und schickten sie Richtung Belgrad...
Stammtischgespräche diesbezüglich sind immer noch gegenwärtig, es scheint -jedenfalls wie ich es im Dorf meiner Eltern mitbekommen habe - tiefe narben hinterlassen zu haben.
 

hirndominanz

PROFI-MENSCH
Tja die wahre Freiheit und Freizügigkeit wie wir sie hier seit Dekaden geniessen ist halt unbezahlbar und unersetzlich- und doch so selbstverständlich für uns.
Ich denke mal, dass unsereiner noch einigermaßen von den Eltern diesbezüglich geimpft wurde und es nicht ganz umsonst war. Aber unsere Nachfolger schon.......ich bin sicher, dass wir uns mit jeglicher Befassung damit mit unseren Kindern und schlimmer noch mit den Enkeln, zu absoluter Abneigung dagegen bewegen würden, dass man solche Themen beginnt. Wir würden auf Granit und Unverständnis stoßen.
Desto höher eigentlich die Hochachtung denen gegenüber, die solche schlimmen Dinge erlebt und überlebt haben.
 
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