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In weiten Teilen Bosniens hinterließen die Bogumilen bis heute ihre Spuren. Wer waren sie und woher kamen sie?
Wer durch Bosnien und Kroatien reist, sieht vielleicht irgendwo am Straßenrand die dort achtlos verstreut liegenden, sogenannten Bogumilensteine. Die truhenartigen, behauenen Steine zeigen teilweise noch gut zu erkennende Jagdszenen, Ritter mit Schwertern, Tanzszenen und Schlangenmotive an den Seiten auf. Die Steine sind nicht hohl und beherbergen keine Gebeine, sind also keine Sarkophage. Was stellen sie dann dar und wer waren diese Menschen, die schätzungsweise 50.000 dieser mystischen Steine in Bosnien und Kroatien hinterlassen haben? Waren es wirklich die Bogumilen?
[h=3]Wer waren die Bogumilen?[/h]Es gibt kaum Literatur über diese Menschen, die dem bulgarischen Priester Bogumil im frühen Mittelalter in seinen religiösen Lehren folgten. Beschrieben wurde die Entwicklung auf dem Balkan von dem orthodoxen Priester Kosma folgendermaßen: „Es geschah zur Herrschaftszeit des Zaren Peter, dass ein Pope namens Bogumil in den bulgarischen Landen auftauchte und seine Lehren in bulgarischen Gebieten ( zu denen damals auch ein Teil des heutigen Mazedoniens gehörte) verbreitete.“ Bogumil (Gottesfreund) lebte wahrscheinlich von 913 bis 963 und begann etwa um 935 seine Lehren zu verbreiten. Wie so viele Menschen, die Geschichte schrieben, war wohl auch Bogumil ein charismatischer Mensch, dessen Bewegung mehr als 500 Jahre Bestand hatte und sich weit über den Balkan hinaus verbreiterte. Die Menschen in der damaligen Zeit waren überwiegend arm, hausten in strohgedeckten Hütten und wurden von der Obrigkeit im Land gnadenlos ausgeplündert. Sie hatten vielfache Steuern, wie eine Bodensteuer, eine Viehsteuer oder eine Herdsteuer in Sachwerten abzuliefern. Im Gegensatz dazu waren die vielen Klöster prunkvoll nach byzantinischem Vorbild ausgestattet und die Mönche lebten in Saus und Braus. Sie hatten Dienstpersonal und trugen teure Gewänder. Auch die Fürsten lebten prächtig. Die schnelle Verbreitung des Bogumilentums über Mazedonien, Serbien, Bosnien und Kroatien lag an der Einfachheit der Lehre. Der Kern des von Bogumil verbreiteten Glaubens besagte, dass der Mensch ohne eine weitere Instanz oder Institution in ein Verhältnis mit Gott treten kann. Deshalb gab es anfangs auch keine Kirchen, denn „ das Herz des Menschen ist die wahre Kirche Christi“, so eine überlieferte Aussage eines Bogumilen vor dem Inquisitionsgericht. Die Bogumilen hatten keine Rituale und keine Priesterhierarchie, sondern teilten sich in „Vollkommene“, „Glaubende“ und „Zuhörer“. Ein „Vollkommener“ wurde man durch das einzige Sakrament, was die Bogumilen kannten, die Geisttaufe und durch eine enthaltsame Lebensweise. Die „Vollkommenen“ und die „Glaubenden“ lebten vegetarisch, gewaltlos, glaubten an die Wiederverkörperung der Seele und lehnten eine Verehrung des Kreuzes mit Korpus ab.
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Wer durch Bosnien und Kroatien reist, sieht vielleicht irgendwo am Straßenrand die dort achtlos verstreut liegenden, sogenannten Bogumilensteine. Die truhenartigen, behauenen Steine zeigen teilweise noch gut zu erkennende Jagdszenen, Ritter mit Schwertern, Tanzszenen und Schlangenmotive an den Seiten auf. Die Steine sind nicht hohl und beherbergen keine Gebeine, sind also keine Sarkophage. Was stellen sie dann dar und wer waren diese Menschen, die schätzungsweise 50.000 dieser mystischen Steine in Bosnien und Kroatien hinterlassen haben? Waren es wirklich die Bogumilen?
[h=3]Wer waren die Bogumilen?[/h]Es gibt kaum Literatur über diese Menschen, die dem bulgarischen Priester Bogumil im frühen Mittelalter in seinen religiösen Lehren folgten. Beschrieben wurde die Entwicklung auf dem Balkan von dem orthodoxen Priester Kosma folgendermaßen: „Es geschah zur Herrschaftszeit des Zaren Peter, dass ein Pope namens Bogumil in den bulgarischen Landen auftauchte und seine Lehren in bulgarischen Gebieten ( zu denen damals auch ein Teil des heutigen Mazedoniens gehörte) verbreitete.“ Bogumil (Gottesfreund) lebte wahrscheinlich von 913 bis 963 und begann etwa um 935 seine Lehren zu verbreiten. Wie so viele Menschen, die Geschichte schrieben, war wohl auch Bogumil ein charismatischer Mensch, dessen Bewegung mehr als 500 Jahre Bestand hatte und sich weit über den Balkan hinaus verbreiterte. Die Menschen in der damaligen Zeit waren überwiegend arm, hausten in strohgedeckten Hütten und wurden von der Obrigkeit im Land gnadenlos ausgeplündert. Sie hatten vielfache Steuern, wie eine Bodensteuer, eine Viehsteuer oder eine Herdsteuer in Sachwerten abzuliefern. Im Gegensatz dazu waren die vielen Klöster prunkvoll nach byzantinischem Vorbild ausgestattet und die Mönche lebten in Saus und Braus. Sie hatten Dienstpersonal und trugen teure Gewänder. Auch die Fürsten lebten prächtig. Die schnelle Verbreitung des Bogumilentums über Mazedonien, Serbien, Bosnien und Kroatien lag an der Einfachheit der Lehre. Der Kern des von Bogumil verbreiteten Glaubens besagte, dass der Mensch ohne eine weitere Instanz oder Institution in ein Verhältnis mit Gott treten kann. Deshalb gab es anfangs auch keine Kirchen, denn „ das Herz des Menschen ist die wahre Kirche Christi“, so eine überlieferte Aussage eines Bogumilen vor dem Inquisitionsgericht. Die Bogumilen hatten keine Rituale und keine Priesterhierarchie, sondern teilten sich in „Vollkommene“, „Glaubende“ und „Zuhörer“. Ein „Vollkommener“ wurde man durch das einzige Sakrament, was die Bogumilen kannten, die Geisttaufe und durch eine enthaltsame Lebensweise. Die „Vollkommenen“ und die „Glaubenden“ lebten vegetarisch, gewaltlos, glaubten an die Wiederverkörperung der Seele und lehnten eine Verehrung des Kreuzes mit Korpus ab.
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