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"Cocaine Cowboys" ist eine faszinierende Dokumentation, die zeigt, wie Miami in den 70er Jahren, als in den USA generell eine Rezession herrschte, aufgrund des Drogenkonsums immer mehr gedieh. Die Stadt war in den späten 70er und frühen 80er Jahren diejenige mit der höchsten Verbrechensrate, was nicht nur auf den Straßen, sondern auch in den Behörden galt, denn nirgendwo sonst gab es derart viel Korruption bei Polizei und Politik. Diese Dokumentation zeigt eindringlich auf, was in "Miami Vice" und "Scarface" fiktional aufgearbeitet wird. Hier kommen sowohl Fahnder als auch Dealer zu Wort. Besonders letztere berichten mit blumigen Anekdoten, wie ihr Geschäft immer mehr gedieh. Eine moralische Wertung verkneift sich der Film. Darum muss er sich ein wenig den Vorwurf gefallen lassen, das Verbrechen bzw. die Täter zu verherrlichen, aber das fällt freilich leicht, wenn man bedenkt, was für Geschichten sie zu erzählen haben. Die Geschichte des Drogenhandels ist auch die Geschichte von Miami, das noch heute vom Reichtum jener Zeit zehrt. Fazit: Faszinierende Dokumentation, die zeigt, dass die Realität oftmals aufregender ist als jeder Film
Moviemans Kommentar zur DVD: Die Bild- und Tonqualität muss man entsprechend einer Dokumentation bewerten. Diese ist, sobald altes Filmmaterial benutzt wird, immer etwas wechselhaft. Das Ergebnis bei "Cocaine Cowboys" gefällt jedoch, da die technischen Mängel auch zum Charme der Dokumentation beitragen.
Bild: Der Natur einer Dokumentation entsprechend, ist die Qualität natürlich wechselhaft. Es gibt Originalfilmmaterial aus den späten 70er und frühen 80er Jahren, das farblich deutlich schwächer aussieht und auch weniger Schärfe aufweist. Aber auch die neueren Interviews sind nicht absolut brillant, sondern vielmehr ein wenig weich und farblich etwas matter. Rauschen variiert je nach verwendetem Material.
Ton: Der Ton ist gut verständlich, sowohl im Deutschen als auch im Englischen, aber der Natur einer Dokumentation entsprechend ist der Sound natürlich nicht gerade sehr kreativ gemixt. Die Musik passt, die Sprachverständlichkeit ist gut. Im Original klingt das Ganze noch etwas natürlicher, während die deutschen Sprecher überlaut abgemischt sind.
Extras: "Die Patin" beschäftigt sich mit der Karriere eines Dealers aus Oakland, der zum Protegé und Liebhaber der Patin Griselda Blanco geworden ist. Neben dem Trailer gibt es eine Reihe von entfallenen Szenen, die insgesamt eine Laufzeit von gut einer halben Stunde haben. Die Szenen wurden entfernt, weil der Film ohnehin schon fast zwei Stunden Laufzeit hat. Aber sie sind wirklich sehenswert und bereichern den Hauptfilm. --movieman.de
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In den frühen 70er Jahren entdecken abenteuerlustige Flugzeug- und Motorbootkapitäne, dass man relativ risikofrei unfassbar viel Geld verdient, wenn man Marihuana und Kokain von Mittelamerika nach Florida schmuggelt. In den späten 70ern schwimmt Miami in Drogengeld und erlebt einen Bauboom, während der Rest der Republik in Rezession versinkt. In den frühen 80ern dann die Quittung: Streitlustige, schwerbewaffnete Kubaner und Kolumbianer versechsfachen die Mordrate, die korruptionsverseuchte Polizei ist überfordert.
Um die Doku in voller Länge anzusehen, einfach auf folgenden Link klicken:
Cocaine Cowboys - Joost
Filmdauer 01:58:00