Bedauernswerter Weise wieder ein dunkles Kapitel mehr in der russischen Geschichte. Das Sammeln russischer Erde, darunter auch die Eroberung des Kaukasus lief leider alles andere als rühmlich ab. Wikipedia spricht in diesem Zusammenhang von 500.000 bis 1 Millionen Vertriebenen, von denen dabei wohl etwa die Hälfte ums Leben kam. Ein so furchtbarer und beschämender Gedanke. Und wenn man es, wie ich finde zu Recht, z.B. der Türkei vorhält, dass sie nach 90 Jahren immer noch keine politischen, offiziellen Gesten des Bedauerns, Mitgefühls, auch der Rehabilitation der Opfer für das Armeniermassaker 1915 findet. Dann muss ich beschämt sagen, muss man sich als Russe mindestens ebenso an die eigene Nase fassen. Immerhin geht es hier um Ereignisse, die ihrerseits mittlerweile schon bald 150 Jahre alt sind. Sehr traurig. In Russland, meine ich, sollten gerade auch solche Ereignisse viel mehr ins historische Bewusstsein rücken. Zumal angesichts der Tatsache, welch herablassende Haltung etwa viele Menschen in Moskau gegenüber "Kaukasiern" haben. Es ist im Interesse Russlands, denn ohne die gemeinsame Aufarbeitung und hoffentlich auch Heilung gewisser historischer Wunden wird Kaukasus immer ein Pulverfass für die gesamte Region und auch für Russland sein. Wäre wünschenswert, wenn man den Nachfahren der Opfer auch als offizielles Russland vielleicht irgendwelche Gesten des Bedauerns, Mitgefühls und der Rehabilitierung der Betroffenen zeigt. Mir wäre zumindest bislang Entsprechendes leider nicht bekannt.
