Was für eine Show...!
Naja, Millionen begeisterte Anhänger waren´s wohl nicht. "Zig-tausende" aber doch. Davon laut der Nachrichtenagentur "Anadolu" alleine 9.000 Polizisten und 563 als Janitscharen verkleidete Laienschauspieler.
(APA/dpa)
Zehntausende Anhänger des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan haben in Istanbul an einer Feier zum 563. Jahrestag der Eroberung des christlichen Konstantinopel durch die islamischen Osmanen teilgenommen. Sowohl Erdogan als auch der Chef der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP und Ministerpräsident, Binali Yildirim, wurden zu der Veranstaltung am Sonntag erwartet.
Die Massenkundgebung im Bezirk Yenikapi ist eine Prestigeveranstaltung des türkischen Präsidenten, der gerne an die glorreiche Zeit der Osmanen erinnert.
Auf dem Programm standen unter anderem eine Janitscharen-Darbietung und eine Flugschau der Luftwaffe. Die Elitetruppen der Janitscharen stellten zur Zeit der Osmanen die Leibwache des Sultans. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu fand die Veranstaltung unter hohen Sicherheitsvorkehrungen ab. Rund 9000 Polizisten und fünf Helikopter waren demnach rund um das Gelände im Einsatz.
Erdogan lässt Einnahme Konstantinopels feiern
Die Zinnen des alten Konstantinopels standen wieder, wenn auch nur aus Sperrholz und Pappkarton, und Hundertschaften von Janitscharen, dem Elitekorps der osmanischen Armee, in ihren historischen Uniformen hat der türkische Staatschef Tayyip Erdogan am Sonntagabend für das Publikum auch aufgeboten: 563, um genau zu sein. Das war der Jahrestag der Eroberung der Hauptstadt des Oströmischen Reiches durch die Muslime.
Die Jubiläumszahl mochte reichlich ungerade erscheinen, doch die politische Symbolik war unübersehbar. "Wieder auferstanden, wieder großgeworden", lautete der Slogan, den Erdogan in Istanbul mit seinem Konterfei plakatieren ließ. Zehntausende wurden zum Großkundgebungsplatz in Yenikapi im Westteil Istanbuls am Marmarameer gebracht, um einer Reinszenierung des Sturms auf Konstantinopel beizuwohnen, der gleichsam die historische Größe Erdogans für die Türkei darstellen sollte. Erdogans neu bestellter Premier Binali Yildirim erhielt am selben Tag bei der Vertrauensabstimmung im Parlament in Ankara wie erwartet alle Stimmen der regierenden konservativ-islamischen AKP.
Was bei der Jubelfeier in Istanbul nicht betont wurde: Die Janitscharen waren in der Mehrheit zwangsrekrutierte Buben aus Christenfamilien vom Balkan.
(mab, 29.5.2016)
Ein Kommentar auf „derstandard.at“:
So viele rote Fahnen mit einem Emblem in der Mitte. Das kommt mir doch bekannt vor aus vergangenen Zeiten...