Experte: Idee einer Teilung des Kosovo mehr Rückhalt in Serbien
Wird von den BürgerInnen als bester Weg zur Problemlösung angesehen - Wissenschafter sieht mehr Pragmatik als früher in Kosovo-Frage
Karte der Bevölkerungsverteilung:
http://derstandard.at/?page=showpic&_u=http://images.derStandard.at/20050204/kos2.jpg
Belgrad - Die Bürger Serbiens würden immer stärker die Idee vertreten, dass eine Aufteilung der von der UNO verwalteten südserbischen Provinz Kosovo der beste Weg zur Problemlösung wäre. Dies sei ein Ergebnis der Festigung von Tendenzen zu rationellen, realistischen und pragmatischen Lösungen bzw. der Aufgabe von ausschließlich ideologischer und emotioneller Identifikation mit dem Kosovo, sagte der Leiter des Belgrader Instituts für Gesellschaftswissenschaften, Dragomir Pantic, der in Novi Sad erscheinenden Tageszeitung "Gradjanski list".
Weniger anfällig gegenüber politischen Manipulationsversuchen
Die Bürger Serbiens lassen sich seiner Ansicht nach inzwischen von Interessen leiten, wenn es um das Kosovo geht. Dies bedeute, dass die Bürger auch für Manipulationsversuche von Politikern nicht mehr so anfällig seien, die die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von schwierigen Wirtschaftsproblemen auf das Kosovo zu richten bemüht seien.
Für die Aufteilung des Kosovo zwischen der albanischen und der serbischen Volksgruppe hatte sich in seinem im vergangenen Jahr erschienenen Buch "Kosovo und Metohija" auch der jugoslawische Ex-Präsident Dobrica Cosic eingesetzt. Von offiziellen Stellen wurde das Buch allerdings nicht sonderlich kommentiert. Die Kosovo-Frage hatte Cosic bereits im Jahre 1968 in der damaligen kommunistischen Führung angesprochen. Er bekundete damals schon Besorgnis über die Lage der serbischen Volksgruppe. (APA)
http://derstandard.at/?url=/?id=1940899