Die Ergebnisse dieser experimentellen Interaktionen zwischen Schimpansen zeigten, dass sie Freunden sehr viel häufiger Vertrauen schenkten als nicht befreundeten Tieren. Die Forscher erklären es wie folgt: „Schimpansen waren sehr viel eher bereit, ihrem Gegenüber freiwillig Ressourcen zu überlassen – also die riskantere, doch potenziell ertragreichere Option zu wählen – wenn es sich bei ihr oder ihm um einen Freund handelte.“ Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die menschliche Freundschaft nicht so einzigartig ist, wie bisher angenommen. „Freundschaften beim Menschen sind keine Anomalie im Tierreich“, sagt Engelmann. „Andere Tiere, wie Schimpansen, gehen mit ausgewählten Individuen enge und langfristige Bindungen ein. Diese Tierfreundschaften weisen wichtige Parallelen zu engen Beziehungen zwischen Menschen auf. Ein gemeinsames Merkmal ist das Vertrauen, das Freunden in wichtigen Situationen gezielt entgegengebracht wird.“ Engelmann und Herrmann planen, die Ähnlichkeiten zwischen den engen Beziehungen der Menschen und der Schimpansen weiter zu erforschen. Dazu gehört auch die Frage, ob Schimpansen ihren Freunden eher Hilfe leisten als nicht befreundeten Artgenossen.
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