Die soziale Stellung der Frau in der griechischen Antike entsprach dem ausnehmend patriarchalischen Denken der Griechen, die in dieser Hinsicht die altorientalischen Völker, vor allem die relativ Gender-egalitär orientierten Ägypter, noch deutlich toppten. Die typisch griechischen Amazonensagen hatten keine historische Basis, sondern dienten vermutlich dazu, Frauen, die nicht unter männlichem Diktat stehen, als natürliche Bedrohung für die Männer darzustellen.
Drei soziale Schichten sind zu unterscheiden, die in folgendem Zitat (aus der Schriftensammlung "Pseudo-Demosthenes", 59) zum Ausdruck kommen:
Hetären haben wir um des Vergnügens willen, Nebenfrauen zur täglichen Pflege unseres Körpers, die Ehefrauen aber, damit sie legitime Kinder hervorbringen und getreue Wächter unseres Hauswesens sind.
Die rechtliche Stellung der Ehefrau, von den anderen ganz zu schweigen, war nach heutigen Maßstäben katastrophal. Sie besaß keine Bürgerrechte (keine Teilnahme an Versammlungen, kein Wahlrecht, keine Ämter - außer der begrenzten Möglichkeit, Priesterin zu werden -, kein Eigentum) und war dem Willen des Ehemanns und Hausvorstandes, ihres Herrn (griech. kyrios), völlig ausgeliefert. Außer für festliche Anlässe durfte sie nicht in die Öffentlichkeit gehen, musste ihre Beine bis zum Fuß bedeckt halten, wurde schlechter ausgebildet als Männer und galt aus männlicher Sicht grundsätzlich als geistig und moralisch niedrigstehend. Platon verkündet im Timaios, dass die Wiedergeburt als Frau auf moralische Mängel der Seele zurückgeht und als Strafe anzusehen ist, nur die Wiedergeburt als Tier sei noch schlimmer.