Ist es nicht gut, dass diese Barbaren die Werte von griechischen Philosophen aufgegriffen haben? Werte sind übrigens nicht patentiert, wenn sie gut sind, werden sie übernommen - auch von Barbaren.
Verbrechen wil lich garnicht abstreiten, nur deine Behauptung, sie wären im Namen irgendwelcher humanistischen Werte verübt worden, da dies an sich schon ein Widerspruch ist.
Anonsten ist der Humanismus, genauso wie viele andere Ideologien auch, in der Zeit gereift, er hat sich fortentwickelt.
Was in Griechenland abgeht ist hart, keine Frage, die Probleme sind jedoch hausgemacht, was nichts schmälern soll, doch kannst du nicht ernsthaft jemand anderem die Schuld dafür geben?
Jeder Mensch hat recht auf das Wissen der griechischen Antike. Es ist aber nicht explizit dem Westen vorbehalten und niemand hat ihm ein Recht verbrieft, sich diese Ideen zueigen zu machen, zu verfälschen und in ihrem Namen Verbrechen zu begehen. Rein gesellschaftlich betrachtet ist es immer gut wenn sich Einzelpersonen oder ein Volk kritisch mit bestehenden Ideen und Philosophien auseinandersetzt, sie für gut oder schlecht befinden und sie im Geiste der Vorväter der Theorie weiterentwickelt. Bei den Europäern ist das aber nicht der Fall. Die Philosophie der Hellenen wurde verfälscht, missbraucht und zum Zeichen der Dominanz Europas über die Welt verklärt. Das ist für mich als Griechen nicht akzeptabel und nicht hinnehmbar. Aus diesem Grund widerspreche ich dieser verharmlosenden Wahrnehmung humanistischer Ideen und ihrer Ursprünge.
Es ist auch ein Widerspruch, Verbrechen im Namen der Religion zu begehen und trotzdem geschieht es. Auch der Humanismus war und ist nicht gefeit davor. Die Humanozentrik als Kernelement spricht den Menschen von allen Lastern frei, normalisiert Unnormales(auch wider der Natur), spricht dem Menschen schöpferischer Kraft zu. Sie ist so Ursache für die Selbstüberschätzung des Menschen und seiner Eigenschaften und führt zu irrationalen Entscheidungen und Vorgängen die in der Geschichte oft genug in bestialischen Kriegen gemündet sind für die das einfache Volk herhalten musste und kein Kant oder Nietzsche. Auf irgendwelchen prunkvollen preußischen oder königsberger Landsitzen ist es natürlich einfach über Gott und die Welt zu reden.
Was das Thema Griechenland angeht, ist jedem bekannt, dass die derzeitigen Probleme auf die Umstände im Land selbst zurückzuführen sind. Was nicht klar ist und hier auch keine Beachtung findet ist die Tatsache, dass sich Europa und seit dem Zweiten Weltkrieg auch die USA massiv in griechische Angelegenheiten eingemischt haben. Ich beziehe mich jetzt auf die Zeit nach 1945, als Briten die Royalisten unterstützten in ihrem ungerechten und rechthaberischen Krieg gegen die griechischen Kommunisten. Die Diktatur in Griechenland wurde geplant und umgesetzt durch die CIA. Der Diktator Papadopoulos war von 1952-54 in den USA zur Ausbildung durch die CIA. Unter seiner Herrschaft hat Griechenland Zypern verloren und einen dauerhaften Brandherd zwischen Griechenland und der Türkei geschaffen, der jede positive nachbarschaftliche Entwicklung behindert, sozusagen die gesamte Region lahmlegt.
Der Beitritt zur EU - ohne Referendum und gegen den Widerstand der Bevölkerung. Die Politik ist seit 1975 dermaßen unterwandert von westlichen Interessensvertretern, dass es ein Witz ist von Demokratie zu sprechen. Seitdem wird eine antihellenische, kapitalismusfreundliche Gesetzgebung verfolgt mit dem Ziel, die internen Institutionen meines Landes auszuhebeln und zu ersetzten durch oberflächliche westliche Werte.
Um die Probleme zu beseitigen, bedarf es einer Reinigung des Staatsapparates von faulen Elementen und wir reden hier von zehntausenden. Die Politik der sogenannten Troika ist nicht einmal mehr Symptombekämpfung sondern wird gezielt so gestaltet wie sie jetzt ist weil das langfristige Ziel der Zersetzung der griechischen Gesellschaft verfolgt wird und das ist keine dämliche Verschwörungstheorie wie man anhand zahlreicher Beispiele aus der dritten Welt belegen kann, in der sich genau dasselbe abgespielt hat.