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Der serbische Aussenminister, Vuk Jeremic, löste gestern vor dem UN-Sicherheitsrat wieder eine Polemik aus, nachdem er behauptete, dass gemäss der UNHCR 200'000 serbische Flüchtlinge nicht mehr in den Kosovo zurückkehren. Zuvor hatte bereits der serbische Präsident, Boris Tadic, eine ähnliche Behauptung aufgestellt. Doch entsprechen diese Zahlen wirklich den Tatsachen?

Fakt ist, dass gemäss dem letzten Urteil des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag in Zusammenhang mit dem Kosovo, mindestens 700'000 Kosovo-Albaner während dem Krieg 1999/99 vom serbischen Militär und Paramilitär vertrieben wurden. Bei dieser Zahl handelt es sich jedoch um die Mindestanzahl, die tatsächliche Zahl der Vertriebenen dürfte noch weitaus höher liegen.

Mit dem Bombardement auf Serbien stoppte die Nato diesen Flüchtlingsstrom. Die Kosovo-Albaner, die in ihre Nachbarländer Albanien, Mazedonien und Montenegro vertrieben wurden, kehrten wieder in ihre zerstörten Häuser, die vom serbischen Militär niedergebrannt wurden, zurück. Daraufhin flüchteten viele Kosovo-Serben aus Angst vor Rache der Albaner. 10 Jahre nach dem Kosovo-Krieg ist die Zahl der Rückkehrer zwar gering, aber entspricht die Zahl der 200'000 serbischer Flüchtlinge, die bis Heute nicht mehr in den Kosovo zurückgekehrt sind, tatsächlich der Wahrheit?

Der kosovarische Aussenminister antwortete gestern jedenfalls vor dem UN-Sicherheitsrat: "Auf Basis der letzten Registrierung, welche von den serbischen Okkupatoren im Jahre 1991 durchgeführt wurden, betrug die maximale Zahl der Serben, die jemals im Kosovo gelebt haben, 195'000. Heute leben im Kosovo 135'000. Ich weiss nicht, woher Jeremic die Zahl 200'000 hernimmt."

Der kosovarische Aussenminister zeigte die Bereitschaft der Regierung des Kosovo, die Rückkehr aller Vertriebenen im Kosovo zu ermöglichen. Doch es sei nicht gut, mit den Zahlen zu spielen. Ausserdem behindere die serbische Regierung selbst die Rückkehr der Serben in den Kosovo.

Auch Menschenrechtsorganisationen scheinen sich zunehmend von der serbischen Propaganda mit den falschen Zahlen beeinflussen zu lassen. Völlig vergessen scheinen für viele die Kosovo-Albaner zu sein, die aus dem Norden des Kosovo vertrieben wurden. Dort wo die Serben die Mehrheit im Kosovo darstellen. Erst kürzlich versuchten einige hundert serbische Extremisten mit Gewalt die Albaner daran zu hindern, ihre zerstörten Häuser im Viertel Kroi i Vitakut wieder aufzubauen. Die Serben forderten, dass auch ihre "zerstörten" Häuser wieder aufgebaut werden. Die kolonialistische UNMIK gestatte den Serben anschliessend, ihre Häuser wieder "aufzubauen". Zu dumm nur, dass die UNMIK offensichtlich nicht wusste, dass die Serben im Viertel Kroi i Vitakut laut dem Bürgermeister von Mitrovica gar keine Häuser hatten, die im Krieg zerstört wurden. Auf jeden Fall wird dort jetzt fleissig an mehrstöckigen Wohnhäuser gebaut, welche direkt neben den zerstören Häusern der Albaner stehen werden.




200'000 serbische Flüchtlinge kehren nicht mehr in den Kosovo zurück?
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