Kloster Visoki Decani
26.04.09
Serben sind der Ansicht, dass zu den sieben Bauwundern in unserem Land auf jeden Fall das Kloster Visoki Decani zählt. Es befindet sich in Kosovo und Metohija, und ist seit fünf Jahren unter dem Schutz der UNESCO. Ein Beitrag von Jelena Gligoric.
Das Schicksal des Klosters Visoki Decani aus dem 14. Jahrhundert, eines der 15 meist gefährdeten Kulturdenkmäler der Welt, die zu besichtigen sind, wird von einem multiethnischen Konflikt überschattet, schreibt die Zeitschrift „Smithsonian“ in der März-Ausgabe. Die Autorin des Textes, Kathleen Burke, beschreibt die Ruhe und die wunderschöne Umgebung des Klosters und erinnert daran, dass es in 2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, wegen dem Aufeinandertreffen von romanischer Architektur und künstlerischer Formen der byzantinischen Welt. Es handelt sich um die größte und die am besten erhaltene mittelalterliche Kirche auf dem Balkan, die 1327 gebaut wurde, nach Wunsch des serbischen Königs Stefan Decanski. Dies ist eine monumentale dreischiffige Basilika mit einer Kuppel und einem fünfschiffigen Innenraum. Der Bauleiter war Meister Vito aus der adriatischen Stadt Kotor, was die romanischen Einflüsse erklärt. Die Portale und Fenster sind besonders reich geschmückt, und der Innenraum ist vollkommen im Geiste der Orthodoxie gestaltet. Die Autorin des Textes verbirgt nicht ihre Begeisterung mit den Fresken im Kloster, die gut erhalten sind und über die Entstehungszeit zeugen. Das Kloster Visoki Decani ist die größte Galerie der serbischen und byzantinischen Freskomalerei überhaupt. Die Fresken stellen die gesamte Bibelgeschichte dar, von der Weltentstehung bis zum Jüngsten Gericht, und sind vor allem durch die Verwendung von goldener Farbe für Aureole und Kleidungsteile beeindruckend malerisch.
Im Kloster Visoki Decani in Kosovo und Metohija ist eine Ikonostase aus dem 14. Jahrhundert bewahrt, und durch die Geschichte wurde der Kult von Stefan Decanski gepflegt, denn es besteht der Glaube an seine wundertätige Kraft. Die Schatzkammer des Klosters ist neben der in Hilandar die reichste Klosterschatzkammer des Landes. Im Magazin „Smithsonian“ betont die Journalistin Kathleen Burke, dass die Mönche des Klosters Visoki Decani, in Einklang mit der Tradition, jedem Zuflucht gewährt haben, unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit, und dass dieses Kulturerbe gefährdet war, gerade weil es Symbol des serbisch-orthodoxen Glaubens ist.
Im Pogrom der albanischen Aufständischen gegen die Serben am 17. März 2004 wurden 35 Kloster und Kirchen in Brand gesetzt und demoliert. Sieben Granaten wurden auf das Kloster Visoki Decani abgefeuert, aber sie haben es nicht getroffen. Nun ist die Situation stabil, und das Kloster, das von den italienischen Angehörigen der UN-Friedenstruppen beschützt wird, ist für Besucher geöffnet. Visoki Decani muss als Teil des Balkanerbes unberührt bleiben, denn es gehört uns allen, bewertet die Autorin im Magazin „Smithsonian“.
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