Gjidoda
Balkanspezialist
St. Galler Ehedrama: Jetzt spricht der Geliebte
«Sie war erstmals richtig verliebt»
Behare H. († 40) versuchte ihr Glück nach 15 Jahren Ehe zu packen, doch ihr gewalttätiger Mann liess es nicht zu.
Von Roland Gamp, Beat Michel und Michael Spillmann | Aktualisiert um 06:53 | 10.11.2011
Mehmet D.* (53) kann es nicht begreifen. Seine Geliebte Behare H.* lebt nicht mehr. «Wir waren seit zwei Jahren ein Paar. Sie sagte mir, sie sei zum ersten Mal in ihrem Leben verliebt», sagt der Türke.
Behare H. war endlich glücklich. Nach 15 Jahren Ehe mit dem Kosovaren Rrahman H.* (44), von dem sie sich im Sommer endgültig trennte.
Der rasend eifersüchtige IV-Rentner gönnte ihr das Glück nicht. Am Dienstag lauert er Behare in St. Gallen auf. Um 12.40 Uhr überfährt der IV-Rentner seine Ex mit seinem blauen Audi A4 (BLICK berichtete).
«Ich hörte einen Knall», sagt ein «Dock»-Mitarbeiter, der am Dienstagmittag wie Behare H. auf dem Weg zur Arbeit war. «Als ich mich umdrehte, sah ich, wie das Auto wendete und zurückfuhr. Dann sah ich, wie der Mann ausstieg. Er hatte eine Eisenstange in der Hand. Damit schlug er mehrmals auf die Frau am Boden ein. ‹Lebst du noch?!›, schrie er dabei. Und nochmal: ‹Lebst du noch?!› Es war furchtbar.»
Aus «ermittlungstaktischen Gründen» will Hans Peter Eugster, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, diese Aussage nicht kommentieren. Doch er bestätigt, dass es in der Ehe zwischen Rrahman H. und Behare Gewalt gab: «Wir hatten im Juni und im September an der alten Adresse des Opfers zwei Einsätze wegen häuslicher Gewalt.»
Im Sommer verlässt Behare H. ihren Ehemann. Sie zieht aus der Familienwohnung im Krontal-Quartier mit den beiden gemeinsamen Kindern, einem Sohn und einer Tochter (15 und 16), in eine Wohnung in St. Fiden.
«Gegen Ende August wurde im Rahmen des Eheschutzes die Trennung des Paares geregelt», sagt Kreisrichter Christoph Bossart. «Die beiden schlossen eine Vereinbarung über das Getrenntleben.»
Doch Rrahman H. verkraftet die Trennung nicht. «Er stellte Behare nach», sagt ihr Freund Mehmet. «Er sass vor ihrer neuen Wohnung im Auto und beobachtete sie, passte sie auf dem Arbeitsweg ab. Er machte Telefonterror, auch bei mir. Er wisse, dass ich ihr neuer Freund sei, sagte er mir. Er wolle seine Frau zurück.»
Auch am vergangenen Freitag kreuzte Rrahman H. in der Wohnung seiner Noch-Ehefrau auf. «Am Nachmittag und am Abend noch einmal», sagt Nachbarin Jasmina K.* (19). «Man hörte eine laute Männerstimme, Türknallen. Und gegen 22 Uhr kam dann die Polizei.»
Am Wochenende soll Rrahman H. seiner Frau mit dem Tod gedroht haben. «‹Ich gehe nie zurück zu ihm›, sagte Behare immer zu mir. ‹Niemals. Und wenn er mich dafür umbringt›», erzählt ihr Freund Mehmet D.
Die Arbeitskollegen von Behare H. legen gestern am Tatort in der Sittertalstrasse Blumen aufs Trottoir, zünden Kerzen für die Tote an. «Wir vermissen sie sehr», sagt Mustafa (34). Er arbeitete die letzten acht Monate mit der Kosovarin beim Arbeitsprojekt «Dock» zusammen. «Wir hatten es immer lustig. Ich kann noch gar nicht fassen, was passiert ist.»
Für morgen planen die Arbeitskollegen von Behare einen Trauermarsch zum Tatort. Dort wollen sie eine Andacht halten.
Habe zwar Beileid mit ihr, doch wie konnte sie nur mit einem Türken zusammen sein
«Sie war erstmals richtig verliebt»
Behare H. († 40) versuchte ihr Glück nach 15 Jahren Ehe zu packen, doch ihr gewalttätiger Mann liess es nicht zu.
Von Roland Gamp, Beat Michel und Michael Spillmann | Aktualisiert um 06:53 | 10.11.2011
- Er war ihr Freund: Mehmet D. (53). (zvg)
Mehmet D.* (53) kann es nicht begreifen. Seine Geliebte Behare H.* lebt nicht mehr. «Wir waren seit zwei Jahren ein Paar. Sie sagte mir, sie sei zum ersten Mal in ihrem Leben verliebt», sagt der Türke.
Behare H. war endlich glücklich. Nach 15 Jahren Ehe mit dem Kosovaren Rrahman H.* (44), von dem sie sich im Sommer endgültig trennte.
Der rasend eifersüchtige IV-Rentner gönnte ihr das Glück nicht. Am Dienstag lauert er Behare in St. Gallen auf. Um 12.40 Uhr überfährt der IV-Rentner seine Ex mit seinem blauen Audi A4 (BLICK berichtete).
«Ich hörte einen Knall», sagt ein «Dock»-Mitarbeiter, der am Dienstagmittag wie Behare H. auf dem Weg zur Arbeit war. «Als ich mich umdrehte, sah ich, wie das Auto wendete und zurückfuhr. Dann sah ich, wie der Mann ausstieg. Er hatte eine Eisenstange in der Hand. Damit schlug er mehrmals auf die Frau am Boden ein. ‹Lebst du noch?!›, schrie er dabei. Und nochmal: ‹Lebst du noch?!› Es war furchtbar.»
Aus «ermittlungstaktischen Gründen» will Hans Peter Eugster, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, diese Aussage nicht kommentieren. Doch er bestätigt, dass es in der Ehe zwischen Rrahman H. und Behare Gewalt gab: «Wir hatten im Juni und im September an der alten Adresse des Opfers zwei Einsätze wegen häuslicher Gewalt.»
Im Sommer verlässt Behare H. ihren Ehemann. Sie zieht aus der Familienwohnung im Krontal-Quartier mit den beiden gemeinsamen Kindern, einem Sohn und einer Tochter (15 und 16), in eine Wohnung in St. Fiden.
«Gegen Ende August wurde im Rahmen des Eheschutzes die Trennung des Paares geregelt», sagt Kreisrichter Christoph Bossart. «Die beiden schlossen eine Vereinbarung über das Getrenntleben.»
Doch Rrahman H. verkraftet die Trennung nicht. «Er stellte Behare nach», sagt ihr Freund Mehmet. «Er sass vor ihrer neuen Wohnung im Auto und beobachtete sie, passte sie auf dem Arbeitsweg ab. Er machte Telefonterror, auch bei mir. Er wisse, dass ich ihr neuer Freund sei, sagte er mir. Er wolle seine Frau zurück.»
Auch am vergangenen Freitag kreuzte Rrahman H. in der Wohnung seiner Noch-Ehefrau auf. «Am Nachmittag und am Abend noch einmal», sagt Nachbarin Jasmina K.* (19). «Man hörte eine laute Männerstimme, Türknallen. Und gegen 22 Uhr kam dann die Polizei.»
Am Wochenende soll Rrahman H. seiner Frau mit dem Tod gedroht haben. «‹Ich gehe nie zurück zu ihm›, sagte Behare immer zu mir. ‹Niemals. Und wenn er mich dafür umbringt›», erzählt ihr Freund Mehmet D.
Die Arbeitskollegen von Behare H. legen gestern am Tatort in der Sittertalstrasse Blumen aufs Trottoir, zünden Kerzen für die Tote an. «Wir vermissen sie sehr», sagt Mustafa (34). Er arbeitete die letzten acht Monate mit der Kosovarin beim Arbeitsprojekt «Dock» zusammen. «Wir hatten es immer lustig. Ich kann noch gar nicht fassen, was passiert ist.»
Für morgen planen die Arbeitskollegen von Behare einen Trauermarsch zum Tatort. Dort wollen sie eine Andacht halten.
Habe zwar Beileid mit ihr, doch wie konnte sie nur mit einem Türken zusammen sein
