Barney Ross
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Um die Evakuierung ihrer in Libyen befindlichen Bürger zu ermöglichen, wollen Italien und die Türkei Truppen bzw. Spezialkräfte zum Einsatz bringen. Unterdessen bereiten sich die Soldaten auf ihren Einsatz vor.
Angesichts der chaotischen Zustände in Libyen versuchen Staaten aus aller Welt mit Hochdruck, ihre Bürger in Sicherheit zu bringen. Die italienische Armee soll im Südosten des Landes eingeschlossene Staatsbürger in einem "militärischen Einsatz" abholen, sagte Verteidigungsminister Ignazio La Russa am Freitag. Notfalls will auch die türkische Regierung ihre Staatsbürger mit gezielten Militäreinsätzen aus dem Land herausholen. Südkorea charterte drei Flugzeuge, um seine Bürger vorerst nach Kairo zu bringen und auch die indische Regierung wird ab Samstag tausende Landsleute mit Sondermaschinen ausfliegen. Drei Kriegsschiffe der Deutschen Marine sind unterdessen in Malta eingetroffen.
Der militärische Einsatz Italiens könne beginnen, sobald das Außenministerium in Rom seine Zustimmung gegeben habe, so La Russa. Italienischen Medienberichten zufolge sollen sich noch etwa 400 Landsleute in Libyen befinden. Am Donnerstag hatte die Regierung in Rom zwei Schiffe und zwei Militärflugzeuge entsandt, um italienische Staatsbürger abzuholen.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan habe den Generalstab in einer schriftlichen Direktive angewiesen, Spezialeinheiten auf den Einsatz vorzubereiten, berichtete die türkische Tageszeitung "Bugün" am Freitag. Spezialeinheiten sollen dann mit Booten und aus Hubschraubern nach Libyen eindringen. Solche Einsätze blieben aber das letzte Mittel. Die Türkei wolle weiter auf Diplomatie setzen, hieß es. Von zunächst rund 25.000 Türken in Libyen hat Ankara bisher etwa 7.500 aus dem Land herausgeholt.
Etwa 1.400 Südkorea befanden sich bei dem Ausbruch der Unruhen in Libyen. Nach Berichten südkoreanischer Medien sind 47 Unternehmen aus Südkorea, darunter 24 Baufirmen, in Libyen tätig. Ein Flugzeug der Korean Air soll noch im Verlauf des Tags rund 300 Passagiere in Tripolis aufnehmen, eine weitere Maschine in den Norden des Landes fliegen.
Indien fliegt Bürger aus
Die indische Regierung wird ab Samstag ihre Staatsbürger Libyen ausfliegen. Außenminister S.M. Krishna sagte am Freitag in Neu Delhi, die libyschen Behörden hätten der staatlichen Fluglinie Air India die Landeerlaubnis für den Flughafen der Hauptstadt Tripolis erteilt. Bis zum 7. März soll es täglich mindestens zwei Flüge geben. Zudem werde der Einsatz von drei Schiffen der indischen Marine geprüft, um weitere Menschen auf dem Seeweg in Sicherheit zu bringen. Bereits am Wochenende soll ein indisches Passagierschiff in der Hafenstadt Benghazi (Bengasi) anlegen, um etwa 1.200 Inder an Bord zu nehmen. Nach offizielle Angaben halten sich insgesamt mehr als 18.000 indische Staatsbürger in Libyen auf.
Im Rahmen der deutschen Bemühungen zur Rettung von Deutschen und anderen EU-Bürgern aus Libyen sind indes drei Kriegsschiffe der Deutschen Marine in Malta eingetroffen. Das große Versorgungsschiff "Berlin" sowie die Fregatte "Rheinland-Pfalz" liefen am Freitag den Hafen von Valetta an. Von dort sollen sie nach Angaben aus Militärkreisen möglicherweise noch am Abend zusammen mit der ebenfalls zu dem Verband gehörenden Fregatte "Brandenburg" in ihr Einsatzgebiet Große Syrte auslaufen.
Auch die chinesische Regierung beorderte am Freitag die Fregatte "Xuzhou" in das Mittelmeer, um beim Abtransport tausender Chinesen aus Libyen zu helfen. Das Kriegsschiff, bisher im Anti-Piraten-Einsatz im Golf von Aden, soll die von der chinesischen Regierung gecharterten Schiffe absichern, die gegenwärtig zum Abtransport von Chinesen aus den libyschen Krisenzonen zwischen Griechenland und Nordafrika pendeln. Nach offiziellen Angaben aus Peking befanden sich am Freitag noch rund 21. 000 Chinesen in Libyen.
quelle: Libyen: Italien und Türkei setzen auf eigene Truppen > Kleine Zeitung
Angesichts der chaotischen Zustände in Libyen versuchen Staaten aus aller Welt mit Hochdruck, ihre Bürger in Sicherheit zu bringen. Die italienische Armee soll im Südosten des Landes eingeschlossene Staatsbürger in einem "militärischen Einsatz" abholen, sagte Verteidigungsminister Ignazio La Russa am Freitag. Notfalls will auch die türkische Regierung ihre Staatsbürger mit gezielten Militäreinsätzen aus dem Land herausholen. Südkorea charterte drei Flugzeuge, um seine Bürger vorerst nach Kairo zu bringen und auch die indische Regierung wird ab Samstag tausende Landsleute mit Sondermaschinen ausfliegen. Drei Kriegsschiffe der Deutschen Marine sind unterdessen in Malta eingetroffen.
Der militärische Einsatz Italiens könne beginnen, sobald das Außenministerium in Rom seine Zustimmung gegeben habe, so La Russa. Italienischen Medienberichten zufolge sollen sich noch etwa 400 Landsleute in Libyen befinden. Am Donnerstag hatte die Regierung in Rom zwei Schiffe und zwei Militärflugzeuge entsandt, um italienische Staatsbürger abzuholen.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan habe den Generalstab in einer schriftlichen Direktive angewiesen, Spezialeinheiten auf den Einsatz vorzubereiten, berichtete die türkische Tageszeitung "Bugün" am Freitag. Spezialeinheiten sollen dann mit Booten und aus Hubschraubern nach Libyen eindringen. Solche Einsätze blieben aber das letzte Mittel. Die Türkei wolle weiter auf Diplomatie setzen, hieß es. Von zunächst rund 25.000 Türken in Libyen hat Ankara bisher etwa 7.500 aus dem Land herausgeholt.
Etwa 1.400 Südkorea befanden sich bei dem Ausbruch der Unruhen in Libyen. Nach Berichten südkoreanischer Medien sind 47 Unternehmen aus Südkorea, darunter 24 Baufirmen, in Libyen tätig. Ein Flugzeug der Korean Air soll noch im Verlauf des Tags rund 300 Passagiere in Tripolis aufnehmen, eine weitere Maschine in den Norden des Landes fliegen.
Indien fliegt Bürger aus
Die indische Regierung wird ab Samstag ihre Staatsbürger Libyen ausfliegen. Außenminister S.M. Krishna sagte am Freitag in Neu Delhi, die libyschen Behörden hätten der staatlichen Fluglinie Air India die Landeerlaubnis für den Flughafen der Hauptstadt Tripolis erteilt. Bis zum 7. März soll es täglich mindestens zwei Flüge geben. Zudem werde der Einsatz von drei Schiffen der indischen Marine geprüft, um weitere Menschen auf dem Seeweg in Sicherheit zu bringen. Bereits am Wochenende soll ein indisches Passagierschiff in der Hafenstadt Benghazi (Bengasi) anlegen, um etwa 1.200 Inder an Bord zu nehmen. Nach offizielle Angaben halten sich insgesamt mehr als 18.000 indische Staatsbürger in Libyen auf.
Im Rahmen der deutschen Bemühungen zur Rettung von Deutschen und anderen EU-Bürgern aus Libyen sind indes drei Kriegsschiffe der Deutschen Marine in Malta eingetroffen. Das große Versorgungsschiff "Berlin" sowie die Fregatte "Rheinland-Pfalz" liefen am Freitag den Hafen von Valetta an. Von dort sollen sie nach Angaben aus Militärkreisen möglicherweise noch am Abend zusammen mit der ebenfalls zu dem Verband gehörenden Fregatte "Brandenburg" in ihr Einsatzgebiet Große Syrte auslaufen.
Auch die chinesische Regierung beorderte am Freitag die Fregatte "Xuzhou" in das Mittelmeer, um beim Abtransport tausender Chinesen aus Libyen zu helfen. Das Kriegsschiff, bisher im Anti-Piraten-Einsatz im Golf von Aden, soll die von der chinesischen Regierung gecharterten Schiffe absichern, die gegenwärtig zum Abtransport von Chinesen aus den libyschen Krisenzonen zwischen Griechenland und Nordafrika pendeln. Nach offiziellen Angaben aus Peking befanden sich am Freitag noch rund 21. 000 Chinesen in Libyen.
quelle: Libyen: Italien und Türkei setzen auf eigene Truppen > Kleine Zeitung