Arbeitsscheu und kriminell – mit solchen Vorurteilen waren Sinti in der DDR konfrontiert, wegen ihrer Herkunft wurden sie vom Staat drangsaliert. Viele Details aus ihrem Alltag werden erst jetzt öffentlich.
Für Janko Lauenberger war die Schulzeit in der
DDR eine schlimme Erfahrung. »Jude, Zigeuner, Kubaner, Araber, Türke, Kanake« – so beschimpften ihn seine Klassenkameraden im Ostberliner Bezirk Lichtenberg. Der schwarzhaarige Junge mit dem dunklen Teint wurde zum Außenseiter, weil seine Eltern Sinti waren.
In der DDR lebten nur etwa 300 Angehörige dieses Volkes. Mit den Roma, die sich über Osteuropa verteilt hatten, wollten sie nicht in einen Topf geworfen werden.