Machiavelli
Gesperrt
Moin zusammen,
vor dem IGH (Internationaler Gerichtshof) verwendete Serbien in seinem Prozess gegen BiH Zahlematerial einer bosnischen Organisation zur exakten Opferermittlung, dem IDC. Vornehmlich ging es in der serbischen Beweisführung darum, die bosnische Seite der übertriebenen Darstellung von Toten zu bezichtigen.Von der serbischen Presse wurde der Leiter dieses Institutes, Mirsad Tokaca, bejubelt, weil er die Opferzahlen "vorteilhaft" nach unten korrigierte.
Tatsächlich sind die von der bosnischen Seite noch während des Krieges ermittelten Zahlen (200.000 Tote) nicht korrekt, inzwischen stellen die vom IDC ermittelten Zahlen die Grundlage für die Bewertung von Opferzahlen dar. Derzeit knapp 97.000 Tote.
Da die Zahlen für die Serbische Seite ja "gut" aussehen, ist ein Detailblick vlt. gar nicht mal so unangebracht. Schauen wir uns hierzu mal das Fazit (Alle Toten) an, was die serbische Seite vor dem IGH aufführte um die Zahl 200.000 zu entkräften:
Verteilung aller Toten & Vermissten während des Kriegsverlaufs (Soldaten + Zivilisten):
Wie schnell zu erkennen ist, fallen die meisten Toten in das erste Kriegsjahr. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierten die Serben knapp 65% der BH-Territoriums. In den von Serben kontrollierten Gegenden wurden die Moslems entwaffnet, die Situation dort galt als befriedet. Kämpfe gab es lediglich an den Frontlinien. Zwischen Kroaten und Moslems war der Konflikt noch nicht ausgebrochen.
Das erste Kriegsjahr im Detail:
Opfer nach nationalem Schlüssel im Kriegsverlauf (Gesamt, Zivilisten + Soldaten):
Wir stellen also bis hierhin fest: Die Bosniaken hatten im ersten Kriegsjahr die höchsten Opferzahlen zu beklagen. Schauen wir uns nun dieses erste Kriegsjahr mal an und betrachten die Verteilung nach Zivilisten / Soldaten:
Jahr 1992 - Verteilung nach Opfern (Zivilisten / Soldaten) auf die Kriegsmonate
Fassen wir an dieser Stelle zusammen: Die Serben kontrollierten 65% des bosnischen Territoriums. In den ersten Kriegsmonaten bis Juli 1992 waren die meisten Opfer Zivilisten. Weithin gilt auch die Vertreibungswelle von Nichtserben auf dem Gebiet der RS im gleichen Zeitraum als abgeschlossen. Erst 1995 steigen die Zahlen wieder an: Srebrenica
Schaut man sich den gesamten Kriegsverlauf an und berücksichtigt dabei ausschliesslich die zivilen Opfer, ergibt sich folgendes Bild:
Zivile Opfer im Kriegsverlauf 1992-1995 nach nationalem Schlüssel
Zivile Opfer, nationaler Schlüssel, Getötete & Vermisste detailliert:
Zusammenfassend -Kompletter Kriegsverlauf, Verteilung der zivilen Opfer:
Fazit:: Mehr als 54% der insgesamt getöteten bosniakischen Zivilisten fällt in den Zeitraum 1992, mit Schwerpunkt April - Juli 1992. Die Serben hielten zu diesem Zeitpunkt 65% des bosnischen Territoriums besetzt, die Situation galt als befriedet, bosnische Polizikräfte waren schon im Vorfeld entwaffnet oder Männer wurden -wie in Prijedor- interniert. Die hohe Opferzahl bei den Zivilisten begründet sich durch die umfassenden und planvollen serbischen Vertreibungen durch vorsätzlichen Terror gegen die Zivilbevölkerung (siehe Biljana Plavsic, ICTY) und ebbten erst dann ab, als weite Teile des Gebietes der Republika Srpska ethnisch rein waren.
Das Mittel der ethnischen Vertreibung wurde auch bei Bosniaken und Kroaten angewandt, diese bleiben aber -schaut man sich die Opferstatistiken an- weit hinter der serbischen Vertreibungsmaschinerie zurück. Somit erfolgten diese Verbrechen reaktiv, also quasi als Antwort auf die im Vorfeld massiv von Serben organisierte Vertreibung.
Diese Übersichten dienen nicht dazu Opfer irgendeiner Seite zu favorisieren oder zu marginalisieren. Die Statistiken stellen lediglich dar, dass der serbische Feldzug in Bosnien das Ziel einer ethnisch reinen Republik hatte. Oder anders gesagt: Der durchaus berechtigte Wunsch der bosnischen Serben in Jugoslawien oder zusammen mit Serbien zu leben, führte zur Schaffung ethnisch reiner Gebiete durch Massenmord, Vergewaltigung und Vertreibung wie man es auf europäischen Boden seit 1945 nicht mehr kannte.
Somit kann man die Republika Srpska mit Fug & Recht als auch als Genozidgebilde bezeichnen. Es ist fraglich ob die serbische Seite beim Prozess vor dem Internationalen Gerichtshof die Zahlen in Gänze betrachtet hat. Jedenfalls schien die Quelle für die serbischen Verteidiger vor dem IGH glaubhaft, also können wir sie hier durchaus verwenden.
vor dem IGH (Internationaler Gerichtshof) verwendete Serbien in seinem Prozess gegen BiH Zahlematerial einer bosnischen Organisation zur exakten Opferermittlung, dem IDC. Vornehmlich ging es in der serbischen Beweisführung darum, die bosnische Seite der übertriebenen Darstellung von Toten zu bezichtigen.Von der serbischen Presse wurde der Leiter dieses Institutes, Mirsad Tokaca, bejubelt, weil er die Opferzahlen "vorteilhaft" nach unten korrigierte.
Tatsächlich sind die von der bosnischen Seite noch während des Krieges ermittelten Zahlen (200.000 Tote) nicht korrekt, inzwischen stellen die vom IDC ermittelten Zahlen die Grundlage für die Bewertung von Opferzahlen dar. Derzeit knapp 97.000 Tote.
Da die Zahlen für die Serbische Seite ja "gut" aussehen, ist ein Detailblick vlt. gar nicht mal so unangebracht. Schauen wir uns hierzu mal das Fazit (Alle Toten) an, was die serbische Seite vor dem IGH aufführte um die Zahl 200.000 zu entkräften:
Verteilung aller Toten & Vermissten während des Kriegsverlaufs (Soldaten + Zivilisten):
Wie schnell zu erkennen ist, fallen die meisten Toten in das erste Kriegsjahr. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierten die Serben knapp 65% der BH-Territoriums. In den von Serben kontrollierten Gegenden wurden die Moslems entwaffnet, die Situation dort galt als befriedet. Kämpfe gab es lediglich an den Frontlinien. Zwischen Kroaten und Moslems war der Konflikt noch nicht ausgebrochen.
Das erste Kriegsjahr im Detail:
Opfer nach nationalem Schlüssel im Kriegsverlauf (Gesamt, Zivilisten + Soldaten):
Wir stellen also bis hierhin fest: Die Bosniaken hatten im ersten Kriegsjahr die höchsten Opferzahlen zu beklagen. Schauen wir uns nun dieses erste Kriegsjahr mal an und betrachten die Verteilung nach Zivilisten / Soldaten:
Jahr 1992 - Verteilung nach Opfern (Zivilisten / Soldaten) auf die Kriegsmonate
Fassen wir an dieser Stelle zusammen: Die Serben kontrollierten 65% des bosnischen Territoriums. In den ersten Kriegsmonaten bis Juli 1992 waren die meisten Opfer Zivilisten. Weithin gilt auch die Vertreibungswelle von Nichtserben auf dem Gebiet der RS im gleichen Zeitraum als abgeschlossen. Erst 1995 steigen die Zahlen wieder an: Srebrenica
Schaut man sich den gesamten Kriegsverlauf an und berücksichtigt dabei ausschliesslich die zivilen Opfer, ergibt sich folgendes Bild:
Zivile Opfer im Kriegsverlauf 1992-1995 nach nationalem Schlüssel
Zivile Opfer, nationaler Schlüssel, Getötete & Vermisste detailliert:
Zusammenfassend -Kompletter Kriegsverlauf, Verteilung der zivilen Opfer:
Fazit:: Mehr als 54% der insgesamt getöteten bosniakischen Zivilisten fällt in den Zeitraum 1992, mit Schwerpunkt April - Juli 1992. Die Serben hielten zu diesem Zeitpunkt 65% des bosnischen Territoriums besetzt, die Situation galt als befriedet, bosnische Polizikräfte waren schon im Vorfeld entwaffnet oder Männer wurden -wie in Prijedor- interniert. Die hohe Opferzahl bei den Zivilisten begründet sich durch die umfassenden und planvollen serbischen Vertreibungen durch vorsätzlichen Terror gegen die Zivilbevölkerung (siehe Biljana Plavsic, ICTY) und ebbten erst dann ab, als weite Teile des Gebietes der Republika Srpska ethnisch rein waren.
Das Mittel der ethnischen Vertreibung wurde auch bei Bosniaken und Kroaten angewandt, diese bleiben aber -schaut man sich die Opferstatistiken an- weit hinter der serbischen Vertreibungsmaschinerie zurück. Somit erfolgten diese Verbrechen reaktiv, also quasi als Antwort auf die im Vorfeld massiv von Serben organisierte Vertreibung.
Diese Übersichten dienen nicht dazu Opfer irgendeiner Seite zu favorisieren oder zu marginalisieren. Die Statistiken stellen lediglich dar, dass der serbische Feldzug in Bosnien das Ziel einer ethnisch reinen Republik hatte. Oder anders gesagt: Der durchaus berechtigte Wunsch der bosnischen Serben in Jugoslawien oder zusammen mit Serbien zu leben, führte zur Schaffung ethnisch reiner Gebiete durch Massenmord, Vergewaltigung und Vertreibung wie man es auf europäischen Boden seit 1945 nicht mehr kannte.
Somit kann man die Republika Srpska mit Fug & Recht als auch als Genozidgebilde bezeichnen. Es ist fraglich ob die serbische Seite beim Prozess vor dem Internationalen Gerichtshof die Zahlen in Gänze betrachtet hat. Jedenfalls schien die Quelle für die serbischen Verteidiger vor dem IGH glaubhaft, also können wir sie hier durchaus verwenden.