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Pakistaner schnitt seiner Frau Lippen und Nase ab
Die 17-Jährige verbrachte angeblich zu viel Zeit bei ihren Eltern. In Pakistan sind heuer bereits 675 Frauen Opfer von Ehrenmorden geworden.
In Pakistan ist erneut eine Frau brutal misshandelt worden: Ein 22-jähriger Mann schnitt seiner Frau Lippen und Nase ab, teilten die Behörden mit. Ghulam Qadir sei offenbar der Ansicht gewesen, die 17-Jährige verbringe zu viel Zeit bei ihren Eltern. In den ersten neun Monaten des Jahres sind 675 Frauen und Mädchen im Namen der Ehre getötet worden.
"Er ohrfeigte mich mehrfach, ging weg und kam mit einem Rasierer wieder", sagte Salma Bibi im Krankenhaus. "Ich habe panisch geschrien. Er fesselte mir Hände und Füße mit einem Seil und schnitt mir meine Nase und die Lippen ab", fügte sie an. Nach seiner Tat am Samstag ist der Mann den Behördenangaben zufolge geflohen.
Die junge Frau beklagte, die örtliche Polizei habe abgelehnt, ihren Fall aufzunehmen als ihre Familie ihn gemeldet habe. Wenn sie aber keine Gerechtigkeit erfahre, "verbrenne ich mich vor dem Obersten Gericht". Sie könne nicht still sitzen, bis ihr Ehemann für seine Tat bestraft werde. Nach Behördenangaben wird nach dem Mann gefahndet. Auch Pakistans Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani forderte die Ermittler zu verstärkten Bemühungen auf.
Ehrenmorde wegen "verbotener Beziehung"
NGOs und Menschenrechtler kritisieren regelmäßig, dass in Pakistan viele Fälle von Gewalt gegen Frauen nicht oder nur unzureichend geahndet werden. In den ersten neun Monaten sind bereits 675 Frauen Ehrenmorden zum Opfer gefallen. Im Vorjahr waren es 791, berichtet ein ranghoher Beamter der Menschenrechtskommission.
Mehr als der Hälfte der Opfer wurde vorgeworfen, eine "verbotene Beziehung" geführt zu haben. 129 wurden getötet, weil sie ohne Erlaubnis heirateten. Einige Frauen seien vor ihrem Tod zudem Opfer von Vergewaltigungen oder Massenvergewaltigungen geworden. In einigen Fällen wurden die Frauen von ihren Söhnen oder Vätern getötet, vielfach auch von den Ehemännern. Mehr als 70 Opfer waren noch minderjährig.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) bezeichnet eheliche Gewalt als "ernstes und in Pakistan vorherrschendes Problem". Die Organisation rief das pakistanische Parlament auf, die Rechte von Frauen besser zu schützen. Eine Gesetzesinitiative dazu war 2009 am Widerstand religiöser Parteien im Senat gescheitert.
Die 17-Jährige verbrachte angeblich zu viel Zeit bei ihren Eltern. In Pakistan sind heuer bereits 675 Frauen Opfer von Ehrenmorden geworden.
In Pakistan ist erneut eine Frau brutal misshandelt worden: Ein 22-jähriger Mann schnitt seiner Frau Lippen und Nase ab, teilten die Behörden mit. Ghulam Qadir sei offenbar der Ansicht gewesen, die 17-Jährige verbringe zu viel Zeit bei ihren Eltern. In den ersten neun Monaten des Jahres sind 675 Frauen und Mädchen im Namen der Ehre getötet worden.
"Er ohrfeigte mich mehrfach, ging weg und kam mit einem Rasierer wieder", sagte Salma Bibi im Krankenhaus. "Ich habe panisch geschrien. Er fesselte mir Hände und Füße mit einem Seil und schnitt mir meine Nase und die Lippen ab", fügte sie an. Nach seiner Tat am Samstag ist der Mann den Behördenangaben zufolge geflohen.
Die junge Frau beklagte, die örtliche Polizei habe abgelehnt, ihren Fall aufzunehmen als ihre Familie ihn gemeldet habe. Wenn sie aber keine Gerechtigkeit erfahre, "verbrenne ich mich vor dem Obersten Gericht". Sie könne nicht still sitzen, bis ihr Ehemann für seine Tat bestraft werde. Nach Behördenangaben wird nach dem Mann gefahndet. Auch Pakistans Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani forderte die Ermittler zu verstärkten Bemühungen auf.
Ehrenmorde wegen "verbotener Beziehung"
NGOs und Menschenrechtler kritisieren regelmäßig, dass in Pakistan viele Fälle von Gewalt gegen Frauen nicht oder nur unzureichend geahndet werden. In den ersten neun Monaten sind bereits 675 Frauen Ehrenmorden zum Opfer gefallen. Im Vorjahr waren es 791, berichtet ein ranghoher Beamter der Menschenrechtskommission.
Mehr als der Hälfte der Opfer wurde vorgeworfen, eine "verbotene Beziehung" geführt zu haben. 129 wurden getötet, weil sie ohne Erlaubnis heirateten. Einige Frauen seien vor ihrem Tod zudem Opfer von Vergewaltigungen oder Massenvergewaltigungen geworden. In einigen Fällen wurden die Frauen von ihren Söhnen oder Vätern getötet, vielfach auch von den Ehemännern. Mehr als 70 Opfer waren noch minderjährig.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) bezeichnet eheliche Gewalt als "ernstes und in Pakistan vorherrschendes Problem". Die Organisation rief das pakistanische Parlament auf, die Rechte von Frauen besser zu schützen. Eine Gesetzesinitiative dazu war 2009 am Widerstand religiöser Parteien im Senat gescheitert.
