oe1.ORF.at Politik
Gaddafi hat das Militär nicht hinter sich
Auf die Armee hat sich der Diktator nämlich nie gestützt. Er hat sie mit rund 40.000 Mann verhältnismäßig klein gehalten, und auch modernere Ausrüstung hat die Armee nie bekommen. Die Kämpfer, die in den letzten Tagen auf die Demonstranten geschossen haben, stammen nicht aus Libyen,
sondern aus Ländern wie dem Tschad oder Niger, sagt Nouri al Masmari, der frühere Protokollchef Gaddafis, der sich nun nach Paris abgesetzt hat: "Er setzt Söldner ein. Und das nur aus einem Grund: Er kann nämlich die Armee nicht verwenden, weil das sind nämlich Libyer, treue und ehrlich Menschen, die nicht ihre Cousins und Onkel, ihre Freunde töten. Gadffi vertraut der Armee nicht."
Söldner und Spezialeinheiten
Der Einsatz von Söldnertruppen zur Niederschlagung von Aufständen hat in Libyen seit den 80er Jahren Tradition. In den letzten Tagen wurden aber noch zusätzliche Einheiten ins Land geholt. Wieviele Söldner es nun tatsächlich gibt, darüber kann man allerdings nur spekulieren.
Vielleicht 3.000 oder 4.000 Mann, lauten die letzten Schätzungen. Daneben gibt es aber auch eine ganze Menge von libyschen Elitetruppen, die nicht zur regulären Armee gehören - so etwa die von Gaddafi-Sohn Khamis geleitete 32. Brigade, die über die neueste Ausrüstung verfügt und von der britischen Spezialeinheit SAS ausgebildet wurde.
Daneben existieren auch noch Volksmilizen, Spezialbrigaden unter Kontrolle der Revolutionskommitees, sogenannte Sicherheitsbataillone und Säuberungskomitees. Zahlenmäßig sind all diese Einheiten weit stärker als die reguläre Armee. Sie werden oft von Vertrauensleuten Gaddafis kommandiert und sie stehen alle - bis jetzt zumindest - loyal zu Gaddafi.
Das sind alle schaetzungen,viele sagen das Ghadafi jeden tag mehr Soeldner ins Land bringt
Er haelt sich sowas wie die SS