Seit mehreren Monaten wird der Südosten der Türkei durch Meldungen über Anschläge gegen Schulen und Schuleinrichtungen in Atem gehalten. Mutmaßliche PKK-Sympathisanten bewerfen Schulgebäude mit Molotowcocktails, zerstören bei Nacht und Nebelaktionen Mobiliar, greifen in Pausenhöfen in den regulären Schulbetrieb ein und verbreiten Angst und Schrecken unter den Schülern.
Innerhalb der letzten 6 Monate wurden bei diversen Anschlägen, die der Terrororganisation PKK zugeschrieben werden, ein Dutzend Schüler im Alter zwischen 7 bis 18, und vier Lehrkräfte verletzt. Seit den anhaltenden Übergriffen hat sich auch die Zahl der Entführungen von Lehrkräften verdoppelt. Erst vor einem Monat musste die Provinzverwaltung in Mardin zugeben, dass die Schulen im Kreis Nusaybin ihren Schulbetrieb eingestellt haben, weil die Lehrkräfte durch die Terrororganisation PKK eingeschüchtert wurden und nicht gewillt sind, den Lehrbetrieb unter diesen umständen aufrecht zu erhalten.
Mehr als 600 Schüler können seit mehr als 2 Monaten nicht in die Schule, berichtete das Ministerium anschließend auf Anfrage der Medien.
Die Tageszeitung Habertürk berichtete in diesem Zusammenhang, PKK-Terroristen hätten im Dorf Akarsu einen Schulrektor sowie einen Lehrer entführt. Bei ihrer Freilassung hätten die Entführer angedroht, sie hinzurichten, wenn sie weiterhin in diesem Dorf den Schulbetrieb aufnehmen. Erst Mitte Oktober hatte die PKK in der Provinz Igdir 6 Lehrer entführt, die aber nach heftigem Protest der Eltern und Schüler und einer waghalsigen Verfolgungsjagd, freigelassen wurden.
Türkischen Medien zufolge, wurde heute erneut eine Schule in der Kreisstadt Cizre Ziel eines Anschlags. Mutmaßliche PKK-Sympathisanten sollen im Flur der Schule einen selbstgebastelten Böller platziert haben, der bei der Detonation mehrere Schüler verletzte. 3 Schüler mussten in das staatliche Krankenhaus eingeliefert werden, unzählige Schüler gerieten in Panik, heißt es weiter.
Türkei - Anschlag auf Schule in Cizre | Turkishpress