Albanesi
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http://www.kosova-aktuell.de/aktuell/aktuell_frei/ko_kurznachrichten5.htm
Plan der Bertelsmannstiftung
In Zagreb fand über das vergangene Wochenende eine Konferenz über die weitere Entwicklung am Balkan statt. Die Initiative dazu ergriff die Bertelsmannstiftung, diese ist mit die wichtigste deutsche bürgerliche Denkfabrik. Die Stiftung ist wesentlich an der Gestaltung der bundesdeutschen Außenpolitik beteiligt. Zu Kosova legte die Bertelsmannstiftung einen konkreten Plan vor. Das Dokument fordert „schnelle Initiativen der EU zur Lösung der Kosovo-Frage“. Offensichtlich ist der deutschen Diplomatie der Schreck in die Glieder gefahren, über die neue Agenda der US-Außenpolitik, die zügig „auf die Unabhängigkeit Kosovas“ setzt. Letzte Woche war der ehemalige US-Senator Bob Dole in Kosova, er versprach: „ Sich bei Präsident Bush nachdrücklich für die Unabhängigkeit Kosovos einzusetzen.“ Gegenwärtig weilt das aktuelle US Regierungsmitglied Nick Burns in Kosova, um über den „Fahrplan“ zu sprechen. Kosovarische Politiker sprechen bereits von der „Unabhängigkeit im Frühjahr 2006“.
Diese Aussagen beinhalten viel Zweckoptimismus, denn die Frage des Statuses von Kosova wird auf dem internationalem Parkett entschieden. Dabei finden sich im wesentlichen drei Haltungen. Serbiens Position besagt zu Kosova „ keine Veränderung der Grenzen“ und „ mehr als Autonomie, weniger als Unabhängigkeit“.
Ähnlich formuliert die russische, französische und griechische Diplomatie ihre Positionen. Die USA hingegen setzen auf eine möglichst schnelle Unabhängigkeit und auf eine baldige Integration eines selbständigen Kosova in die EU. Der Hintergrund dafür ist, über eine weitgehende Unterstützung der kosovarischen Seite einen neuen zuverlässigen Partner in der EU zu haben. Denn ein schnell in die EU befördertes Kosova wird sich den USA verpflichtet fühlen. An der Bastelei, die Achse Paris, Berlin, Moskau zu zementieren, wird sich die albanische Politik nicht beteiligen. Zudem sind die USA an einem problembeladenen Europa interessiert. Die hämischen Kommentare in der US- Presse zur Ablehnung der EU- Verfassung in Frankreich und in den Niederlanden belegen dies ausgezeichnet. Kosova und der Balkan sind wichtige Regionen im Gerangel zwischen der Supermacht USA und der „Möchtegernsupermacht“ EU. In dieser Lage ist die deutsche Außenpolitik gezwungen, wie in dem Papier der Bertelsmannstiftung geschehen, die Initiative als „ehrlicher Makler“ zurückzugewinnen.
Plan der Bertelsmannstiftung
In Zagreb fand über das vergangene Wochenende eine Konferenz über die weitere Entwicklung am Balkan statt. Die Initiative dazu ergriff die Bertelsmannstiftung, diese ist mit die wichtigste deutsche bürgerliche Denkfabrik. Die Stiftung ist wesentlich an der Gestaltung der bundesdeutschen Außenpolitik beteiligt. Zu Kosova legte die Bertelsmannstiftung einen konkreten Plan vor. Das Dokument fordert „schnelle Initiativen der EU zur Lösung der Kosovo-Frage“. Offensichtlich ist der deutschen Diplomatie der Schreck in die Glieder gefahren, über die neue Agenda der US-Außenpolitik, die zügig „auf die Unabhängigkeit Kosovas“ setzt. Letzte Woche war der ehemalige US-Senator Bob Dole in Kosova, er versprach: „ Sich bei Präsident Bush nachdrücklich für die Unabhängigkeit Kosovos einzusetzen.“ Gegenwärtig weilt das aktuelle US Regierungsmitglied Nick Burns in Kosova, um über den „Fahrplan“ zu sprechen. Kosovarische Politiker sprechen bereits von der „Unabhängigkeit im Frühjahr 2006“.
Diese Aussagen beinhalten viel Zweckoptimismus, denn die Frage des Statuses von Kosova wird auf dem internationalem Parkett entschieden. Dabei finden sich im wesentlichen drei Haltungen. Serbiens Position besagt zu Kosova „ keine Veränderung der Grenzen“ und „ mehr als Autonomie, weniger als Unabhängigkeit“.
Ähnlich formuliert die russische, französische und griechische Diplomatie ihre Positionen. Die USA hingegen setzen auf eine möglichst schnelle Unabhängigkeit und auf eine baldige Integration eines selbständigen Kosova in die EU. Der Hintergrund dafür ist, über eine weitgehende Unterstützung der kosovarischen Seite einen neuen zuverlässigen Partner in der EU zu haben. Denn ein schnell in die EU befördertes Kosova wird sich den USA verpflichtet fühlen. An der Bastelei, die Achse Paris, Berlin, Moskau zu zementieren, wird sich die albanische Politik nicht beteiligen. Zudem sind die USA an einem problembeladenen Europa interessiert. Die hämischen Kommentare in der US- Presse zur Ablehnung der EU- Verfassung in Frankreich und in den Niederlanden belegen dies ausgezeichnet. Kosova und der Balkan sind wichtige Regionen im Gerangel zwischen der Supermacht USA und der „Möchtegernsupermacht“ EU. In dieser Lage ist die deutsche Außenpolitik gezwungen, wie in dem Papier der Bertelsmannstiftung geschehen, die Initiative als „ehrlicher Makler“ zurückzugewinnen.