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Völkermord an Armeniern - Wieder Spannungen zwischen Paris und Ankara
Paris (APA) - Das in Frankreich geplante Leugnungsverbot des Völkermords an den Armeniern in der Türkei im Jahr 1915 sorgt für zunehmende Spannungen zwischen Ankara und Paris. Die türkischen Behörden drohten am Donnerstag mit der Abberufung ihres Botschafters aus Paris, falls die Nationalversammlung bei der für nächste Woche angesagten Session die Ereignisse während des Ersten Weltkriegs, die bis zu 1,5 Millionen Armeniern das Leben gekostet hatte, als Völkermord einstufen sollte, dessen Leugnung unter Strafe steht.
Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu kritisierte das Verhalten der französischen Behörden als „mittelalterlich“. Ein Sprecher der türkischen Botschaft meinte, dass die Verhandlungen für die Errichtung eines zweiten französischen Atomkraftwerks in der Türkei eingestellt werden könnten. Die türkische Botschaft warnte vor „irreparablen Konsequenzen in allen Bereichen der bilateralen Beziehungen“.
Am Nachmittag intervenierte das Pariser Außenministerium beschwichtigend. „Die Türkei ist ein sehr wichtiger Alliierter für Frankreich, wir messen unserem Austausch mit Ankara in internationalen und regionalen Belangen die größte Bedeutung bei“, erklärte Außenamtssprecher Bernard Valero.
Kommenden Montag wird eine parlamentarische Delegation aus der Türkei in Paris zu einem Besuch erwartet. Auf der Tagesordnung steht eine Aussprache mit dem Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Axel Poniatowski (UMP), und wahrscheinlich auch mit Außenminister Alain Juppe (UMP).
Die Pariser Nationalversammlung plant auf Initiative der Präsidentenpartei „Union für eine Volksbewegung“ (UMP) die Einführung von Sanktionen im Falle der Leugnung des Armenier-Genozids, wie dies gegenwärtig bereits für den Holocaust der Fall ist. Als Genozid anerkannt hat Paris die Ereignisse von 1915 bereits im Jahr 2001.
Im vergangenen Oktober hatte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy (UMP) für Aufregung gesorgt, als er die türkischen Behörden bei einem Besuch in Armenien dazu aufrief, den Genozid an den Armeniern anzuerkennen. Sarkozy hatte sich in der Vergangenheit wiederholt kritisch gegenüber einem EU-Beitritt der Türkei geäußert. Sarkozy hatte der schätzungsweise 500.000 Mitglieder zählenden armenischen Gemeinde in Frankreich vor seiner Wahl im Mai 2007 zugesagt, ein Gesetz zu verabschieden, das die Leugnung des Massakers an den Armeniern unter Strafe stellt.
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Völkermord an Armeniern - Wieder Spannungen zwischen Paris und Ankara Tiroler Tageszeitung Online - aktuelle News, Nachrichten aus Tirol
Paris (APA) - Das in Frankreich geplante Leugnungsverbot des Völkermords an den Armeniern in der Türkei im Jahr 1915 sorgt für zunehmende Spannungen zwischen Ankara und Paris. Die türkischen Behörden drohten am Donnerstag mit der Abberufung ihres Botschafters aus Paris, falls die Nationalversammlung bei der für nächste Woche angesagten Session die Ereignisse während des Ersten Weltkriegs, die bis zu 1,5 Millionen Armeniern das Leben gekostet hatte, als Völkermord einstufen sollte, dessen Leugnung unter Strafe steht.
Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu kritisierte das Verhalten der französischen Behörden als „mittelalterlich“. Ein Sprecher der türkischen Botschaft meinte, dass die Verhandlungen für die Errichtung eines zweiten französischen Atomkraftwerks in der Türkei eingestellt werden könnten. Die türkische Botschaft warnte vor „irreparablen Konsequenzen in allen Bereichen der bilateralen Beziehungen“.
Am Nachmittag intervenierte das Pariser Außenministerium beschwichtigend. „Die Türkei ist ein sehr wichtiger Alliierter für Frankreich, wir messen unserem Austausch mit Ankara in internationalen und regionalen Belangen die größte Bedeutung bei“, erklärte Außenamtssprecher Bernard Valero.
Kommenden Montag wird eine parlamentarische Delegation aus der Türkei in Paris zu einem Besuch erwartet. Auf der Tagesordnung steht eine Aussprache mit dem Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Axel Poniatowski (UMP), und wahrscheinlich auch mit Außenminister Alain Juppe (UMP).
Die Pariser Nationalversammlung plant auf Initiative der Präsidentenpartei „Union für eine Volksbewegung“ (UMP) die Einführung von Sanktionen im Falle der Leugnung des Armenier-Genozids, wie dies gegenwärtig bereits für den Holocaust der Fall ist. Als Genozid anerkannt hat Paris die Ereignisse von 1915 bereits im Jahr 2001.
Im vergangenen Oktober hatte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy (UMP) für Aufregung gesorgt, als er die türkischen Behörden bei einem Besuch in Armenien dazu aufrief, den Genozid an den Armeniern anzuerkennen. Sarkozy hatte sich in der Vergangenheit wiederholt kritisch gegenüber einem EU-Beitritt der Türkei geäußert. Sarkozy hatte der schätzungsweise 500.000 Mitglieder zählenden armenischen Gemeinde in Frankreich vor seiner Wahl im Mai 2007 zugesagt, ein Gesetz zu verabschieden, das die Leugnung des Massakers an den Armeniern unter Strafe stellt.
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