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Verdienen Pädos eine zweite Chance?

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Pronto

Gesperrt
Mitten im Satz steht Sofie Graf* auf, wechselt auf den leeren Stuhl nebenan und damit auch den Blickwinkel. Jetzt betrachtet sie «das ganze Zeug» wie eine Aussenstehende. «Von hier aus kann ich es ja auch nicht verstehen», sagt sie. Weshalb bleibt eine Frau mit ihrem Ehemann zusammen, nachdem er sich sexuell an einem Kind vergangen hat? Nicht nachvollziehbar. Warum hat sie nicht früher gemerkt, dass er, der Pädophile, wieder rückfällig wurde? Unbegreiflich.
Dann setzt sich Sofie Graf zurück auf ihren ursprünglichen Platz am Esstisch in ihrer Dachwohnung und ist wieder Hauptdarstellerin ihrer eigenen Geschichte. In dieser Rolle sind die scheinbar naheliegenden Schlussfolgerungen nicht so schnell gemacht, sie ist im Gestrüpp ihrer Emotionen gefangen. Die 50-Jährige spuckt ihr Gefühlschaos förmlich aus: «Angst.» «Wut.» «Ohnmacht.» «Ekel und Entsetzen.» «Verlorenes Vertrauen.» «Trauer
Und auch das, was von aussen – gleichsam vom leeren Stuhl her – ungesagt an sie herangetragen wird. «Scham und Schuld, weil man meint, man hätte es merken müssen, oder fürchtet, mitverantwortlich zu sein.»
Dabei ist die Schuldfrage in Sofie Grafs Geschichte eigentlich völlig klar. Markus Graf* wurde im März 2018 wegen sexueller Handlungen mit Kindern zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Er war Masseur der ersten Mannschaft eines Fussballklubs im Aargau und hatte sechs Junioren des Vereins dazu gebracht, sich regelmässig von ihm massieren zu lassen – bei sich zu Hause.

«Wie gut kennt man einen Menschen? Kann man sich derart irren?»
SOFIE GRAF*

Die 13- bis 15-Jährigen waren Teamkollegen seines Sohnes. «Der liebe Markus», im Klub allseits beliebt, hatte sich Vertrauen erschlichen und es zerstört. Vor dem Bezirksgericht war der 58-Jährige nur in einem Fall geständig. Dem besten Freund seines eigenen Buben hatte er den Penis bis zur Ejakulation massiert.

Graf ist seit Mitte 2016 in Haft. Im Januar lehnte das Aargauer Obergericht den Antrag der Staatsanwaltschaft ab, ihn zu verwahren. Dem Mann wurde zwar eine «mittelgradig pädophile Neigung» attestiert, doch die Richter hielten ihn für therapierbar. 2020 wird er wieder auf freiem Fuss sein.
Eine Verwahrung war zur Debatte gestanden, weil Markus Graf ein Wiederholungstäter ist. Vor elf Jahren hatte er im Kanton Freiburg eine bedingte Gefängnisstrafe kassiert. Er hatte einen Buben – das Kind von Bekannten – missbraucht. Trotz einer begleitenden Therapie kam es später zum Rückfall.












[h=2]Erst mal verdrängt[/h]Die Auswirkungen der ersten Tat treffen die Familie an einem kalten Morgen im Januar 2007. Polizei vor dem Eingang, Hausdurchsuchung, Verhaftung. Zurück bleibt eine entgeisterte Ehefrau. Ihr erster Reflex: verdrängen. «Ich war restlos überzeugt, dass es ein Irrtum sein musste», erinnert sich Sofie Graf. «Bis dahin hätte ich die Hand ins Feuer gelegt für ihn.» Während einer Nachtschicht macht die Pflegefachfrau erstmals Notizen über das Unfassbare. Überschrift: «Wie geschieht mir?»
Ihr gegenüber macht ihr Mann – nach aussen jovial, in der Familie dominant und jähzornig – bloss ein halbherziges Geständnis, spricht von einem einmaligen Ausrutscher. Doch bei Sofie Graf nisten sich Zweifel ein. Anzeichen seines früheren Verhaltens deutet sie neu, es stellen sich Grundsatzfragen: «Wie gut kennt man einen Menschen? Kann man sich derart irren?» Die Fragen kommen nach 15 Jahren Ehe. «Eine wunderbare Zeit», wie sie sagt. Ein unbeschwertes Leben auf dem Land mit drei Kindern – Anne*, Megan* und Cyrill*. «Lauter Frohnaturen», so die Mutter.
Nicht zuletzt ihnen zuliebe ist sie bereit, Markus nach der Verurteilung die zweite Chance zu geben, um die er sie angefleht hat. Da ist die Befürchtung, es als Alleinerziehende nicht zu schaffen mit den noch kleinen Kindern. Und da sind, trotz allem, Fetzen der Erinnerung an den «lieben Mann», den sie geheiratet hatte. «Er ist ja nicht nur das Monster.»

https://www.beobachter.ch/familie/padophilie-mein-mann-der-padophile










 

Lilith

une vache folle
Staff member
Country
Russia
Ich bin sicher kein Law and Order Typ à la Hängt sie auf, Schwanz ab oder was auch immer. Prinzipiell müssen immer Schutz der Allgemeinheit und Grundrechte des Täters abgewogen werden. Aber hier steht ganz eindeutig der Schutz der Allgemeinheit im Vordergrund und bestmöglicher Ausschluss jeder Gefahr, dass ein Pädophiler auch nur ein Kind weiter anrühren kann. Und davon ausgehend, dass Pädophilie als von der WHO anerkannte Krankheit nie vollständig therapier- "heilbar" sein wird nach bisherigen Erkenntnissen. Zumindest soweit ich weiß. Bedeutet das in der Konsequenz lebenslange Sicherungsverwahrung. Also ich sehe keinen anderen Weg.
 
G

Gelöschtes Mitglied 12569

Guest
Also die schon das Verbrechen Verübt haben sind nicht mehr zu retten .
 

Cobra

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Ich bin sicher kein Law and Order Typ à la Hängt sie auf, Schwanz ab oder was auch immer. Prinzipiell müssen immer Schutz der Allgemeinheit und Grundrechte des Täters abgewogen werden. Aber hier steht ganz eindeutig der Schutz der Allgemeinheit im Vordergrund und bestmöglicher Ausschluss jeder Gefahr, dass ein Pädophiler auch nur ein Kind weiter anrühren kann. Und davon ausgehend, dass Pädophilie als von der WHO anerkannte Krankheit nie vollständig therapier- "heilbar" sein wird nach bisherigen Erkenntnissen. Zumindest soweit ich weiß. Bedeutet das in der Konsequenz lebenslange Sicherungsverwahrung. Also ich sehe keinen anderen Weg.

Ich drücks mal kürzer aus.... Dauerhaft wegsperren oder zwangskastrieren. Punkt.
Wer sich an Kinder vergeht, verdient weder Mitgefühl noch irgendeine Chance
 

hirndominanz

PROFI-MENSCH
Also die schon das Verbrechen Verübt haben sind nicht mehr zu retten .

Das sehe ich extremer. Eine solche Neigung wird immer latent da sein und nur mit restriktiven Mitteln zu entgegnen sein. Niemals quälen oder so, das hat eine moderne Gesellschaft nicht nötig. Aber solche Typen müssen weg- entweder weggesperrt oder ganz weg.....
Ich würde wetten, würde man ihnen die Möglichkeit geben, sich mit einem Trank ins Jenseits zu befördern, sie würden es tun.

Leider sind wir noch nicht soweit, mehrheitlich solche Alternativen anzubieten.
Zum Wohle weiterer - verschonter- Opfer.
Zum Wohle des gesellschaftlichen Habitus.
 

shqip

Top-Poster
yepp solch eine 2 Chance haben sie definitiv verdient

Z

 

Chaplin

Balkanspezialist
Um solche Leute als funktionierendes Mitglied wieder in die Gesellschaft einzugliedern, muss Pädophilie erstmal heilbar sein...
nach heutigen Maßstäben ist sie das nicht, wie will man das mit der 2. Chance also bewerkstelligen...
Lebenslanges Wegsperren ist hier die einzige Möglichkeit...die Opfer bekommen schließlich auch keine 2. Chance mit einer Kindheit ohne Traumata und müssen damit leben was ihnen angetan wurde...
 
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