Serbiens Wirtschaftsminister kündigt die
Ausschreibung für den Autohersteller
Zastava für Dezember an.
Internationale Autokonzerne bringen sich wieder einmal in Stellung.
Kragujevac. Serbiens ehemaliger Paradebetrieb und immer noch einer der grössten
Arbeitgeber, der
Auto- und
Waffenhersteller Zastava, soll im Dezember zum Verkauf ausgeschrieben werden. Dies kündigte am Dienstag jedenfalls
Wirtschaftsminister Mladjan Dinkic an. Der Verkauf wurde in den letzten Jahren bereits mehrmals angekündigt,
potenzielle Interessenten gaben sich am
Produktionsstandort Kragujevac die
Klinke in die Hand, gaben dann zumeist aufgrund der instabilen
politischen Lage auf. Der Investitionsbedarf ist zudem hoch, nur ein Bruchteil der ursprünglich vorhandenen Montagekapazitäten kann genutzt werden, ebenso sind viele der aktuell 4400
Beschäftigten abzubauen.
Russen wollen Lkw
Unter den
Interessenten sind laut Dinkic aktuell die
Konzerne Ford,
General Motors,
Fiat,
Indiens Tata und
chinesische Hersteller. Mit
General Motors unterschrieb
Zastava Mitte Juli einen
Vertrag zur
Herstellung des
Opel Astra Classic, die ab Herbst 2008 laufen soll. Auch mit
Magna gab es vor Jahren Entwicklungspläne für ein neues
Mittelklasse-
Automodell, aus denen bis heute jedoch nichts wurde.
Zastava ist vor allem für das Billigauto
Yugo 45 bekannt. Zu Spitzenzeiten wurden in den 80er-Jahren 180.000
Fahrzeuge jährlich produziert.
Zuliefersparte schon länger im Privatisierungsprozess
Auch die Lkw- und die Autozuliefersparten von
Zastava befinden sich schon länger im Privatisierungsprozess, trotz vielen
Verhandlungen konnte der passende
Käufer bis dato nicht gefunden werden. Laut der
serbischen Zeitung "Danas" ist der
russische Mischkonzern AMS Group unter den
Interessenten für diese beiden
Zastava-Konzernteile sowie für einen Teil der Autoproduktion.
AMS Group wird von
Sergei Polbin kontrolliert und betreibt in
Ulyanovsk in
Russland einen
Autozulieferer. AMS investierte zuletzt in
China gemeinsam mit dem dortigen
Autokonzern BAIC (
Beijing Automotive Industry Company). Dem Vernehmen nach sondiert AMS derzeit gemeinsam mit BAIC in
Kragujevac
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