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4. Februar 2013 19:12 Konflikt in Mali
Tuareg nehmen malische Islamisten fest[/h]
Tuareg-Gruppen haben in Mali zwei ranghohe Islamisten gefangengenommen. Damit schlagen sie sich auf die Seite Frankreichs. Doch welche Ziele die Tuareg im Norden des Landes langfristig verfolgen, weiß niemand so genau.
Von Caroline Ischinger
Man darf die Aktion auch als Zeichen der Tuareg verstehen, auf welcher Seite sie stehen:
Mehrere Medien berichteten am Montag, dass die Tuareg-Bewegung MNLA im hohen Norden von Mali zwei ranghohe Islamisten gefangen genommen habe. Einer der beiden gefassten Rebellen soll Mohammed Moussa Ag Mohamed sein. Er gilt als Nummer drei in der Extremistengruppe Ansar Dine und als verantwortlich für die Einführung der Scharia in der legendären Wüstenstadt Timbuktu, inklusive brutaler Handamputationen.
Der zweite Dschihadist, den die Tuareg offenbar nach Zusammenstößen an der Grenze zu Algerien gefasst haben, soll ein führendes Mitglied der Islamistengruppe Mujao sein. Den beiden Organisationen Mujao und Ansar Dine werden Verbindungen zu al-Qaida im Islamischen Maghreb (Aqim) nachgesagt. Sie hatten im Zuge einer Tuareg-Rebellion im vergangenen Jahr den Norden des westafrikanischen Landes unter ihre Kontrolle gebracht, die französische Armee konnte sie in den vergangenen Wochen jedoch stark zurückdrängen.
Die Tuareg-Bewegung MNLA versucht seit dem Beginn der französischen Militärintervention in Mali verstärkt, sich als verhandlungsbereiter Partner für Paris im Kampf gegen die radikalen Islamisten zu präsentieren. Auch der malische Übergangspräsident Dioncounda Traoré hatte sich vergangene Woche offen gezeigt für Gespräche mit der MNLA, sofern die Gruppierung ihre territorialen Ansprüche aus dem vergangenen Jahr aufgebe.
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