Conclusio:
"...Erst in den letzten Jahrzehnten fand ein bedeutsamer Wandel der „christlichen Werte“ statt – vor allem in Westeuropa, was nicht zuletzt auf die zunehmende Säkularisierung (Verweltlichung) der europäischen Gesellschaften zurückzuführen ist. So ist es für uns Heutige nicht mehr nachvollziehbar, dass nach dem Krieg in Westdeutschland auf der Basis „christlicher Werte“ (die Bibel sieht für homosexuelle Handlungen bekanntlich die Todesstrafe vor) 50.000 schwule Männer verurteilt wurden, obwohl sie nichts anderes getan hatten, als ihre Sexualität auszuleben, ohne irgendjemanden zu schädigen. Dies ist nur eines von vielen Beispielen, die belegen, dass der ethische Fortschritt der Gesellschaft nicht auf traditionellen „christlichen Werten“ beruht, sondern – ganz im Gegenteil – auf der zunehmenden Befreiung von diesen Werten.
Es gibt also keinen Grund, die Säkularisierung zu fürchten, denn sie bietet die Chance auf mehr Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen – ob sie nun religiös sind oder nicht."
Keine weiteren Fragen.