Überall dort wo es solche Regeln und Zeichen der Zugehörigkeit gibt, kommt es dazu, dass die einen die anderen ausgrenzen und alles nur noch auf gesellschaftlichen Druck passiert.
Das Beispiel Kindesmissbrauch ist übrigens total schlecht gewählt, da es mit dem Alltag eines Christen nichts zu tun hat.
Es geht darum, dass es Regeln gibt, die nur deshalb eingehalten werden, weil es das gesellschaftliche Umfeld so gebietet. Am Ende weiß man noch nicht einmal mehr, wieso diese Regeln eingehalten werden sollen und wer damit überhaupt angefangen hat.
Es heißt z. B. einfach Islam ist gut und im Islam ist Alkohol und Schweinefleisch verboten, Gebet und Kopftuch sind Pflicht.
Dann gibt es einige, die das ernst nehmen und andere ermahnen keinen Alkohol zu trinken und kein Schweinefleisch zu essen. Um selber zu betonen, dass sie doch ein sehr guter Mensch sind tragen sie noch ein Kopftuch und/oder beten regelmäßig und das soll natürlich jeder wissen. Dabei fällt dann schnell "derjenige ist kein Muslim, oder kein richtiger Muslim, weil er dies und dies macht oder nicht macht".
Dass diese ganzen Regeln nur aus gesellschaftlichen Druck eingehalten werden, führt dazu dass kaum einer weiß wozu sie eigentlich nützlich sein sollen oder nicht. Deshalb kommen dann solche Sachen dabei heraus, dass z. B. in der islamischen Netzcommunity Spinnereien verbreitet werden, Schweinefleisch macht süchtig und schwul. Man muss sich ständig neu erklären, weshalb man das denn macht und die Schlußfolgerung muss sein, dass es keinen gesellschaftlichen Druck gibt, sondern alles geschieht freiwillig und hat seine guten Gründe.
Zum Glück sieht das mit dem Christentum in Europa anders aus. Pflichten und Verbote werden nicht mehr an die Gesellschaft herangetragen und der Ausspruch "man sei kein Christ mehr", also die Exkommunizierung gehört ins Mittelalter. Und wenn doch einige meinen irgendwo etwas in der Richtung sagen zu müssen, dann gelten sie sofort als rückständig und eingeschränkt.
Der gesellschaftliche Druck ist heute bei Christen im Westen in der Regel einfach nicht mehr gegeben. Religion ist kein Bestandteil der Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft.