Seit der Altsteinzeit ist die Menschheit religiös, vielleicht schon seit dem Beginn ihrer Existenz. Die Ethnologie hat gezeigt, dass alle Steinzeitvölker und alle vormodernen Kulturen zutiefst religiös sind.
Das deckt sich mit dem religiösen Konzept Adam (a.s.) und Eva (a.s.).
Es gibt in einfachen Kulturen niemand, der nicht an Geister, Götter, Zauberer und heilige Mächte glaubt (Eliade 1994; Frazer 1977; Jensen 1992). Auch im 16. Jahrhundert in Europa gab es noch keinen einzigen Atheisten (Febvre 1946). Die ersten Atheisten tauchten nach den Analysen von Buckley (1990) im Gefolge der Cartesianischen Philosophie in Frankreich auf. Ende des 17. Jahrhunderts und vor allem Anfang des 18. Jahrhunderts entstand in Frankreich eine Untergrundliteratur, in der weltgeschichtlich erstmalig eine kleine Anzahl von Autoren atheistische Positionen bezog. Die beiden bedeutendsten Atheisten im Laufe des 18. Jahrhunderts waren zunächst Denis Diderot und der Baron d´Holbach.
Hier eine Frage an Amphion. Warum tauchen sie nicht in Hellas (
in der angeblichen Wiege der humanistischen Zivilisation)auf?
Eine weitere Feststellung, Religion ist die Regel, Atheismus die Ausnahme.
Die Weltgeschichte sollte doch in ihrer Gesamtheit von Wahrheit geprägt sein? Die andere Implikation wäre, die Menschen sind durch die ganze Menschheitsgeschichte blind und irre gelaufen?!?
Die gesamte Forschungsbranche „Religion des Kindes“ hat im 20. Jahrhundert gezeigt, dass Kinder tief religiös sind und moderne Jugendliche eine demgegenüber abgeschwächte Religion haben.
Deckt sich mit dem islamischen Konzept der Fitra (natürlichen Veranlagung). Jedes Kind ist Muslim (Gottergeben)!
Die Religionswissenschaften des 20. Jahrhunderts haben dieses Programm nicht durchgeführt, weil sie sich schlicht nicht vorstellen konnten, dass das Kind von Natur aus tief religiös ist und der vormoderne Mensch auf der anthropologischen Stufe von Kindern stand.
Gemäss dieser Theorie bewegt sich die Geschichte der Menschheit progressiv. Das bedeutet der Morgen ist besser als das Gestern, bezogen auf die Wahrheit. Das deckt sich mit Hegels Theorie: Thesis / Anti-Thesis --> Synthese. Wieder eine Frage an Amphion, was ist mit Hellas? Kind oder Erwachsen?
e kulturvergleichende Piaget-Psychologie hat in den letzten 80 Jahren in über 1000 empirischen Studien in über 100 Kulturen und Milieus aufgewiesen, dass Erwachsene aus archaischen, traditionellen, analphabetischen und vormodernen Milieus sich nicht über die psychologische Stufe von Kindern entwickeln, während Erwachsene aus modernen Gesellschaften sich um einige Entwicklungsjahre weiter entwickeln und die adoleszente Stufe der formalen Operationen ausformen (Dasen 1977; Dasen & Berry 1974; Hallpike 1994; Oesterdiekhoff 1997, 2006a, 2012, 2013, 2014; Piaget 1974).
Äusserst dekadent und einäugig!
Meiner Meinung nach kann die Erkenntnis richtig sein, dass in der heutigen modernen Zivilisation die Religion schwächer ist, also sonst wo in der Welt. Auch dass die Kinder religiöser veranlagt sind als Erwachsene. Doch dies ist kein Beweis für den westlichen, aufgeklärten, säkularisierten, humanistischen Anspruch auf die Wahrheit.
Außerdem kann ich dieser Theorie mit der Psychologie nicht zustimmen. Wenn ich mir die Gesellschaft von Heute anschaue und diese mit der von Gestern vergleiche, ohne jetzt empirische Experimente durchzuführen. Wird man automatisch auf den Entschluss kommen, dass die Männer der Vergangenheit erwachsener waren, als die von heute. Jetzt stellt sich die Frage, was verstehen wir unter Erwachsensein.
Da kommt man nicht drum herum als sich tiefgründiger mit der Epistemologie (Erkenntnistheorie) zu beschäftigen. Mit der Wissenschaft, mit der man andere Wissenschaften herleitet.
Dawkins verwendet für diese Studie eine atheistische Epistemologie. Wir in Islam, nennen diese auch die einäugige Epistemologie. Diese besagt nämlich, dass Wissen nur durch diese Quellen entsteht. Nämlich durch rationales und logisches Denken (Vernunft) und durch empirisches Experimentieren. Das ist nur der eine Auge (symbolisch gesehen), mit der man die Welt betrachtet. Man könnte dieses Wissen auch als die äußerliche, weltliche Quelle betrachten.
Die Religionen betrachten dazu eine weitere Quellen, viel autoritärer, zurechtweisender und absoluter. Das ist Gott der Allerhabene, das sind seine Propheten, seine Bücher, seine Engeln, usw. Also die innere Quelle, Wissen, die intuintive, spirituelle, überzeugende Einsicht.
Somit betrachtet die Religion die Welt mit zwei Augen. Darum kann die Studie einen ganz anderen Weg einschlagen, denn die Religion betrachtet den Verlauf der Geschichte umgekehrt, nämlich retrogressiv, also rückläufig, zerfallend. Denn es waren nicht die Religionen, die mit dieser ungeheuerlichen und blasphemischen Behauptung kamen (einmalig in Geschichte), wir seien in Wahrheit Affen…
Muslim