Und ich hab's ja schon immer gesagt: Bildung & Balkan sind zwei Wörter, die nicht unbedingt miteinander passen (sehe ich leider hier in der Diaspora auch als Bestätigung). - Aber Hauptsache eine erz-konservative und nationalistische Einstellung haben (auch wenn man diese selber nicht bemerkt).
Das Gleichsetzen der beiden völlig unterschiedlichen Begriffe IQ und Bildung sowie das in den Raum stellen eines pauschalisierten Zusammenhanges zwischen Bildung auf dem Balkan und Nationalismus...interessanter Kommentar zu einer noch interessanteren Graphik
Bildung kann die Verbreitung des Nationalismus begünstigen, das Fehlen an Bildung tut hingegen gar nichts zur Sache. Das Fehlen an Bildung ist kein Faktor, der den Nationalismus beeinflusst.
Sobald in der Geschichte ein grösseres Projekt voranstand, welches sich auf ein Stärken des Gemeinschaftsgefühls stützte, wurde auf die Bildung zurückgegriffen; sei es nun der Fall der Hitlerjugend, die sozialistische Erziehung in der SFRJ oder die Geschichtsbücher junger Staaten. Die Bildung kann folglich als ein identitätsstiftendes Instrument der Nationalisten/Angehörigen einer Ideologie bezeichnet werden. Betreffend des Fehlens von Bildung und dem Vorhandensein des Nationalismus lassen sich hingegen nur unheimlich pauschalisierte und unfundierte Aussagen machen. In allen Parteien der Schweiz sind alle Bildungsschichten verteten, genauso wird es
auch auf dem Balkan sein...
Die Bildung auf dem Balkan kann man im Vergleich zur Schweiz meiner Meinung nach noch als Bildung bezeichen- ein Menschenrecht, Recht auf Bildung.
Nach neun Jahren Grundschule, wovon knapp 1,5 Jahre Geographie und 1,5 Jahre Geschichte (je 2h pro Woche), naturwissenschaftliche Fächer in einem einzigen Fach zusammengequetscht (Naturkunde), heisst es in der Schweiz für die meisten (ca.80% der Schüler) fertig Bildung, jetzt wird gearbeitet. Es folgt zwar eine Lehre, doch die Bildung wird hier nicht mehr als bedingungsloses Gut weitergegeben, sondern sich durch die vier Tage Arbeit im Betrieb mühsam erarbeitet und verdient.
An diesem einen Tag oder wenigen Tagen pro Woche, die man in der Berufsschule verbringt, wird ausschlisslich Wissen vermittelt, welches für den Beruf wichtig ist.
Allgemeinbildung bringt kein Geld, bringt dem Betrieb so nichts, kostet unnötig, 16 jährige Jugendliche in der Schweiz haben kein Recht auf Allgemeinbildung, es sei denn sie gehören zu den 20%, die auf den Gymnasien verteilt sind.
Da ist die Bildung auf dem Balkan 1000 Mal besser, es wird zwar viel auswendig gelernt, doch welcher Weg auch eingeschlagen wird, bis zum Ende der Mittelschule wird das Recht auf Bildung beibehalten und bedingungsloses Wissen vermittelt. So wie es auch sein sollte.