Wenn wir von dem Standpunkt ausgehen, dass die schrittweise Verdrängung der Albaner durch unsere schrittweise Kolonisation wirkungslos ist, bleibt uns nur ein einziger Weg, die Massenvertreibung. In diesem Fall haben wir zwei Staaten vor Augen, Albanien und die Türkei.
Albanien mit seiner spärlichen Bevölkerung, mit seinen zahlreichen noch nicht trockengelegten Sümpfen und unfruchtbaren, noch nicht erschlossenen Tälern, dürfte in der Lage sein, einige Hunderttausend Albaner aus unserem Land aufzunehmen. Die moderne Türkei mit ihren großen, noch unbewohnten und unbearbeiteten Flächen in Kleinasien und Kurdistan bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für die innerere Kolonisation. Trotz aller Anstrengungen von Quemal Atatürk haben es die Türken noch nicht vermocht, das durch die Umsiedlung der Griechen aus Kleinasien nach Griechenland und eines Teils Kurden nach Persien entstandene Bevölkerungsdefizit auszugleichen. Eben deshalb bestehen die besten Chancen, den größten Teil unserer Albaner, die wir vertreiben wollen, dorthin zu schicken. Zuvor betonen wir, dass wir uns bei unseren diplonatischen Vorstößen nicht allein auf Ankara beschränken dürfen: wir müssen vielmehr alle Mittel ausschöpfen, um Tirana davon zu überzeugen, einen Teil unserer Vertriebenen aufzunehmen. Ich glaube, dass diese Angelegenheit in Tirana auf Schwierigkeiten stoßen wird. Hier würde es Italien sein, das diese Angelegenheit behindern würde, doch spielt Geld in Tirana eine große Rolle. Im Rahmen der Gespräche um diese Frage muss die albanische Regierung davon in Kenntnis gesetzt werden, dass wir uns bei der definitiven Lösung dieser Frage durch nichts aufhalten lassen werden. Zugleich müssen wir sie über Subventionen für die Kolonisation unterrichten, die keiner Kontrolle unterliegen. Eventuell können einflussreiche Leute über geheime Kanäle in Tirana materiell dazu veranlasst werden, in dieser Angelegenheit keinen Widerstand zu leisten.
Wie wir gehört haben, ist die Türkei einverstanden, anfangs rund 200.000 unserer Vertriebenen unter der Bedingung aufzunehmen, dass es sich dabei um Albaner handelt, was für uns am vorteilhaftesten ist. Den Wunsch der Türkei, zuvor eine Umsiedlungskonvention abzuschließen, sollten wir voll und ganz akzeptieren. Hinsichtlich der Umsiedlung sollten wir die Konventionen durcharbeiten, die sie in den letzten Jahren über diese Frage mit Griechenland, Rumänien und Bulgarien abgeschlossen hat, wobei wir zwei Dingen Beachtung schenken sollten: man sollte von ihr verlangen, dass sie eine möglichst große Quote akzeptiert, während man ihr von der finanziellen Seite her eine möglichst große Unterstützung gewähren sollte, insbesondere für die Regelung eines möglichst schnellen Transports. Zweifellos wird dieses Problem einige internationale Unruhe hervorrufen, was in solchen Fällen unvermeidlich ist. Immer wenn in den letzten Jahrhunderten solche Handlungen auf dem Balkan stattgefunden haben, hat sich eine Macht gefunden, die dagegen protestiert hat, weil sie nicht mit ihren Interessen übereinstimmten. In diesem Fall könnten es Albanien und Italien sein. Was Albanien anbelangt, haben wir schon betont, dass man für den Abschluss einer Konvention mit ihm über dieses Problem sorgen muss. Angenommen, wir erreichten dieses Ziel nicht, sollten wir zumindest anstreben, dass es sich mit der Vertreibung in die Türkei abfindet.