1. So, jetzt weiss ich wie du es meinst. Da sind wir halt unterschiedliche Personen. Für mich sind die Verbrecher für ihre Verbrechen verantwortlich, nicht ihre Landsleute und nach dem Massstab beurteile ich alle. Dieser Logik zufolge müsste ich z.B. den Kroaten Jasenovac vorwerfen? Ich weigere mich sowas zu tun.
Aber da haben wir halt keinen gemeinsamen Nenner und das kann man ja auch so stehen lassen.
Nur kurz zu Deutschland: Falls Du etwas genaueres darüber wissen willst, solltest Du "Die Anatomie des Faschismus" von Robert Paxton lesen. Dort wird ziemlich gut die Dynamik Nazi-Deutschlands beschrieben und da sieht man dass eben
nicht das ganze Volk sowas wollte. Glaub mir, es ist es wert.
2. Er hat nicht ausdrücklich gesagt, die RS oder die Serben wollen die bosniaken töten. Er
könnte es gemeint haben aber auch dann ist und war er nicht das Sprachrohr aller bosnischer Serben. Du unterstellst hier was (was ja noch geht da er wirklich ein Arsch ist) aber dafür ein ganzes Volk an den Pranger zu stellen ist zuviel.
3. "Deutschland" in dieser Form gab es vor dem 2. WK auch nicht aber auch wenn schon, Du hast mehr als eine Million Leute die etwas im Moment nicht wollen, Du kannst es nicht einfach aufzwingen. Solches Gedankengut führt nur wieder zu einem Krieg und das ist das Letzte was wir alle dort unten brauchen. Man kann Staaten in der Regel nicht "zusammenschustern" ob sie vorher einheitlich waren oder nicht. "Zusammenwachsen" ist die friedlichere Variante und auch langfristig die bessere. Dafür mus man halt seinen Nationalismus etwas unterdrücken. Ich persönlich z.B. glaube das wir alle in einem Bosnien friedlich miteinander leben können da wir es auch schon früher konnten. Es braucht einfach nur seine Zeit und weniger Nationalismus auf beiden Seiten runterfahren (Sprich: Ich schreie nicht "Free Srpska!" [was ich eh nicht tue] und Du nicht "Einheitliches Bosnien!").
Alles was es dann braucht ist eben für eine Zeit lang keine politischen Vorstösse in Richtung der jeweiligen nationalistischen Ziele zu machen und eine oder zwei Generationen ab zu warten. Der daraus entstehende Frieden und Staat wäre dann am ehesten im Interesse
all seiner Bürger. Aber die wenigsten sehen es so, sie werfen sich lieber Beleidigungen und Rechthaberei an den Kopf anstatt mal still zu sein.
4. Natürlich haben die Serben sehr viel Material aus JNA-Beständen gehabt und ich zweifle nicht daran, dass am Anfang sehr viel geholfen wurde. Dies halt auch weil ein gewisser Typ namens Milosevic am Ruder war. Aber auch er hat Karadzic dazu gedrängt, einen von den Owen-Plänen zu akzeptieren und darin war nichts von einer Angliederung an Serbien zu lesen und was für Interessen Serbiens wären damit bedient gewesen?
Genausowenig wie die Bosniaken ein Teil der YU bleiben wollten, wollten die bosnischen Serben auch nicht ein Teil BiH's bleiben. Die haben die RS in
erster Linie gewollt, es ist im Grunde so einfach. Und noch eine weitere Frage: Was bringt Serbien ein geteiltes Bosnien denn konkret? Die haben Dayton nicht entworfen.
6. Das ist jetzt einfach eine Annahme.