1990 wurde eine Zwangsverwaltung eingeführt, die einem Okkupationsregime glich, das Parlament von Kosovo wurde aufgelöst und die Autonomie der Tito-Ära abgeschafft. Kosovo wurde de facto zu einem rechtlosen Teil Serbiens degradiert.
Schwere Menschenrechtsverletzungen waren fortan an der Tagesordnung. Willkürliche Verhaftungen, Misshandlungen und Schauprozesse prägten das Bild. Die Albaner wurden aus dem öffentlichen Dienst entfernt und verloren auch ihre Posten in den Unternehmen im Staatseigentum. Arbeit fanden sie noch als Bauern, Händler oder Transportunternehmer.
S
o kam es zu der grotesken Situation, dass 200 000 Serben die politischen, ökonomischen und kulturellen Schlüsselpositionen in der Provinz innehatten, während 1,8 Millionen Kosovo-Albaner durch ein Apartheid-System an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Unter ihrem Führer und inoffiziellen Präsidenten Ibrahim Rugova entschieden sich die Kosovo-Albaner für den gewaltlosen Widerstand und den totalen Boykott des jugoslawischen Staates. Sie beteiligten sich weder an serbischen noch an jugoslawischen Wahlen und verpassten mit voller Absicht jede Chance, das politische Kräfteverhältnis in dem Staat zu ändern, in dem sie lebten. Die Kosovo-Albaner versuchten, einen Parallel- oder Schattenstaat mit eigenem Bildungs- und Gesundheitswesen ins Leben zu rufen, der von der Diaspora in Europa finanziert wurde. So entstand eine politische Patt-Situation. Belgrad konnte die Albaner nicht zwingen, den jugoslawischen Staat anzuerkennen und zu respektieren. Die Kosovo-Albaner wiederum kamen der von ihnen 1991 proklamierten unabhängigen Republik Kosovo kein Stück näher.
Der Traum vom Grossalbanien - NZZ Folio 06/99 - Thema: Krieg um Kosovo
Das serbische Parlament beschloß im März 1989 eine Verfassungsänderung, welche die Autonomie des Kosovo faktisch aufhob.
Der klare Verfassungsverstoß, da zuerst die autonomen Provinzen über die Verfassungsänderung hätten abstimmen müssen, wurde im nachhinein "scheinbar" legitimiert, indem dem Parlament im Kosovo die schon beschlossene Änderung am 23. März 1989 vorgelegt wurde. Trotz massiver Androhungen von Repressionen gegenüber den Parlamentsmitgliedern sowie der Umstellung des Parlamentsgebäudes durch serbische Panzer waren 150 der 184 Delegierten anwesend. Ein Großteil der Kosovaren enthielt sich der Stimme, da ihnen angedroht wurde, daß ein Nein als "Konterrevolutionärer Akt" geahndet werden würde. 60 Delegierte stimmten für eine Verfassungsänderung, während es nur 10 Gegenstimmen gab. Der serbische Präsident erklärte daraufhin die Verfassungsänderung für gültig, obwohl eigentlich eine Zweidrittelmehrheit notwendig gewesen wäre. Serbien kontrollierte nun unmittelbar Polizei, Justiz, Zivilverteidigung, Unterrichtswesen und Wirtschaftsverwaltung. Alle Spitzenposten besetzte Belgrad aus eigener Machtvollkommenheit.
Es folgten Monate heftiger und zum Teil gewaltsamer Proteste von Kosovaren gegen die neue Verfassung, die durch den massiven Einsatz von Polizei und Armee immer wieder niedergeschlagen wurden: Tote und Massenverhaftungen waren an der Tagesordnung. Als im März und April 1990 Hunderte überwiegend kosovarische Kinder mit Vergiftungssymptomen aus nie ganz aufgeklärten Ursachen in Krankenhäuser eingeliefert werden mußten, führte dies zu einer Massenhysterie, die sich in gewaltsamen Aktionen gegen Serben entlud. Der Vorfall lieferte der serbischen Führung den Vorwand, die kosovarische Miliz durch etwa 2.500 serbische Polizisten zu ersetzen und den Kosovo faktisch "gleichzuschalten". Milosevic erreichte dies durch eine Verbindung von Notfallmaßnahmen, Verwaltungsbeschlüssen und Gesetzen. Viele der kosovarischen Bediensteten in Verwaltung, Justiz und in den staatlichen Schlüsselindustrien bei Post, Banken, Krankenhäusern wurden entlassen, genauso wie Lehrer und Professoren. Die albanische Sprache war als Amtssprache nicht länger zugelassen.
Historisches Institut der RWTH - Kosovo - Konflikt - Kosovo - Konflikt
da hast du deinen serbischen staat .....
komischerweise findest du keinen link von der organisattion für bedrohte völker dazu,,,,,,,