1. Wo schreibe ich das der Hochzeitsmord der Grund für den Kriegsausbruch war ? Nirgends ! Ich habe lediglich auf die Bemerkung eines Users geantwortet. Der Hochzeitsmord war allerdings der erste ethnisch motivierte Anschlag ine einer aufgeheizten Atmosphäre unmittelbar vor Kriegsausbruch.
4 Monate vorher machten die Serben Stress im kroatischen Dorf Ravno. Hat da jemand ein serbisches Schaaf liqudiert ?
2. Es ist eine unhalbare Unterstellung deinerseits die Serben hätten deswegen den Bosnienkrieg vom Zaun gebrochen. Die kroatische Armee überquerte am 25. März 1992 die Save und besetzte die Posavina, um die Versorgung der Kraijina-Serben zu stören, als "Nebenprodukt" wurde die serbische Bevölkerung der Posavina vertrieben, ausgeplündert und teilweise ermordet. Dabei wurde sie von der Mehrheit der einheimischen Kroaten und Muslime unterstützt. Das erste Massaker fand am 26. März im Dorf Sijekovac statt.
DAS ist für mich der Beginn des Bosnienkrieges.
Der Beginn des Bosnienkriges begann mit der illegalen Bewaffnung der Serben in Drvar, März 1991, verlief dann über Planungen der JNA missliebige Bosniaken zu erschiessen (Juni 1991) und als dieser Plan dann abgeschlossen war, folgten serbische Territorialforderungen die man als völlig unangemessen bezeichnen kann (Dezember Initiative SDA - siehe auch Kljujic, ICTY)
3.Das die Serben in diesem Krieg zweifelsfrei die meisten Opfer verursacht und die Muslime die meisten zivilen Opfer hatten ist klar und soll nicht geleugnet werden, aber "vom Zaun gebrochen" haben die bosnischen Serben diesen Krieg mit Sicherheit NICHT. Das ist zu kurz und EINSEITIG schuldzuweisend gedacht.
Wie bereits beschrieben, die Bewaffnung der Serben erfolgte weit bevor die Unabhängigkeit BiH´s institutionell auf der Agenda in der SRBiH stand. Wer so agiert nimmt den Krieg in Kauf. Karadzic sagt es ja selbst zu einem Zeitpunkt, als die Bewaffnung praktisch abgeschlossen war. Oder anders gesagt: Wird den Serben widersprochen, ist das gleich eine Gewalterklärung.
Ich bleibe dabei ! Die RS ist legitim. Durch Dayton sowieso, da könnt ihr euch auf euren doppelmoralischen Kopf stellen, es hilft euch nicht.
Hätte BiH nicht illegal eine Unabhägnigkeitskurs eingeschlagen, hätte es nie eine RS gegeben und hätte man WENIGSTENS die AUsrufung der RS akzeptiert, so hätte es auch keinen Bosnienkrieg gegeben.
Man erinnere sich an den Carrington-Cutileiro-Plan, der von Izetbegovic erst am 18. März 1992 unterschrieben und dann doch wieder verworfen wurde. ;-)
Das ist so falsch dargestellt. Karadzic forderte während und gleich nach seiner Wahl vehement die Änderung der inneren Verfassung Bosniens (Anfang 919. Gebiete sollten "serbisch" sein, Gemeindegrenzen zu Gunsten der Serben verschoben werden. Da hatte nichts mit der Beibehaltung der bekannten SRBiH zu tun, die praktisch mit der 90-er Verfassung schon als Staat im Staatenbund definiert wurde.
Aber wo wir schon bei Illegal sind: Die Serben riefen im April 91 die ZOBK auf, was nicht minder der Verfassung der SRBiH zuwiderlief wie die Ausrufung der SAO Regionen 5 Monate später. Der dritte Verfassungsbruch fand dann mit der Proklamation der RS statt: Wohlgemerkt: Noch vor dem Referendum und nach der Bereitschaft sogar der SDA, sich einer ethnischen territorialen Aufteilung im Rahmen der inneren verfassung zu unterwerfen. Dies scheiterte jedoch an den massiven Territorialforderungen der Serben.
Das Referendum erfüllte im übrigen die Auflagen der Badinter Kommission, die grundlegende Bedingung für die Annerkennung BiH´s. Und die Jungs -da kannste von ausgehen- kannten mit Sicherheit die Verfassungen der SFRJ und der SRBiH.
Kommen wir nun zum Lissabon-Mythos: Irgendwie fehlt mir hier der Einwurf mit Zimmermann und seiner angebl. Beeinflussung Izetbegovics, die -bei genauerer Betrachtung- nicht haltbar ist. Ich könnte Deiner lächerlichen Anmerkung nicht weniger als die Tatsache entgegenhalten, dass die Serben die Brüssel-Gespräche im Rahmen der Lissabon Verhandlungen platzen liessen. Aber was viel relevanter ist: Lissabon war kein Friedensvertrag oder Plan, sondern nur eine Grundlage für weitere Verhandlungen. Da Dein Landsmann Karadzic ein ähnliches Argumentationsmuster auswies im Rahmen seines Prozesses, wurde er von Robert Donia (Historiker und Gutachter der ICTY) entsprechend korrigiert. Wie auch immer: Kurz nach der Unterzeichnung in Sarajevo im März, erwähnte Karadzic das die Verhandlungsgrundlage -also der Territorialplan- im Grunde hinfällig sei, da man auf dem Gebit längst Fakten geschaffen hat. Mit anderen Worten: Warum einem Plan zustimmen, der von der serbischen Militärwirklichkeit prinzipiell schon überholt wurde. Krajsnik setzte in seiner Rede vor dem Serbenparlament (Kurz nach Unterzeichnung) noch einen drauf in dem er den Plan offen mit der Anmerkung torpedierte, dass dieser nur einen Zwischenziel im Hinblick auf die Vereinigung der serbischen Länder darstellte. Parallel dazu begann der serbische Angriff auf moslemisch dominierte Städte und Enklaven in der Semberija, was also nur einen Rückschluss zuliess: Die Serben haben diesen Plan nur zum Schein unterschrieben. Aufgrund des weiteren militärischen Vorgehens der Serben zog Izetbegovic seine Unterschrift zurück, was ein völlig logischer Schritt war und heute von den Serben propagandistisch falsch dargestellt wird, genau so wie die angebliche Zimmermann-Nummer.
Irgendwann später wird Aleksa Buha sagen, dass der Plan von Karadzic ausschliesslich für die Zeitgewinnung unterschrieben wurde. (Eine Primärquelle werde ich dazu noch liefern).
Kurzum: Die Serben haben eine Sache klar definiert: Wer nicht nach der serbischen Pfeiffe tanzt, ist auch jener der für den Krieg verantwortlich ist. Deshalb setzte man klar auf die Definition: Macht ihr das, dann gibt es Krieg und insofern ist es völlig legitim davon zu sprechen, dass der Krieg von den Serben vom Zaun gebrochen wurde - Darauf haben sie sich vorbereitet. Das begründete ihre Territorialforderungen und letzlich begründete es einen unangemessenen kriegerischen Einsatz der offenlegt das es hier um die Schaffung ethnisch reiner Territorien geht und im Prinzip immer nur ging.
Quellen: Donia - The Origin of the RS, Heider- Das EU/GASP Krisenmanagement, Weitere Literatur: Calic, Bourg/Shoup