7. Mythologie:
Die Mythen der Griechen haben unterschiedliche Hintergründe und Ursprünge. Die Erzählungen und Märchen – die als »griechische Mythologie« zusammengefasst werden – entstammen der ethnischen Erfahrungswelt der antiken Griechen, und sind für das hellenische Verständnis von Gottheit und Welt von großer Bedeutung. Mythen sind keine Legenden. Die Mythen offenbaren die Aktivitäten der Götter und die der menschlichen Seele – man muss sie nur »richtig« lesen können.
Sie sind Unwahrheiten, die Wahrheiten zum Ausdruck bringen. Es ist »Aufgabe der Philosophie« (Salustios), die Mythen zu studieren, um über die Götter, die Seele und den Kosmos zu lernen. Die Mythen sind nicht die Götter selbst, und sind von der eigentlichen Religion zu unterscheiden. Die Unbildung, die sich als »Allgemeinwissen« etabliert hat, hat nicht nur den makedonisch-thessalischen Olymp zum Sitz der Götter erklärt, auch die Religion wird verzerrt dargestellt, wenn sie mit der Mythologie identifiziert wird, die aber in Wahrheit nur eine »Hauptsäule« des Hellenismos ist, diesen aber nicht ausmacht.
»Die Sterblichen sind dazu angehalten, die Mythen zu studieren und sie entsprechend ihres Niveaus zu interpretieren, entsprechend ihrer Weltanschauung und ihrer Bildung«