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Sudan News

@ Afroasiatis



Das ist keine Rechtfertigung. Wenn ich als Kind in einem palästinensischen Flüchtlingslager aufwachse und mir von klein auf eingetrichtert wird dass die "bösen Zionisten" Schuld an meinem Elend sind, dann habe ich, wenn auch ein falsches Motiv, um gegen den israelischen Staat zu sein. Dass ist aber etwas völlig anderes als Juden mit dem "Bösen" schlechthin zu identifizieren. Der Hamas und der Hisbollah (und dass sind die relevanten kräfte mit denen es Israel im Moment zu tun hat) geht es längst nicht mehr nur um territoriale Ansprüche. Jene haben (wie übrigens fast alle islamistischen Terrororganisation) ihre Selbstlegitimation längst auf spezifische Weise mit der Ideologie des Antisemitismus amalgamiert.

Ich habe auch nie gesagt, dass das gerechtfertigt ist, gewöhnlich aber schon. Denkst du, das ist bei anderen ethnisch-nationalen Konflikten anders?

Jetzt, spezifisch auf Hamas und Hizbollah bezogen: antisemitisch sind sie natürlich nicht, weil sie ihre semitisch-arabische Identität nicht verneinen. Stark antijüdische Tendenzen gibt es bei ihnen schon, die gibt es aber (leider) in ähnlicher Kraft auch in arabischen Parteien ganz anderer Ideologie, bis auf linksgerichtete. Wie gesagt, ist das in solchen ethnisch-nationalen Konflikten eher der Regel als die Ausnahme. Aber sogar von ihnen kommen manchmal auch andere Töne, die zwischen Antijudaismus und Antizionismus unterscheiden wollen. Diese Denkensweise muss man als Außenseiter auf jeden Fall unterstützen.

Außerdem: Im Allgemeinen, ist das ganze Komplex von Nahostkonflikten heutzutage kaum ideologisch definiert. Nehmen wir als Beispiel Hizbollah: sie, als schiitische islamistische Partei die gegen Israel kämpft, also gegen Mitte-links und liberale bis religiös fundamentalistischen Juden, ist sie mit einem säkularem aber in der Wirklichkeit alawitischen Regime verbündet. Innerhalb Libanons, regiert Hizbollah das Land im Zusammenarbeit mit einer eher säkularen schiitischen Partei, mit christlich-maronitischen Parteien, mit armenischen Nationalisten, mit einer säkularen sozialistischen syrisch-nationalistischen Partei u.a. Gegen diese Regierung steht als Opposition eine Allianz, die von einer sunnitischen eher Mitte-Rechtspartei geführt wird und noch sunnitische Islamisten, eher rechte christliche Maroniten, und eine linke Partei beinhaltet - und vom fundamentalistischen Saudi-Arabien unterstützt wird. Und daneben, gibt es noch eine offiziel linksgerichtete Drusenpartei, die von der einen zu anderen Seite pendelt. Wo siehst du da einen ideologischen Zusammenhang?

So unangenehm mir das sein mag, muss ich zugeben dass in unseren Region die heutigen offenbaren und kritischen Konflikte viel mehr sektiererisch sind, oder sogar nur personengebunden. Die ideologische Kämpfe gibt es schon, sie finden aber zur Zeit im Schatten dieser anderen Konflikten statt.

Die Zeiten des "guten, alten Imperialismus" sind längst vorbei. In Zeiten der Globalisierung haben die alten imperialistischen Staaten die Lust an territorialen Annexionen und an "Einflusszonen" verloren. Was sollen sie mit riesigen Gebieten der Armut anfangen, deren Menschen sie nicht mehr verwenden können? Jede nationale "Einflusszone" ist nur noch ein unproduktiver Kostenfresser.

Den Imperialismus wird es geben, zumindest so lange es auch den Kapitalismus gibt. Er verändert zwar seine Form, heute wird er meistens nicht als territoriale Annexionen ausgedrückt, in Form aber von Einflusszonen aber schon, die manchmal auch mit militärischen Mitteln geschaffen werden. Die Menschen, die wirtschaftlichen Tätigkeiten sowie auch die Rohstoffe eines Territoriums können imperialistische Mächte schon sehr gut verwenden.

Was heute vielleicht schon anders ist, ist dass es neben den Staaten auch andere Machtzentren gibt, die sich nicht direkt auf ein bestimmtes Territorium beziehen. Das heißt aber nicht, dass die Staaten jede Macht verloren haben, und sogar diesen anderen Machtzentren kann die territoriale Kontrolle gar nicht gleichgültig sein, weil sie auch auf ihn angewiesen sind.

Der Unterschied würde mich interessieren.

OK, das ist jetzt wieder so ein Problem mit Begriffen. Auf griechisch wird "Nation" als "ethnos" übersetzt, so ist in meinem Kopf die Beziehung mit Ethnie sehr eng. Nationen die (noch) kein Nationalstaat haben sind z.B. die Basken oder die Kurden. Ich als griechischer Zypriot gehöre ich der griechischen Nation an, das ist schon ein zentraler Teil meiner Identität, mit dem griechischen Nationalstaat habe ich aber (offiziell) nichts zu tun, und das ist gut so.


Und was heisst dass?
Dass Israel seine "ethnische" Selbstlegitimation aufgeben, seine Staatlichkeit nur noch als abstrakte politische Allgemeinheit begründen und womöglich die Nachkommen der ehem. palästinensischen Flüchtlinge, die auf die Nachbarstaaten verteilt in Flüchtlingslagern gehalten werden, "zurückkehren" lassen und als stimmberechtigte Staatsbürger anerkennen soll?
Auf diese Weise wären natürlich die Juden eine Minderheit in Israel - was natürlich nunmal als Folge "demokratischer Legitimation" deklariert wird. Dass aber die "etnische" Konstitution Israels wie die Staatsgründung überhaupt eine vom globalen Antisemitismus aufgezwunge ist und dass sich Juden aus vielen Ländern, die dort eig. ein längst säkulares und nicht-ethnisches Selbstverständnis (die meisten sahen sich als Bürger des jeweiligen Landes) entwickelt hatten, von ihren eigenen Mitbürgern zum etnischen, "rassischen" oder religiösen Fremdkörper gestempelt wurden und deshalb Israel als ihren Staat verstehen mussten, blenden diese "Antinationalisten" völlig aus und stellen die konstitutive Bedingung auf dem Kopf.

Wieviele Palästinenser wurden denn genau vertrieben und wieviele sind freiwillig vor dem Krieg geflüchtet oder haben das Land auf Anweisung ihrer Arabischen Führer verlassen? Und wieviele Flüchtlinge gibt es heute? Es gibt sicher noch den ein oder anderen Fall der noch geklärt und mit einer Rückkehrerlaubnis beantwortet werden muss - sicher aber nicht für über 4 Millionen Palästinenser von denen die Mehrheit noch nie in Palästina gelebt hat.

Bis jetzt haben wir darüber gesprochen, wieso ein Antinationalist logischerweise auch antizionistisch ist. Ob jetzt der Antinationalismus eine realistische Ideologie ist, das ist eine ganz andere Diskussion, die, obwohl interessant, zu diesem Thread nicht gehört, denke ich.

Eine "freiwillige" Flucht vor dem Krieg gibt es nicht. Und nur weil man flüchtet, um sein Leben zu retten, heißt nicht, dass man automatisch jeden Anspruch auf sein Land und Haus verliert.

Wenn wir jetzt über die möglichen Lösungen der Palästina-Frage sprechen wollen, und was dann mit der Flüchtlingen passieren kann, das ist auch eine Diskussion die ich gerne machen würde. Da kann man schon viele Vergleiche mit der Zypernfrage machen, die (zumindest) in diesem Bereich sehr ähnlich ist.

Es geht gegen den israelischen Staat der von der Landkarte verschwinden soll und somit auch gegen die Bevölkerung.

Obwohl das viele iranische Funktionäre wahrscheinlich so meinen (zumindest über die dazu gekommene jüdische Bevölkerung, nicht die einheimische), muss das nicht so sein. Das eine bedingt das andere nicht.
 
Sie beschiessen einfach den Sudan? Ohne Grund ein souveränes Land?
Dann sind sie nicht besser wie die viel beschworenen Nazis.
Das heisst zugleich aber auch, dass Deutschland ihre Zahlungen an Israel sofort stoppen soll, wenn Deutschland keinen kriegerischen Staat unterstützen möchte!
 
Und Israel wundert sich dann, wieso sie eigentlich von keinem gemocht werden...

Von dem Islamofaschisten in sämtlichen Staaten im Osten ist sowieso nix anderes zu erwarten.

An Antizionismus, dem israelischen Faschismus, gibt es ja wohl einiges zu kritisieren, rechtfertigt er doch Mord und Totschlag zum Erhalt irgendwelcher Grenzen anstatt Dialoge zu eröffnen und zu friedlichen Lösungen zu finden. Zionisten dürfen aus "historischer Verantwortung heraus" von einem Land wie Deutschland überhaupt nicht unterstützt werden. Was das Land braucht sind Demokraten und keine parasitären Politiker, die sich die Schwächen ihrer unvollkommenen Demokratie zunutze machen.

Wie dem auch sei - die Wahrscheinlichkeit eines Luftangriffes aus Israel ist, betrachtet man die vorangegangenen und bestätigten Angriffe, sehr hoch. Wo liegt also dein Problem? Soll so etwa jede Diskussion, die Zweifel an dem Staat Israel in seiner heutigen Form birgt, verboten werden? So etwas würde man dann auch in einer Diktatur tun.

Und mit wem soll man an einer friedlichen Lösung arbeiten? Mit der Hamas? Islamischen Djihad? Solange die Araber selbst keine ordentliche Führung haben, welche auch die ihr Gebiet friedlich unter Kontrolle halten können, wird es niemals zu einer friedlichen Lösung niemals kommen. Dies hat vor allem mit der null Toleranz seitens der Araber zu tun. Unter Arafat währe es ja möglich gewesen, aber dieser lehnte den Frieden lieber ab und anschließend folgte die 2 Intifada....jo sowas würd ich mal ein Eigentor nennen.
 
Ich poste es mal hier, weil es iwie im Nachrichten vom Rest der Welt untergeht.....


Jedes verdächtige Geräusch - vor allem das eines Flugzeugs - lässt die Bewohner der Dörfer in den sudanesischen Nuba-Bergen zusammenzucken. Der Krieg hat die Menschen traumatisiert. Eine Weltspiegel-Reportage aus einer Region, die von der Welt vergessen zu sein scheint.


Weltspiegel-Reportage: Sudan - der vergessene Konflikt | tagesschau.de
 
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