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Nassim Ben Imam

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Das stimmt so nicht. Zudem willst Du damit also die islamischen Eroberungen rechtfertigen?

al-Andalus
Nichtmuslime zählten zum ahl al Dhimma (Schutzbefohlene). Sie hatten dementsprechend die Dschizya zu zahlen. Die keiner Schriftreligion angehörende („heidnische“) Bevölkerung von al-Andalus zählte als madschus.[SUP][12][/SUP] Die Behandlung der religiösen Minderheiten unter dem Kalifat wird in der Forschung und in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Auch über die Sinnhaftigkeit der Verwendung moderner Begriffe wie Toleranz und Gleichheit in Bezug auf die andalusische Gesellschaft besteht keine Einigkeit. Über das tatsächliche Ausmaß der muslimischen Duldung der Juden und Christen bestehen in der Forschung Meinungsverschiedenheiten.
Die Romanistin und Mediävistin María Rosa Menocal ist der Auffassung, dass „Toleranz ein inhärenter Aspekt der Gesellschaft von al-Andalus“ war.[SUP][13][/SUP] Für sie war die Situation der Juden unter dem Kalifat deutlich besser als in den christlichen Reichen Europas. So wanderten Juden aus anderen Teilen Europas ein, da sie sich in al-Andalus eine vergleichsweise bessere Stellung versprachen. Gleiches galt für Angehörige christlicher Sekten, die in christlichen Staaten als Häretiker galten. In al-Andalus entwickelte sich deshalb während desMittelalters eine der stabilsten und wohlhabendsten jüdischen Gemeinden, die ein Zentrum der jüdischen Kultur bildete, welches bedeutende Gelehrte hervorbrachte.
Bernard Lewis weist dagegen darauf hin, dass in al-Andalus ebenso wie in anderen Teilen der islamischen Welt von einer Gleichberechtigung Andersgläubiger keine Rede sein konnte, da dies im islamischen Recht nicht vorgesehen ist.[SUP][14][/SUP]. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt der spanische Mediävist Francisco Garcia Fitz, der „die Toleranz im islamischen Spanien“ als einen „multikulturellen Mythos“ bezeichnet: „Unbestreitbar hat es kulturelle Anleihen und Einflüsse und friedliche wirtschaftliche Beziehungen gegeben, aber keine Beziehungen auf der Basis von Gleichheit und voller Akzeptanz der Unterschiede“.[SUP][15][/SUP] Der spanische Literaturwissenschaftler Darío Fernández-Morera kommt in seinem Essay The Myth of the Andalusian Paradise zu dem Schluss, dass die Beziehung zwischen den drei Religionsgruppen durch religiöse, politische und Rassenkonflikte geprägt gewesen war, die in den besten Zeiten nur durch die tyrannische Durchsetzungskraft der Herrscher unter Kontrolle gebracht werden konnten.[SUP][16][/SUP] Katholiken litten unter repressiven Maßnahmen wie hoher Besteuerung, Konfiszierung ihrer Güter und Versklavung sowie religiöser Verfolgung.[SUP][17][/SUP] Muhammad I. (823–886) ordnete die Zerstörung aller seit der Eroberung Spaniens 711 neugebauter Kirchen an,[SUP][18][/SUP] und seine Nachfolger bewilligten nur selten den Bau neuer oder die Reparatur bestehender Kirchen.[SUP][19][/SUP] Der muslimische Jurist Ibn Abdun sprach sich für die Rassentrennung der Muslime und ihrer christlichen und jüdischen dhimmis aus.[SUP][20][/SUP] Auch die Beziehungen zwischen den christlichen und jüdischen Untertanen waren durch gegenseitige Ressentiments geprägt.[SUP][21][/SUP]
Die Behandlung der Nichtmuslime in al-Andalus war zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich. Die längste Periode der relativen Toleranz begann 912 unter Abd ar-Rahman III. und seinem Sohn al-Hakam II.. Die Juden von al-Andalus prosperierten im Kalifat von Córdoba und erbrachten in Wissenschaft, Handel und Gewerbe, etwa im Handel mit Seide und Sklaven ihren Beitrag zum Wohlstand des Landes (→Radhaniten). Das südliche Iberien war in dieser Zeit Asyl für die unterdrückten Juden anderer Länder.[SUP][22][/SUP][SUP][23][/SUP] Auch während solcher Toleranzzeiten propagierten einzelne Christen das Märtyrertum. So wurden im 9. Jahrhundert in Córdoba 48 Christen wegen religiöser Vergehen gegen den Islam hingerichtet. Sie werden als die „Märtyrer von Córdoba“ bezeichnet. Diese Eiferer fanden gelegentlich Nachahmer.[SUP][24][/SUP]
Nach dem Tod al-Hakams II. im Jahr 976 verschlechterte sich die Situation der Nichtmuslime. Die erste größere Verfolgung gab es am 30. Dezember 1066 mit der Vertreibung der Juden aus Granada, bei der 1500 Familien getötet wurden, die die Stadt nicht verließen. Im frühen 12. Jahrhundert wurden die katholischen Einwohner von Málaga und Granada nach Marokko vertrieben.[SUP][25][/SUP] Unter den Almoraviden und denAlmohaden mag es zwischenzeitliche Verfolgung der Juden gegeben haben,[SUP][26][/SUP] aber die Quellenlage ergibt kein klares Bild. Jedenfalls scheint sich die Lage der Nichtmuslime nach 1160 verschlechtert zu haben.[SUP][27][/SUP] So werden Pogrome gegen Juden in Córdoba im Jahr 1011 und in Granada im Jahr 1066 berichtet.[SUP][28][/SUP][SUP][29][/SUP][SUP][30][/SUP]
Vor dem Hintergrund dieser sich wiederholenden Wellen der Gewalt gegen Nichtmuslime, insbesondere gegen Juden, verließen viele jüdische, aber auch muslimische Gelehrte das muslimische Iberien und gingen in das damals noch verhältnismäßig tolerante Toledo, das die Christen 1085 erobert hatten. Einige Juden – man nimmt an bis zu 40.000 – schlossen sich den christlichen Heeren an, andere aber denAlmoraviden in deren Kampf gegen Alfons VI. von Kastilien.
Die Almohaden übernahmen um 1147 die Macht in den zuvor von den Almoraviden kontrollierten Gebieten des Maghreb und Iberiens.[SUP][31][/SUP] Ihr Weltbild war weit fundamentalistischer als das der Almoraviden, dementsprechend wurden die Dhimmis unter ihrer Herrschaft deutlich härter behandelt. Ansonsten vor die Wahl zwischen Konversion und Tod gestellt, verließen viele Christen und Juden das Land.[SUP][32][/SUP][SUP][33][/SUP]Manche, so etwa die Familie von Maimonides, flüchteten nach Osten in tolerantere muslimische Gebiete,[SUP][32][/SUP] andere emigrierten in die sich ausdehnenden christlichen Königreiche.[SUP][34][/SUP][SUP][35][/SUP] Gleichzeitig förderten die Almohaden aber Wissenschaft und Kunst, insbesondere die Falsafah-Schule, zu der Ibn Tufail, Ibn al-Arabi und Averroës gehörten.[SUP][31][/SUP]
Im mittelalterlichen Iberien befanden sich Muslime und Christen in einem fast ununterbrochenen Krieg, der die Geschichte Spaniens und Portugals in dieser Zeit prägte. Periodische Überfälle aus al-Andalus verheerten die christlichen Königreiche und brachten Beute und Sklaven zurück. So nahm der Almohaden-Kalif Yaqub al-Mansur bei dem Überfall auf Lissabon im Jahr 1189 3.000 Frauen und Kinder als Sklaven, ebenso nahm 1191 der ihm untergegebene Gouverneur von Córdoba bei dem Überfall auf Silves 3.000 Christen als Sklaven.[SUP][36][/SUP]

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Nein, die islamischen Eroberungen will ich nicht rechtfertigen - was hat es für einen Sinn, etwas moralisch zu bewerten, dass vor mehr als 1000 Jahren passiert ist?

Ich sage nur, dass relativ zur Situation nach der Rückeroberung Iberiens von Katholiken, gab es mehr Toleranz von Andersgläubigen, wenn man so einen Durchschnitt von der islamischen Herrschaft betrachtet (deine eigene Quellen sprechen über deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen muslimischen Herrscher). Und nichts im von dir zitierten Text beweist das Gegenteil. Toleranz heißt weder Gleichberechtigung noch voller Akzeptanz der Unterschiede: das willst du nicht verstehen, weil du die Situation des 15 Jh. mit heutigen moralischen Maßstäben beurteilen willst. Im Falle vom islamischen Iberien, kann man vielleicht sogar sagen, dass die nicht-Gleichberechtigung die Grundlage für die Toleranz war: aus fiskalpolitischen Gründen war es schon wichtig, dass es eine wichtige Zahl von Nicht-Muslimen gab.
 
Nein, die islamischen Eroberungen will ich nicht rechtfertigen - was hat es für einen Sinn, etwas moralisch zu bewerten, dass vor mehr als 1000 Jahren passiert ist?

Ich sage nur, dass relativ zur Situation nach der Rückeroberung Iberiens von Katholiken, gab es mehr Toleranz von Andersgläubigen, wenn man so einen Durchschnitt von der islamischen Herrschaft betrachtet (deine eigene Quellen sprechen über deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen muslimischen Herrscher). Und nichts im von dir zitierten Text beweist das Gegenteil. Toleranz heißt weder Gleichberechtigung noch voller Akzeptanz der Unterschiede: das willst du nicht verstehen, weil du die Situation des 15 Jh. mit heutigen moralischen Maßstäben beurteilen willst. Im Falle vom islamischen Iberien, kann man vielleicht sogar sagen, dass die nicht-Gleichberechtigung die Grundlage für die Toleranz war: aus fiskalpolitischen Gründen war es schon wichtig, dass es eine wichtige Zahl von Nicht-Muslimen gab.

Das ist dann wie wenn Du sagen würdest, weil die USA als Besatzungsmacht vom Irak oder Afghanistan Frauen mehr Rechte gab als beispielsweise die Taliban war deren Besatzung ja nicht so schlimm.

Es geht mir einfach in dem Fall ums Prinzip, dass man das eine verurteilt und das andere dementsprechend gut darstellt. Die Araber waren anfangs zunächst natürlich gezwungen sich tolerant zu zeigen, denn die Mehrheit der Bevölkerung war christlich.
 
Nein, die islamischen Eroberungen will ich nicht rechtfertigen - was hat es für einen Sinn, etwas moralisch zu bewerten, dass vor mehr als 1000 Jahren passiert ist?
so sehe ich das auch... und kann mir überhaupt nicht erklären warum manche so abgehen wenn es darum geht, das irgendwelche Muslime die Juden oder die Christen getötet haben... als wäre man mit "Muslim" von Fehler und Sünden erlöst...(was eben nicht der Fall ist, den weder Muslim noch Christ oder Jude ist da durch besser weil er Muslim, Christ oder Jude ist... das Gute&Schlechte ist unabhängig ob Muslim, Christ oder Jude.... sie sind auch nur Menschen! )


Frieden
 
Das ist dann wie wenn Du sagen würdest, weil die USA als Besatzungsmacht vom Irak oder Afghanistan Frauen mehr Rechte gab als beispielsweise die Taliban war deren Besatzung ja nicht so schlimm.

Es geht mir einfach in dem Fall ums Prinzip, dass man das eine verurteilt und das andere dementsprechend gut darstellt. Die Araber waren anfangs zunächst natürlich gezwungen sich tolerant zu zeigen, denn die Mehrheit der Bevölkerung war christlich.

Ja, afghanische und irakische Frauen haben sich vor Freude die Burkas runtergerissen und sind jubelnd durch die Straßen gezogen. Endlich- Frauenrechte auf Papier aber dafür in einem Land leben in dem seit dem Krieg mehr Bomben in die Luft gehen als es regnet-juhuuuu.
 
ich kopiere nur was der typ sagt inressantes interview... wenn ich mich lächerlich mache mit copy paste dann des ganze forum genauso...
Interview? du postest hier irgendein kack emotions video, wenn du jetzt vom fotzenlecker zum religiösen menschen geworden bist, poste lieber neutralere sachen :lol:
 
Interview? du postest hier irgendein kack emotions video, wenn du jetzt vom fotzenlecker zum religiösen menschen geworden bist, poste lieber neutralere sachen :lol:
Hauptsache irgendeinen Ex-Moslem finden der gegen den Islam bellt und ihn dann zitieren und so tun als würde man nicht einer Meinung mit ihm sein sondern nur "seine Sachen kopieren" :D
 
bilder von terroranschlägen haben ihm befriedigung verschafft omg ::lol:
sesar, den könnt ihr behalten, brauchen wir nicht ::lol:

und dieses video pierre vogel vs nassim ben imam ::lol:
 
Ja, afghanische und irakische Frauen haben sich vor Freude die Burkas runtergerissen und sind jubelnd durch die Straßen gezogen. Endlich- Frauenrechte auf Papier aber dafür in einem Land leben in dem seit dem Krieg mehr Bomben in die Luft gehen als es regnet-juhuuuu.

Afganistan wurde eh krass gefickt, wie das Land früher war... wurde so regelrecht von den Sovjets, Talibans und jetzt USA vergewaltigt :lol:

Kabul1970.jpg


 
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