Y
Yunan
Guest
Im Vergleich zu anderen arabischen Ländern ist Ägypten relativ weit entfernt davon, ein Pulverfass zu sein. Die Bevölkerung ist sehr homogen und wird nicht von Stämmen oder verschiedenen Ethnien durchzogen wie es z.B. in Libyen, Jordanien, Palästina, etc. der Fall ist. Zwar gibt es großes Potenzial für Konflikte anderer Art, aber man sieht in der gesamten Geschichte Ägyptens, dass das Land und die Menschen vor direkten bürgerkriegsähnlichen Konflikten immer Abstand gehalten haben. Wären in Griechenland vor 40 Jahren Präsidenten umgebracht worden, hätte es vermutlich ziemlich schnell einen Bürgerkrieg gegeben und das wäre vielleicht gerade heute nicht anders.
Bei Bewegungen wie der des 6.April sind viele Ägypter selbst aber skeptisch, es gibt zu viele Hinweise darauf dass sie von Außen beeinflusst und gesteuert werden. Diese Auffassung teilen auch viele, die gegen Moursi sind.
@Toruko: Du fixierst dich schon wieder auf so subjektive und eurozentrische Begriffe wie "moderne Welt" und "Entwicklung", etc. Wenn es so etwas wie Entwicklung überhaupt gibt (denn Entwicklung ist eine Sache immer erst im Nachhinein), oder das was man sich im Westen unter Entwicklung vorstellt (natürlich mit sich selbst als Maßstab), dann wird sie eingeleitet durch Dialog und Bildung, nicht durch wirtschaftliche Aspekte. Wer sein Augenmerk so stark auf die Wirtschaft lenkt, verliert den Sinn für nachhaltige "Entwicklung", denn wirtschaftliche, kapitalistisches Denken ist per Definition kurzfristig und oberflächlich, somit also nicht geeignet um eine Gesellschaft voranzubringen. Die mit diesem Denken einhergehenden Probleme und gesellschaftlichen Auflösungserscheinungen sind auch die Dinge, mit denen der Westen mittlerweile stark zu kämpfen hat. Es führt zu Legitimationsproblemen. Ich würde behaupten, dass es mit den Osmanen ähnlich war wie auch heute mit den Amerikanern oder vor einigen Jahrhunderten mit den Europäern. Überproportional ausgeprägtes wirtschaftliches Denken, und Denken in groben Machtdimensionen führen zu geistiger Verdunkelung einer Gesellschaft, und geistige Verdunkelung führt letztendlich zur Niederlage gegenüber denen, die reich an diesen Dingen sind.
Kurz gesagt: Ökozentrisches Denken ist ein Ausdruck der Dekadenz und muss abgelehnt werden, wenn man als Volk vorankommen möchte.
Es ist aber richtig, dass es Zeiten braucht, in denen ein Land stark geführt werden muss um nicht in den inneren Widersprüchlichkeiten der herrschenden Klassen zu versacken. Hierbei muss das Gleichgewicht gewahrt werden zwischen Volkinteressen und Interessen der Eliten. Erfahrungsgemäß wurden Führer, die den Interessen des Volkes dienten, gegen die Interessen der Eliten, relativ schnell umgebracht oder unschädlich gemacht.
Bei Bewegungen wie der des 6.April sind viele Ägypter selbst aber skeptisch, es gibt zu viele Hinweise darauf dass sie von Außen beeinflusst und gesteuert werden. Diese Auffassung teilen auch viele, die gegen Moursi sind.
@Toruko: Du fixierst dich schon wieder auf so subjektive und eurozentrische Begriffe wie "moderne Welt" und "Entwicklung", etc. Wenn es so etwas wie Entwicklung überhaupt gibt (denn Entwicklung ist eine Sache immer erst im Nachhinein), oder das was man sich im Westen unter Entwicklung vorstellt (natürlich mit sich selbst als Maßstab), dann wird sie eingeleitet durch Dialog und Bildung, nicht durch wirtschaftliche Aspekte. Wer sein Augenmerk so stark auf die Wirtschaft lenkt, verliert den Sinn für nachhaltige "Entwicklung", denn wirtschaftliche, kapitalistisches Denken ist per Definition kurzfristig und oberflächlich, somit also nicht geeignet um eine Gesellschaft voranzubringen. Die mit diesem Denken einhergehenden Probleme und gesellschaftlichen Auflösungserscheinungen sind auch die Dinge, mit denen der Westen mittlerweile stark zu kämpfen hat. Es führt zu Legitimationsproblemen. Ich würde behaupten, dass es mit den Osmanen ähnlich war wie auch heute mit den Amerikanern oder vor einigen Jahrhunderten mit den Europäern. Überproportional ausgeprägtes wirtschaftliches Denken, und Denken in groben Machtdimensionen führen zu geistiger Verdunkelung einer Gesellschaft, und geistige Verdunkelung führt letztendlich zur Niederlage gegenüber denen, die reich an diesen Dingen sind.
Kurz gesagt: Ökozentrisches Denken ist ein Ausdruck der Dekadenz und muss abgelehnt werden, wenn man als Volk vorankommen möchte.
Es ist aber richtig, dass es Zeiten braucht, in denen ein Land stark geführt werden muss um nicht in den inneren Widersprüchlichkeiten der herrschenden Klassen zu versacken. Hierbei muss das Gleichgewicht gewahrt werden zwischen Volkinteressen und Interessen der Eliten. Erfahrungsgemäß wurden Führer, die den Interessen des Volkes dienten, gegen die Interessen der Eliten, relativ schnell umgebracht oder unschädlich gemacht.