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Ägypten News

Guter Kommentar in der Süddeutschen:

17. August 2013 14:09


Gewalt in Ägypten


Schändliche Antwort des Westens


Mohammed Mursis Sturz war nichts anderes als ein Putsch - und die aktuellen Gewaltorgien gegen die Muslimbrüder sind Massaker. Trotzdem schaut der Westen nur tatenlos zu, während Ägyptens alte Militär- und Geheimdienstgarde die Macht wieder an sich reißt. Doch Amerika und Europa fällt nicht mehr ein, als über die Brutalität zu jammern. Ist das nur naiv? Oder zynisch?

Ein Kommentar von Hubert Wetzel

Zuerst das Offensichtliche: Ägyptens Militärmachthaber kümmern sich einen Dreck um den Westen. Europa und Amerika können bitten, drängen, warnen - die Junta lässt die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi mit Bulldozern von den Straßen räumen. Selten wurde dem Westen seine Impotenz in Nahost so blutig vor Augen geführt.
Die Antwort des Westens ist schändlich. Die EU-Länder wollen nächste Woche eine gemeinsame Linie finden, bis dahin (und wohl auch danach) wird es bei entrüsteten Erklärungen bleiben. Barack Obama, Präsident jenes Landes, das Ägyptens Armee seit Jahrzehnten päppelt, sagte ein Militärmanöver ab. Das "Foto des Tages" des Weißen Hauses zeigte am Freitag Obama im ernsten Gespräch mit seiner Sicherheitsberaterin Susan Rice. Krise im Griff, sollte das bedeuten. Das ist keine Außenpolitik, sondern absurdes Theater.
...
Zynisch oder nur naiv?

Die Lage in Kairo ist kompliziert. Aber so kompliziert nun auch wieder nicht: Mursi war ein unfähiger, unbelehrbarer, islamistischer Präsident. Aber er war eben der gewähltePräsident - ein Status, der aus Sicht der westlichen Demokratien einen gewissen Wert haben sollte. Sein Sturz war nicht, wie Obama sagte, ein "Dazwischengehen des Militärs", sondern ein Putsch. Die Gewaltorgie der Polizei gegen Demonstranten am Dienstag war ein Massaker. Amerika und Europa haben tatenlos zugeschaut, wie Ägyptens alte Militär- und Geheimdienstgarde die Macht wieder an sich gerissen hat; nun jammert der Westen, weil die Generäle ihre Gegner mit den Mitteln von Armee und Geheimdienst bekämpfen. Ist das zynisch oder nur naiv?
Vielleicht hat der Westen in Ägypten tatsächlich nichts zu melden. Vielleicht sind Europa und die USA nur Zuschauer. Aber wenn 500 oder mehr tote Zivilisten auf der Straße liegen, sollten man die Dinge wenigstens mal beim Namen nennen. Sonst wird man irgendwann zum Komplizen.

Schändliches Nichtstun - Politik - Süddeutsche.de
 
Der Vier Finger Gruss gilt als neues Symbol der Ägyptischen Freiheitsbewegung.

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Diese Finger...es sind 4 Finger.

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Zuerst das Offensichtliche: Ägyptens Militärmachthaber kümmern sich einen Dreck um den Westen. Europa und Amerika können bitten, drängen, warnen - die Junta lässt die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi mit Bulldozern von den Straßen räumen. Selten wurde dem Westen seine Impotenz in Nahost so blutig vor Augen geführt.

Das ist interessant. Der westliche Einfluss scheint tatsächlich schwach, zumindest schwächer als man erwartet hätte. Ist vielleicht auch nicht zufällig, dass die Tamarod-Bewegung sich traut, die US-Hilfe abzulehnen:


Tamarrod starts petition to reject US aid, scrap peace treaty with Israel | Egypt Independent

Dabei spielt sicher eine Rolle, dass die Generalen sich auf die Hilfe von Saudi-Arabien, Bahrain und der Emiraten verlassen können, die sich ganz klar auf ihrer Seite gestellt haben - der arabische Frühling war ihnen schon vom Anfang an ein Dorn in Auge, egal ob sie den syrischen Aufstand aus taktischen Gründen unterstützt haben. Der einzige Golfstaat, der pro-MB ist, ist Qatar. Und in diesen Zeiten, sind die Golfstaaten sowieso bessere Geldquellen als die westlichen.
 
++Livebericht aus Kairo: El-Baradei verlässt Ägypten++

Übergangsregierung lehnt internationale Vermittlungsbemühungen ab

Über 600 Tote gab es an einem der blutigsten Tage der jüngeren ägyptischen Geschichte. Am Freitag zogen wieder Tausende Demonstranten durch Kairo, es gab mehr als 1000 Festnahmen und 173 Tote. Ein Großteil der Stadt ist vom Militär besetzt. Aus Kairo berichtet »nd«-Korrespondent Oliver Eberhardt.

13:26 Mohammad El-Baradei hat soeben Ägypten in Richtung Wien verlassen. Der ehemalige Chef der in Wien angesiedelten Atomenergieorganisation und Friedensnobelpreisträger war am Mittwochabend aus Prostest vom Amt des Vize-Präsidenten zurück getreten. Der Nachrichtensender CNN berichtet, El-Baradei habe am Flughafen keine Stellungnahme abgeben wollen. Deshalb stehen nun eine ganze Reihe von Spekulationen im Raum: Es wird gemutmaßt, dass er nicht nach Ägypten zurück kehren wird. Manche glauben aber auch, dass er versucht, im Ausland, weitab vom Schlaglicht der Medien, einen Ausgleich zwischen den Konfliktparteien zu erreichen.

18.08.2013: ++Livebericht aus Kairo: El-Baradei verlässt Ägypten++ (neues-deutschland.de)

 
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