Moderate Serben gegen Teilung
Belgrads Vorschlag für eine Spaltung des Kosovo stösst auf Kritik: Liberale Politiker befürchten die Abwanderung der serbischen Minderheit.
Der Vorschlag der Belgrader Regierung, die Verwaltung in den von Serben bewohnten Gebieten in Kosovo zu übernehmen, ist von gemässigten Politikern der serbischen Minderheit heftig kritisiert worden. Oliver Ivanovic, einer der serbischen Führer in der zwischen Serben und Albanern geteilten Stadt Mitrovica, sprach von einer «populistischen Kampagne», die dazu diene, im Wahlkampf politische Werbung zu betreiben. In Serbien finden im Mai Parlamentswahlen statt.
Ivanovic warf dem serbischen Kosovo-Minister Slobodan Samardzic «billigen Patriotismus» vor. Samardzic hatte in der vergangenen Woche der Uno-Mission in Kosovo (Unmik) eine «funktionale Trennung» zwischen Serben und Albanern vorgeschlagen. So soll Belgrad nicht nur im serbisch dominierten Norden Kosovos, sondern in allen Gemeinden mit serbischer Bevölkerung die Macht ausüben.
Eine Abspaltung des Nordens werde die Abwanderung der Serben aus Zentralkosovo beschleunigen, warnte dagegen Ivanovic. Kritik äusserte auch die Politikerin Rada Trajkovic aus der serbischen Enklave Gracanica. Sie erinnerte daran, dass im restlichen Kosovo etwa 80’000 Serben leben - deutlich mehr als im Norden (50’000). Im Falle einer Teilung, so die Befürchtung der liberalen Politiker der serbischen Minderheit, kämen die Serben in den Enklaven unter Druck der Albaner und könnten ihre Heimat verlassen.
Für die Kosovo-Serben ist laut Trajkovic die streng überwachte Unabhängigkeit des Kosovo eine bessere Lösung. Sollten die Kosovo-Albaner gezwungen werden, auf den Norden zu verzichten, dann könne man von ihnen keine Toleranz gegenüber den verbliebenen Serben erwarten.
Die westlichen Länder lehnten eine Teilung des Kosovo ab. Dies geschieht offenbar auch aus Angst, dass eine Spaltung die albanischen Minderheiten in Südserbien und in Mazedonien veranlassen könnte, einen Anschluss an den Kosovo zu verlangen. Im so genannten Presevo-Tal in Serbien leben etwa 100 000 Albaner. In Mazedonien stellen die Albaner mindestens einen Viertel der zwei Millionen Einwohner. Der kosovarische Premier Hashim Thaci wies den serbischen Vorschlag für eine Teilung Kosovos ebenfalls zurück. Doch seine Regierung ist in den serbischen Gemeinden praktisch nicht präsent.
Belgrads Vorschlag für eine Spaltung des Kosovo stösst auf Kritik: Liberale Politiker befürchten die Abwanderung der serbischen Minderheit.
Der Vorschlag der Belgrader Regierung, die Verwaltung in den von Serben bewohnten Gebieten in Kosovo zu übernehmen, ist von gemässigten Politikern der serbischen Minderheit heftig kritisiert worden. Oliver Ivanovic, einer der serbischen Führer in der zwischen Serben und Albanern geteilten Stadt Mitrovica, sprach von einer «populistischen Kampagne», die dazu diene, im Wahlkampf politische Werbung zu betreiben. In Serbien finden im Mai Parlamentswahlen statt.
Ivanovic warf dem serbischen Kosovo-Minister Slobodan Samardzic «billigen Patriotismus» vor. Samardzic hatte in der vergangenen Woche der Uno-Mission in Kosovo (Unmik) eine «funktionale Trennung» zwischen Serben und Albanern vorgeschlagen. So soll Belgrad nicht nur im serbisch dominierten Norden Kosovos, sondern in allen Gemeinden mit serbischer Bevölkerung die Macht ausüben.
Eine Abspaltung des Nordens werde die Abwanderung der Serben aus Zentralkosovo beschleunigen, warnte dagegen Ivanovic. Kritik äusserte auch die Politikerin Rada Trajkovic aus der serbischen Enklave Gracanica. Sie erinnerte daran, dass im restlichen Kosovo etwa 80’000 Serben leben - deutlich mehr als im Norden (50’000). Im Falle einer Teilung, so die Befürchtung der liberalen Politiker der serbischen Minderheit, kämen die Serben in den Enklaven unter Druck der Albaner und könnten ihre Heimat verlassen.
Für die Kosovo-Serben ist laut Trajkovic die streng überwachte Unabhängigkeit des Kosovo eine bessere Lösung. Sollten die Kosovo-Albaner gezwungen werden, auf den Norden zu verzichten, dann könne man von ihnen keine Toleranz gegenüber den verbliebenen Serben erwarten.
Die westlichen Länder lehnten eine Teilung des Kosovo ab. Dies geschieht offenbar auch aus Angst, dass eine Spaltung die albanischen Minderheiten in Südserbien und in Mazedonien veranlassen könnte, einen Anschluss an den Kosovo zu verlangen. Im so genannten Presevo-Tal in Serbien leben etwa 100 000 Albaner. In Mazedonien stellen die Albaner mindestens einen Viertel der zwei Millionen Einwohner. Der kosovarische Premier Hashim Thaci wies den serbischen Vorschlag für eine Teilung Kosovos ebenfalls zurück. Doch seine Regierung ist in den serbischen Gemeinden praktisch nicht präsent.