Und ich glaube man hat dir hier gefühlte 100x mal zu verstehen gegeben - btw. eigentlich allen Usern hier, speziell die, die denken dass die Türkei über alles und jeden steht - dass die Meldungen "Erdogan stellt die Regelung des Lausanner Vertrages in Frage" weder was mit Panik, noch was mit Angst zu tun haben. Man diskutiert darüber, da der primäre Grund folgender ist: Den Griechen geht es langsam auf den Sack, dass sich ein Präsident eines Landes, sich auf Kosten anderer Länder oder Völker seine Regelungen selber gestaltet. Die Griechen - auch dieses Jahr hab ich mich im "Urlaub" mit unzähligen Leuten über dieses Thema unterhalten - haben kein Problem mit den Türken an sich, sondern mit ihrer aggressiven Politik ... und sie ist aggressiv, wenn ein Präsident den Lausanner Vertrag in Frage stellt und insgeheim nach den griechischen Inseln greift. Medial wird ja schon gewaltig Stimmung verbreitet:
Immer häufiger tauchen in türkischen Medien Landkarten auf, die eine größere Türkei zeigen. Auf diesen Skizzen reicht das türkische Territorium bis weit in den Norden Syriens und des Irak. Im Westen umfasst es zahlreiche griechische Inseln.
Großmachtträume: Landkarten, die eine größere Türkei zeigen
Dass ein Land seine territoriale Integrität bewahren will, jedoch die seines Nachbarn täglich nicht respektiert und nun dies sogar öffentlich macht, kotzt an. Keiner hat Angst vor einem Einfall der Türkei, da dies nicht praktisch umzusetzen ist. Griechenland ist nicht der Irak oder auch nicht ein zersplittertes Syrien, dass sich im Ernstfall nicht verteidigen kann; mal abgesehen davon dass beide Staaten in der NATO sind und Griechenland in der EU. Man lässt Erdogan seine Spielchen spielen und die Diaspora-Türken, die den Kriegsschauplatz nur aus Videospielen und Filmen kennen, fallen auf Erdogans Großmacht-Rethorik rein, da er scheinbar weiß wie nationalistisch verankert sein Volk zu sein scheint - ergo: einfaches Spiel für ihn.