N
Nik
Guest
Eigentlich sprachst du selber zunächst von der Gegenwart, als du die Situation der Minderheiten in Europa bzw. in der Europäischen Union nach dem Zweiten Weltkrieg erwähntest.Du hast schon nicht phantasiert aber wir sprechen doch hier von der Gegenwart und nicht von der Vergangenheit? Die griechische Identität ist mitnichten durch ein Assimilierungsprozess (mit-)entstanden, wie du es weiter unten behauptest. Wurden etwa die Arvaniten, welche sich für ein freies Griechenland entschieden, sich als Griechen sahen, etwa damals von den mehrheitlichen Griechen assimiliert und haben dann im Kampf gegen die Osmanen für ein freies Griechenland gekämpft? Das negieren einer selbständigen griechischen Identität (meistens wird das von Albanern oder Slawen FYROMs behauptet) ist einfach nicht korrekt. Genau wie die nationalistischen Schwachköpfe aus Skopje hier behaupten, Griechen hätten den kulturellen Bezug zu Alexander, etc. bspw. erst durch den Namensstreit gefunden - Wunschgedanken. Wunschgedanken, da griechische Persönlichkeiten wie Meletios Pegas, Rigas, Korais schon lange vor dem Nationbuilding Griechenlands eine rein griechische Identität vorwiesen. Assimilierungsprozesse gab es auf dem gesamten Balkan, auch in Griechenland - das möchte ich ja nicht negieren. Ich selbst habe zig Albaner auf Lemnos gesehen die T-Shirts tragen auf denen die albanische Flagge aufgezeichnet ist und keiner sagt was ... mach das aber als Kurde in der Türkei (kurdische Flagge auf T-Shirt) und fang an zu zählen wie lange es dauert bis sich ein Mob bildet und diesen Kurden anfängt zu jagen - erst recht in der jetzigen Situation.
Ich spreche ja gar nicht von den Arvaniten. Ich spreche von autochthonen Minderheiten im Nordwesten Griechenlands (Albaner und Walachen), im Norden Griechenlands (Mazedonier und Pomaken) und im ganzen Land verteilt (Roma).
Natürlich gab es in ganz Südeuropa schlechte Minderheitenpolitik. Doch kein Balkanstaat «schaffte» es so «gut», sich seiner Minderheiten zu «entledigen». Albanien hat immer noch eine grosse griechische Minderheit im Süden, trotz Assimilationspolitik der Enveristen. Mazedonien ist immer noch multi-ethnisch. Und Bulgarien hat trotz einer sehr starken Assimilationspolitik in den letzten Jahrzehnten «nur» knapp 85 % Bulgaren im Land.
Ich weiss, dass die Situation der Minderheiten in der Türkei im Moment schlimmer ist als in Griechenland. Aber Griechenland und der Türkei ist etwas gemeinsam: Beide Staaten sehen ihre jeweiligen Bürger nur als Griechen bzw. Türken (mit kleinen Ausnahmen). Und das ist immer noch schlecht, bei beiden Staaten. Ethnozentrismus eben.
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Ich bin ja in der Gegenwart. Mir sind auch die Gegenwart und die Zukunft Tausendmal wichtiger. Aber Hellenic-Pride war es, der die Vergangenheit ansprach. Bin einfach drauf eingegangen, weil es eben nicht stimmte. Und dazu muss man eben stehen. So wie ich dazu stehe, dass viele Serben, Mazedonier, Griechen und Walachen in Albanien vom Staat gezielt assimiliert wurden. Ich habe kein Problem damit, das beim Namen zu nennen.Hör auf uns damit zu nerven. So ziemlich jeder Nationalstaat hat im 20. Jahrhundert seine Minderheiten vertrieben,
massakriert oder assimiliert und da ist Griechenland keine Ausnahme. Nur weil du es nicht verdauen kannst
erzählst du uns hier non-stop das Märchen vom bösen griechischen Staat von wegen 'in Griechenland war es schlimmer
als überall sonst'.
Also komm mal langsam in der Gegenwart an.