In Wirklichkeit ist Leasing für Privatpersonen eine Selbstlüge. Ein Leasingvertrag fließt nicht in die Bonitätskriterien, welche die Banken für ihre Kunden erstellt, ein. Ein Kredit schon. Nicht selten wird ein Kreditvertrag (von einer Privatperson) abgeschlossen, weil man einen Kredit nicht (mehr) bekommt. Für Leasing werden geringere Bonitätskriterien angelegt, da die Bank ja das (vollkaskoversicherte) Auto als Sicherheit hat. Wird eine Leasingrate nicht bezahlt, wird im nächsten Monat das Auto einkassiert... Wird eine Kreditrate nicht bezahlt, wird es für die Bank schwieriger an ihr Geld zu kommen. Von den Finanzierungskosten her ist Kredit immer billiger - Wenn man ihn bekommt. Aber das ist seit 2009 eine andere Geschichte.
Für Firmen schaut es anders aus. Firmen müssen eigentlich ein Auto Leasing-finanzieren, wenn sie die Fahrzeugkosten steuerlich geltend machen wollen. Als Unternehmen kann man ein Leasing-Auto 4 Jahre lang abschreiben, bei Barzahlung nur im ersten Jahr. Leasingraten können als laufende Investition abgeschrieben werden, die erforderlichen Rücklagen für die Neubeschaffung eines Autos (als Barzahler) jedoch nicht. Die Mehrwertsteuer (in den Leasingraten enthalten) wird über 4 Jahre als Vorsteuer geltend gemacht. Und ein paar andere steuerliche Möglichkeiten zwingen einen seriösen Kaufmann geradezu, ein Fahrzeug zu leasen, auch wenn die Brieftasche des Chefs prall gefüllt ist.
Bei Motorrädern sieht es anders aus. Ein Unternehmen kann in den seltensten ein Motorrad steuerlich geltend machen. Als Privatperson "leistet" man sich ein Motorrad (im Wissen, dass es ein Luxusgut ist, welches man eigentlich nicht braucht) oder eben nicht. Einen Kredit von der Bank für ein Motorrad bekommt man eigentlich nur, wenn die Bonität bestens ist und man ihn ohnehin nicht bräuchte. Leasing ist nach meiner Beobachtung beim Motorradkauf tatsächlich kein Thema, es sei denn, die MR-Preise gehen irgendwann einmal voll durch die Decke. Ich denke da an bestimmte BMW-Modelle.