Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Volksdeutsche (Svabos)

Hallo noch einmal,
ich würde gern die Geburtsurkunde meines Großvaters, der in Dubrovnik geboren wurde, anfordern. die deutsche Botschaft in Zagreb hat mir ein paar Namen von deutschsprechenden Anwälten gegeben, jedoch braucht man die gar nicht, wenn man sich direkt ans Standesamt Dubrovnik wendet. Leider kann mir Google nicht sagen, wo und wie ich das Standesamt kontaktieren kann. Standesamt heißt laut Übersetzung Registratura, aber unter den Suchbegriffen Registratura und Dubrovnik findet Google nichts. Könnte mir jemand bitte weiterhelfen? Danke und Gruß.
Registratura ist leider falsch übersetzt. Standesamt = maticni ured.
Hier der Link dazu Mati?ni uredi ? Ured dr?avne uprave u Dubrova?ko-neretvanskoj ?upaniji
Geburtsurkunde:
[FONT=&quot]Tel: 020/351-110 – [/FONT]matica rođenih
 
Hallo Ivo2,
danke für die Infos. Mit Englisch oder Deutsch komme ich in Kroatien und speziell beim Standesamt nicht weit, oder? In Deutschland gibt´s ja für alles Vordrucke und Anträge, die man ausfüllen und hinschicken muss, gibt´s das auch für eine Geburtsurkunde oder reicht ein Dreizeiler und dann warte ich, was kommt? (Habe auch eine Anfrage in Polen laufen, da mein Großvater auch einmal in Polen arbeitete (eigentlich Pommern, aber das wurde dann ja polnisch). Da hab ich eine Mail hingeschickt mit der Frage, ob mein Großvater da registriert war - keine Antwort....
LG Angus
 
Hallo Ivo2,
danke für die Infos. Mit Englisch oder Deutsch komme ich in Kroatien und speziell beim Standesamt nicht weit, oder? In Deutschland gibt´s ja für alles Vordrucke und Anträge, die man ausfüllen und hinschicken muss, gibt´s das auch für eine Geburtsurkunde oder reicht ein Dreizeiler und dann warte ich, was kommt? (Habe auch eine Anfrage in Polen laufen, da mein Großvater auch einmal in Polen arbeitete (eigentlich Pommern, aber das wurde dann ja polnisch). Da hab ich eine Mail hingeschickt mit der Frage, ob mein Großvater da registriert war - keine Antwort....
LG Angus

Sollte ausreichen (deutsch bzw. englisch), ich war damals persönlich auf dem Standesamt, einfach mal fragen.
 
„Volksdeutsche“: Schwieriger Neustart nach 1945
Nach Kriegsende haben rund 400.000 Angehörige deutscher Volksgruppen aus Ost- und Südosteuropa in Österreich Zuflucht gefunden. Aus Vergeltung für NS-Verbrechen wegen ihrer deutschen Muttersprache vertrieben, stießen sie auch in der neuen, noch fremden Heimat auf Ablehnung.

Als Sudetendeutsche, Donauschwaben, Siebenbürger Sachsen und Karpatendeutsche lebten ihre Familien teils seit Jahrhunderten in Ost- und Südosteuropa. Ihre Ansiedlung war einst politisch gewollt und wurde in der Zeit der Habsburgermonarchie sogar gefördert.

Misstrauen und kollektive Schuldzuweisung
Nationalismus und Krieg machten sie dann aufgrund ihrer Muttersprache zu Vertriebenen und Enteigneten. Dahinter stand meist auch der Wunsch nach einer wirtschaftlichen Umverteilung, auch um Zwangsenteignungen während der NS-Besatzungszeit rückgängig zu machen.

Die Sorge um die nationale Sicherheit führte damals in Ost- und Südosteuropa zur Vertreibung vieler deutschsprachiger Familien: „So stand ich nun da, mit zwei kleinen Kindern ohne jedwedes Gepäck. Nur mit dem ausgestattet, was wir am Leibe trugen“, schrieb eine betroffene Mutter in ihren Memoiren.

Vergeltung für Kriegsverbrechen
Die deutschsprachigen Volksgruppen wurden in der Nachkriegszeit oftmals für die Besatzungspolitik und die Verbrechen des Nazi-Regimes kollektiv verantwortlich gemacht, egal ob sie damit tatsächlich etwas zu tun hatten oder nicht. Tausende Menschen kamen bei der Vertreibung durch Gewalt, Hunger und Erschöpfung ums Leben.

Die Aufnahme der „Volksdeutschen“ war in Österreich in der unmittelbaren Nachkriegszeit oft alles andere als herzlich, manche wurden trotz der gemeinsamen Sprache als „Sinti und Roma“ beschimpft. Diese Ablehnung hatte damals mehrere Gründe, sagt der Historiker Pauli Aro vom Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien: „Neben den kleineren Dialektunterschieden wurde ihnen vor allem aufgrund ihrer Herkunft die Zugehörigkeit zur Nation abgesprochen.“

Geflüchtete zwischen den Stühlen
Ein donauschwäbischer Soldat schreibt kurz nach Kriegsende aus seiner amerikanischen Kriegsgefangenschaft an seine Ehefrau: „Es kommt mir vor, als ob alles Unglück auf uns Volksdeutsche kommt. Von unserer Heimat hat man uns verschleppt und vertrieben, können nicht mehr zurück. Und die, für die wir die Köpfe hinhalten mussten, wollen jetzt nichts mehr von uns wissen.“

Einbürgerung zunächst schleppend
Man habe die Geflüchteten so rasch wie möglich nach Deutschland weiterschicken wollen, die Einbürgerung habe deshalb in manchen Fällen bis zu zehn Jahre gedauert: „Man wollte in Österreich ja lange mit den Verbrechen des Deutschen Reiches und dem Deutschsein nichts am Hut haben“, sagt Pauli Aro.

Erst das Optionsgesetz im Jahr 1954 erleichterte die Einbürgerung der Geflüchteten deutlich, erklärt der Historiker: „Ab den 1950er-Jahren wandte sich die österreichische Politik stark den Volksdeutschen zu – zum einen aufgrund der Lobbyarbeit der Vertriebenenverbände, zum anderen aus der Einsicht, dass diese Vertriebenen größtenteils im Land bleiben würden. Die Großparteien erkannten darin die Chance, langfristig einen großen Wählerpool für sich zu gewinnen.“

Flucht vor den Partisanen
Die meisten Vertriebenen fanden nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Österreich ein neues Zuhause, so etwa auch Adi Tschaut aus Saalfelden am Steinernen Meer (Pinzgau). Geboren wurde er in Putinci, einem kleinen Dorf in Serbien, das von Donauschwaben besiedelt wurde.
 
Ankunft im Flüchtlingslager
Viele Vertriebene landeten schließlich in Notquartieren für „Volksdeutsche“, etwa auf dem Gelände der heutigen Kaserne in Saalfelden (Pinzgau), im zerbombten Hotel Europa (Salzburg-Elisabethvorstadt) und in Grödig (Flachgau). Um diesem Schicksal zu entgehen, seien verwandtschaftliche Beziehungen und persönliche Netzwerke damals enorm wichtig gewesen.

Diese erleichterten auch die Ankunft von Christine Resch-Grüneberg in Tamsweg (Lungau). Die Karpatendeutsche musste als Zwölfjährige ihr ursprüngliches Zuhause in Bratislava (Slowakei) verlassen. Das Fabriksareal ihres Vaters, ein wohlhabender Industrieller, sollte kurz vor Kriegsende als Waffen- und Pferdelager verwendet werden.

Von Bratislava nach Tamsweg
Deshalb beschloss die Familie, aus der slowakischen Hauptstadt in den Lungau zu flüchten, erinntert sich Christine Resch-Grüneberg: "In Tamsweg lebte damals eine Freundin meiner Mutter, und sie hat immer gesagt: Dort fallen keine Bomben, dort kommt ihr mal hin, wenn ihr Angst habt.“

Dabei konnte die Familie Grüneberg nur das Allernotwendigste mitnehmen, mit dem Ziel endlich wieder ein sicheres Dach über dem Kopf zu haben. Die Karpatendeutschen kamen schließlich am Wengerhof in Tamsweg unter: „Man hat in dem gleichen Raum zu fünft gekocht und geschlafen. Dahinter war ein Plumpsklo, das für uns auch sehr ungewohnt.“

Wer sich entschied, trotz allem im Herkunftsland zu bleiben, wurde meist aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Trotz ihrer jugoslawischen Staatsbürgerschaft seien die Donauschwaben in der Vojvodina zu Feinden im eigenen Land erklärt worden, sagt Dorothea Steinlechner-Oberläuter vom donauschwäbischen Kulturzentrum in Salzburg: „Das hat dazu geführt, dass jene, die nicht geflüchtet sind, ihrer Bürgerrechte beraubt und auch enteignet wurden.“

Generationenübergreifende Traumata
Dadurch seien teils generationenübergreifende Traumata entstanden, sagt die Psychotherapeutin Ilse Maly. Angesichts der schweren Schicksalsschläge hätten viele beim Neustart versucht, negative Gefühle vollständig auszublenden. Die Suche nach einem Ort, an dem man vollständig dazugehört, begleitete die Vertriebenen dennoch oft ein Leben lang.

Es lohne sich deshalb auch für die Nachkommen, ihre Familiengeschichte besser zu verstehen: „Wenn wir jetzt mit diesem Schicksal der Vorfahren bewusst umgehen, dann entsteht eine heilsame Kraft und da kann sich auch etwas lösen. Und dann darf irgendwann etwas auch einmal vorbei sein.“

 
Zurück
Oben